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Aktualisiert: vor 52 Minuten

Tarsaltunnel Syndrom - wenn plötzlich der Schmerz im Fuß auftritt

Fr, 11/02/2018 - 11:17

Sie verspüren Schmerzen im Fuß und das im Bereich des Innenknöchels? Möglicherweise wird dieser Schmerz auch von Schwellungen begleitet? Der Schmerz strahlt aus bis in den Vorfuß und in die Fußsohle? Kommt es zusätzlich zu einem Kribbeln, Brennen oder gar Taubheitsgefühlen in den Zehen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie am sogenannten Tarsaltunnelsyndrom leiden. Den Tarsaltunnel als Halteband des Beugemuskels finden wir als kleineren Kanal direkt hinter dem Innenknöchel. In diesem Bereich durchlaufen zahlreiche Blutgefäße, Sehnen und Bänder den Tunnel. Doch was ist zu tun, wenn Sie am Tarsaltunnelsyndrom leiden? Was sind die Ursachen? Wie diagnostiziert es Ihr Arzt und welche Behandlungswege stehen offen? Das werden wir Ihnen im nachfolgenden Artikel Schritt für Schritt näherbringen.

Anatomie des TarsaltunnelsyndromsAnatomie des Tarsaltunnelsyndroms Der enge Tarsaltunnel am Fuß hinter dem Innenknöchel wird gebildet zwischen dem Talus (Sprungbein) und dem Ligamentum laciniatum - einem Innenband am Knöchel. Nicht nur die hier abgebildeten Nerven (N. tibialis) sondern auch Sehnen und Blutgefäße werden durch diesen Engstelle geführt. Das macht den Tarsaltunnel bei Fehlstellungen, Schwellung des Knöchels oder Überlastung zu einer für die Funktion und Gesundheit des Fuße enntscheidenden Stelle. © Dr. Thomas Schneider Was ist und wie äußert sich das Tarsaltunnelsyndrom?

Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine schmerzhafte Erkrankung der Weichteilgewebe am Rückfuß. Die stechenden oder dumpfen Schmerzen sind aber nicht nur belastungsbedingt, sondern beruhen auf einer Veränderung der Weichteilgewebe am Rückfuß.

Liegt ein sogenanntes Tarsaltunnelsyndrom vor - welches auch als Nervenkompressionssyndrom oder tarsales Engpasssyndrom bezeichnet wird - handelt es sich dabei um einen Reizungs- oder Schädigungszustand des Schienbeinnervs, Nervus tibialis. Dieser Nerv durchläuft durch den zwischen dem Ligamentum Laciniatum (einem Innenband) und dem Sprungbein gebildeten Kanal hinter dem Sprunggelenk und verzweigt sich dann im Fuß.

Beim Tarsaltunnelsyndrom ist dieser Kanal - der Tarsaltunnel - verengt und das im Bereich Ihres Sprunggelenks.

Was ist das Behandlungsziel bei Tarsaltunnelsyndrom?

Behandlungsziel beim Tarsaltunnelsyndrom ist natürlich, die Kompression des Nerven zu beseitigen und dadurch diese Missempfindungen oder gar Schmerzen abzustellen. In der Regel ist dabei auf keine OP erforderlich. Doch je nach Ausprägung ist es essentiell, den Druck vom Nerv zu nehmen.

Wieso ist es so wichtig, hier regulierend und behandelnd einzugreifen?

Ihr Schienbeinnerv hat eine wichtige Aufgabe bei der Bewegung des Fußes. Die Muskulatur der Unterschenkel und die Bewegung des Fußes wird durch diese Nervenbahn gesteuert. Letztlich wird hier das Gangbild des "ausgesteuert". Doch nicht nur das: Sämtliche Gefühlswahrnehmungen der Fußsohle, der Ferse und Ihres Unterschenkels werden über diese Nervenbahn zurück an Ihr zentrales Nervensystem geleitet. Der Fuß wird ohne Behandlung also taub oder schmerzhaft und die Bewegungskoordination ist gestört.

Symptome des Tarsaltunnelsyndroms Mögliche Symptome
  • Schmerzen am inneren Fußrand
  • Ausstrahlung zur Fußsohle
  • Ausstrahlung zum Fußrücken
  • Rückfußschmerz mit Ausstrahlung in die Wade
  • Gefühlsstörungen an der Außenseite des Fußes
  • Gefühlsstörungen an der Fußsohle
  • Druckschmerz im Bereich des Tarsaltunnels hinter dem Innenknöchel

Die Symptome des Tarsaltunnelsyndroms sind häufig für Arzt und Patient schwer zu interpretieren. Wie bei jedem Nervenkommpressionssyndrom sind sie häufig individuell verschieden und verändern sich im Laufe der Zeit. Nicht immer treten alle Veränderungen gleichzeitig auf. Man verwechselt das Tarsaltunnelsyndrom häufig auch mit rheumatischen Erkrankungen des Fußes.

Versorgungsgebiet des Nervus tibialis Innen am FußVersorgungsgebiet des Nervus tibialis Innen am Fuß Die Äste des sich nach dem Tarsaltunnel verzweigenden Nervus tibialis versorgen unterschiedliche Areale im Fuß. Hier werden die am Innenfuß (medial) liegenden Versorgungsgebiete des Nerven dargestellt. Dieser Bereich ist bei Tarsaltunnelsyndrom besonders von Schmerzen, Ameisenlaufen und anderen Misempfindungen betroffen. © Dr. Thomas Schneider

Ein verengter Kanal, durch welchen unter anderem Nervenbahnen laufen, sorgt für Druck oder gar Druckschädigungen auf diesen Nerv. Jeder Druck auf Nervenbahnen versucht Taubheit aber auch Schmerzen. Menschen mit Problemen im Bereich der Halswirbelsäule kennen das. Was bei der HWS (Halswirbelsäule) zu einem Schmerz im Arm, Taubheitsgefühlen oder einem Kribbeln bis in die Finger führt, zeigt sich beim Tarsaltunnelsyndrom in gleicher Weise in Ihrem Fuß. Hierbei sind wegen dem Verlauf des Nervs die Symptome jedoch schwerpunktmäßig auf Ihren Vorfuß und den Innenrand der Fußsohle konzentriert.

Der Druck auf den Tarsaltunnel beeinträchtigt nicht nur die Nerven: Er kann auch die Durchblutung des Fußes einschränken und dadurch zu Schäden an abgestorbenem Gewebe am Fuß ("Marschgangrän" bzw. "Kompartment Syndrom") führen.

Besondere Situation bei Nervenkompressionserkrankungen

Unsere Nerven haben die hervorragende Eigenschaft, dass die Funktion sich bei vorübergehender Entlastung immer wieder zeitnah regeneriert. Das trügerische Element daran ist, dass durch diese Eigenregeneration natürlich auch Beschwerden "verschwinden" und nur gelegentlich statt konstant auftreten. Sobald aber bleibende Schädigungen an den Nervenbahnen auftreten, verschwindet auch der Schmerz nicht mehr von selbst. In der Folge werden durch die Entlastungshaltungen, die den Schmerz lindern sollen, auch die betroffenen Muskeln in Mitleidenschaft gezogen, welche von diesem Nerv angesprochen werden. Dies äußert sich unter Umständen in einer nachhaltigen Schwächung der betreffenden Muskelpartie und durch den Verlust der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit im erkrankten Fuß. Sehr einfach lässt es sich bei und von Ihnen dann verorten, wenn Sie ein Fahrzeug führen und der rechte Fuß betroffen ist. Selbst das Gas geben ist in ausgeprägten Fällen nicht mehr schmerzfrei möglich.

Mit der Behandlung müssen wir natürlich bleibenden Schäden zuvorkommen.

Tarsaltunnelsyndrom-Ursachen und Risikofaktoren Ursachen
  • Umknickverletzung des Knöchels mit Schwellung
  • Diabetischer Fuß
  • Angeborene Fehlbildung der Innenbänder
  • Arthrose im Sprunggelenk
  • Verstärkung der Nervenschmerzen durch Skischuhe
  • Einengende Knochenvorsprünge am Talus

Je nach der Form des Syndroms ist es medizinisch möglich, 80 Prozent der Fälle zu diagnostizieren. Gerade aus dem Grund, da es im Regelfall Vorverletzungen sind - wie auch Knochenauswüchse, kleine Tumore oder auch Entzündungen in dem Bereich - die den Tunnel verengen lassen. Auch Fußfehlstellungen, beispielsweise ein sogenannter Knick-Senkfuß, die ursächlich für das Syndrom sein können, lassen sich mit modernen Methoden der Diagnostik feststellen.

Was kann das Syndrom triggern oder anstoßen?

Besonders Sportarten, welche den Fuß belasten oder die häufig Verletzungen in diesem Bereich mit sich bringen, gelten als Risikofaktoren. In diesen Bereich fallen jedoch auch alltägliche Erkrankungen. Diabetes mellitus oder eine starke Neigung zu Krampfadern, die nicht medizinisch entfernt werden, erhöhen nachhaltig das Risiko, unter dem Tarsaltunnelsyndrom zu leiden. Und auch die Wahl Ihres präferierten Schuhwerks spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn Sie gerne enge und hochhackige Schuhe tragen oder sich oft in Berg-, Wander- oder Skischuhen wegen, die sich durch einen hohen Schaft auszeichnen, wird das Risiko signifikant erhöht.

Klinische Untersuchung des TarsaltunnelsyndromsKlinische Untersuchung des Tarsaltunnelsyndroms Ein typischer Schmerz bei Druck oder Beklopfen des Tarsaltunnelbereichs hinter dem Innenknöchel gibt in der klinischen Untersuchung deutliche Hinweise auf das Tarsaltunnelsyndrom. Ist dieser Bereich geschwollen oder entzündet, ist der Nervus Tibialis hier besonders empfindlich. © Dr. Thomas Schneider Diagnose: Tarsaltunnelsyndrom - so untersucht der Fußspezialist

Sobald Sie an Symptomen leiden, die auf ein Tunnelsyndrom hinweisen, ist es wichtig, zeitnah den Arzt aufzusuchen? Warum ist das so? Je früher das Tarsaltunnelsyndrom diagnostiziert und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko, dass es bei Ihnen zu bleibenden Schäden an den so wichtigen Nerven kommt. Ihr Orthopäde wird dann die entsprechende Untersuchung durchführen, um eine fundierte Diagnose zu erstellen. Dabei wird er Sie sehr genau zu den Symptomen befragen:
Wann sind die Symptome erstmals aufgetreten?
Wie ist es um den Intensitätsgrad bestellt?
Wann treten Beschwerden auf und nehmen die möglicherweise bei Ruhe wieder ab?
Gibt es Faktoren oder Belastungszustände, die Symptome verstärken?
Haben Sie in Ihrer Verletzungshistorie auch Fälle von Fußverletzungen wie Bänderrisse, Brüche des Sprunggelenks, Zerrungen oder schwere Verstauchungen des Knöchelbereichs?
Leiden Sie an den bekannten Vorerkrankungen wie Gicht, Problemen mit der Schilddrüse, Diabetes mellitus oder Rheuma?

Wichtig für Sie ist es, diese Fragen so gewissenhaft wie möglich zu beantworten, da Sie so dem Orthopäden Hinweise darauf liefern, wo die Problemstellung bei Ihnen liegt. Diesen Vorgesprächen folgt dann die medizinische Inaugenscheinnahme Ihres Fußes. Hierbei wird ganz gezielt danach geforscht, ob es Regionen am Fuß gibt, die z.B. auf Druck besonders schmerzempfindlich reagieren. Gerade der Bereich hinter dem Innenknöchel ist dabei von Wichtigkeit. Doch auch auffällige Schwächungen der Muskulatur, Entzündungen oder Wärme wie auch Schwellungen sind von ärztlichem Interesse, um die Diagnose aufs Tarsaltunnelsyndrom zu stellen.

Bildgebung und apparative Untersuchungen

Die moderne Elektroneurografie, kurz ENG, lässt Rückschlüsse zu. Hierbei werden die Nerven gereizt und die Reaktionszeit auf Reize gemessen. Wie schnell lässt sich die Nervenbahn ansprechen? Wie schnell wird der Reizimpuls dann weitergeleitet? Kommen die Impulse zeitnah an oder nur verzögert, was auf eine Verengung oder Blockade hindeutet? All das ist natürlich vollkommen schmerzfrei zu gestalten. Auch das Röntgen oder ein MRT (die Magnetresonanztomographie) hilft dabei, das Tarsaltunnel Syndrom zu diagnostizieren. Steht fest, Sie leiden am Tarsaltunnelsyndrom, geht es in den Bereich der Behandlung.

Um mögliche Ursachen Ihrer Fußschmerzen zu erkennen, kommen natürlich auch alle bildgebenden Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen und MRT zum Einsatz. Sehnenscheiden, Blutgefäße und Veränderungen an Knochen - bis hin zu Frakturen - und Veränderungen von Weichteilen als mögliche Ursachen der Fußschmerzen können so detailliert aufgearbeitet werden.

Um mögliche Stoffwechselveränderungen wie Diabetes, Rheuma oder Gicht zu erkennen, sind natürlich Laboruntersuchungen des Blutes hilfreich.

Was ist unter dem "vorderen Tarsaltunnelsyndrom" (Tibialis anterior-Syndrom) zu verstehen?

Tritt das Tarsaltunnelsyndrom nach langen Märschen oder Überanstrengung auf, ist häufig der vordere Scheinbeinmuskel (Tibialis Anterior-Muskel: Fußhebermuskel und der Zehenstrecker) betroffen. Der Druck auf den Tarsaltunnel beeinträchtigt nicht nur die Nerven. Er kann auch die Durchblutung des Fußes einschränken und dadurch zu Schäden an abgestorbenem Gewebe am Fuß ("Marschgangrän" bzw. "Kompartment Syndrom") führen.

Ist bei Ihnen der Bereich am Fußrücken oder am Sprunggelenk von der Einengung betroffen, so wirkt sich das auf den Nervus peronaeus profundus aus: Dann handelt es sich bei Ihrem Tarsaltunnelsyndrom um das sogenannte "vordere Tarsaltunnelsyndrom". Dies wird in der Medizin ebenso als Fibularis-Syndrom bezeichnet.

Wodurch wird das vordere Tarsaltunnelsyndrom ausgelöst?

Die Möglichkeiten, die als ursächlich für diese Problemstellung führen, sind breit gestreut. Es ist möglich, dass eine Fußverletzung bei Ihnen zu diesem Syndrom führt oder ein Überbein verantwortlich ist. Doch auch eine Diabetes mellitus kann das Krankheitsbild verursachen. In rund der Hälfte aller Fälle ist jedoch beim vorderen Tarsaltunnelsyndrom keine definitive Ursache als Auslöser zu verorten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Symptome häufig einfach ignoriert werden, bis der Druckschmerz und die Missempfindungen zu intensiv werden.

Durch Verhärtung der vorderen Schienbeinmuskulatur erhöht sich der Gewebedruck im Bereich vor dem Sprunggelenk: Durchblutung und Nerven werden abgeschnürt. Vor allem ein stechender Schmerz an der Vorderkante des Schienbeins ist kennzeichnend für das vordere Tarsaltunnelsyndrom. Die Fußhebermuskeln können dadurch dauerhaft geschädigt werden: Ein dauerhafter Spitzfuß mit Gefühlsstörungen der Zehen ist eine Folge der aus dem vorderen Tarsaltunnelsyndrom resultierenden Fußheberschwäche.

Symptome des vorderen Tarsaltunnelsyndroms Symptome
  • Schwäche des Zehenhebers
  • Schwäche des Fußhebers
  • Stechende Schmerzen in der vorderen Scheinbeinmuskulatur
  • Stechender Schmerz vor der Schienbeinkante am Fußrücken
  • Taubheit in den Zehenzwischenräumen

Leiden Sie unter einem vorderen Tarsaltunnelsyndrom, können Sie das auch an weiteren Beschwerden oder Empfindungen festmachen. So weist das Hautareal zwischen Ihrer ersten und zweiten Zehe eine verminderte Sensibilität auf, wenn Sie es berühren oder beispielsweise die so beliebten Flip-Flops im Sommer tragen. Dieses Tarsaltunnel Syndrom bringt zudem Kribbeln und weitere Empfindungsstörungen im Fuß sowie in den Zehen mit sich. Zusätzlich zu diesen Formen der Beschwerden ist es möglich, dass Ihre Muskeln der Zehenstrecker schwächer als zuvor sind. Der obligatorische Druckschmerz, der durch die Verengung des Kanals auftritt, ist selbstverständlich ebenso deutlich zu spüren. Gerade dann, wenn sie sehr enge und hochhackiges Schuhwerk oder Schuhe mit einem hohen Schaft (Bergschuhe, Skischuhe) tragen, werden die Ihnen bereits bekannten Symptome in der Regel nachhaltig verstärken.

Therapie des vorderen Tarsaltunnelsyndroms

Ziel der Therapie ist ein schnelles Abschwellen und Vermeidung von Langzeitschäden sowie von Nekrose (abgestorbenes Gewebe) an Nerven und Weichteilgewebe des Fußes. Bei Verdacht auf das Tibialis anterior Syndrom muss der betroffene Fuß sofort entlastet werden. Hochlagerung des Fußes und abschwellende Mittel reduzieren die Schwellung. Warme Umschläge lösen die Verkrampfung der vorderen Wadenmuskulatur und verbessern den Stoffwechsel.

Bringt die konservative Therapie innerhalb von spätestens 48 Stunden keine Besserung, muss operiert werden. Bei der Operation des vorderen Tarsaltunnelsyndroms werden die Muskelfaszien (Muskelhaut) am vorderen Unterschenkel gespalten, um eine sofortige Druckentlastung für Nerven und Blutgefäße herbeizuführen.

Wie äußert sich ein "hinteres Tarsaltunnelsyndrom" (Tibialis anterior-Syndrom) und was ist es?

Beim hinteren Tarsaltunnelsyndroms handelt es sich um eine krankhafte Ienengung des tiefen hinteren unterschenkelbereichs: Er betrifft den Bereich hinter dem Innenknöchel, in dem zahlreiche Blutgefäße, aber auch die Sehnen des Großzehenstreckmuskels und die Peronealsehne verlaufen.

Symptome des Tibialis anterior Syndroms
  • Kribbeln oder Ameisenlaufen
  • Brennede Fußschmerzen
  • Tabheit der Zehen
  • Nachtschmerzen

Das hintere Tarsaltunnelsyndrom macht sich bei Ihnen unterschiedlich intensiv und nachhaltig bemerkbar. Es kann allmählich auftreten und wirkt sich nicht so drastisch aus, wie das vordere (anteriore) Tarsaltunnelsyndrom. Die Bandbreite der Beschwerden ist stark gestreut. Das beginnt mit einem Taubheitsgefühl in Ihren Zehen (man spricht dann auch von eingeschlafenen Zehen) und geht über ein Kribbeln oder ein Prickeln im Fuß bis hin zu starken und brennenden Schmerzen im Bereich Ihrer Fußsohle. Diese Schmerzen weiten sich dann auf die Innenseite Ihrer Ferse aus und tritt ebenso an Ihrem Fußgewölbe auf. Gerade dieser Schmerz ist recht intensiv und kann eigentlich nicht "übersehen" werden.

Je mehr und länger Sie stehen oder je weiter die Strecken sind, die Sie gehend oder gar laufend zurücklegen, desto intensiver und nachhaltiger wird das Schmerzempfinden. Auch in der Nacht nimmt der Schmerz häufig nicht ab. Diese Art ist besonders "heimtückisch", denn die bekannten Schmerzmittel zeigen in der Regel keinerlei Wirkung, wodurch der Nachtschlaf negativ beeinflusst wird. Der brennende Schmerz kann tatsächlich zu schlaflosen Nächten führen.

Therapie des hinteren Tarsaltunnelsyndroms

Auch beim hinteren Tarsaltunnelsyndrom stehen Abschwellung und Schonung de betroffenen Fußes im Vordergrund.

Was sind die Ursachen? Differentialdiagnose des Tarsaltunnelsyndroms

Je älter der Patient ist, desto häufiger wird das Tarsaltunnel Syndrom durch das Schmerzbild auch verwechselt und für Rheuma oder für eine Polyneuropathie (Nervenerkrankung durch periphere Nervenschädigung) gehalten. Natürlich gibt es auch die Mischform, also das zeitgleiche Auftreten von Tarsaltunnelsyndrom und Polyneuropathie und anderen Nervenerkrankungen. Klinische Untersuchungen helfen dabei, eine sichere Diagnosen zu erstellen.

Durch was wird das hintere Tunnelsyndrom ausgelöst?

Die Erkrankung, der eine Verengung des Kanals am Innenknöchel zugrunde liegt, tritt häufig nach unterschiedlichen Verletzungsbildern auf. Häufig wird das Tarsaltunnelsyndrom nach Umknickverletzungen des Sprunggelenks beobachtet. Dabei kann es sich um eine Verstauchung des Knöchels handeln. Auch ein Riss des Bandapparates, eine Zerrung der Bänder oder einen Bruch des Sprunggelenks kann Auslöser sein. Doch auch organische Erkrankungen, die zu einer Anschwellung der Weichteile im Tarsaltunnel führen, können das Syndrom auslösen. Rheuma ist häufig eine Ursache, aber auch die Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen und Gicht.

Auch Überlastungssituationen triggern diese Form der Beschwerden. Läufer oder Sportler, die in intensiven Trainingsphasen stecken, erleben dieses Schmerzbild. Hier wird dann vom "Joggers Foot" gesprochen.

Tarsaltunnelsyndrom: So verläuft die Behandlung?

Das Kernziel bei der Behandlung Ihres Tarsaltunnelsyndroms ist es, dass der betroffene Nerv dauerhaft druckentlastet wird. Das lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen.

Dazu gehören beispielweise spezielle Einlagen für Ihre Schuhe. Hierdurch wird eine verbesserte Verteilung der Last vorgenommen, die beim Gehen oder Stehen generiert wird. Wichtig ist es, die Belastung vom Innenfußbereich auf die Fußaußenseite zu verlagern. Natürlich geht es bei der Behandlung auch darum, den Schmerz "abzustellen" - um es mit den Worten aus der Werbung eines Schmerzmittels zu sagen. Die passende Medikation, von nichtsteroidalen Schmerzmitteln bis zu den schweren Fällen vorbehaltenen auch Cortison-haltigen Medikamente, um Entzündungen zu bekämpfen, nimmt Ihr Orthopäde vor.

Basiert das Syndrom auf Entzündungen im Fußbereich, sorgen Medikament dafür, dass Schwellungen zurückgehen und der Druck auf die Nerven reduziert wird.

Neben der symptomorientierten Schmerztherapie will der Fußspezialist Ihren Fußschmerz auch funktionell verbessern, um das Auftreten des Tarsaltunnelsyndroms in Zukunft zu verhindern. Dabei kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:

  • Schuheinlagen, wenn Knicksenkfuß die Ursache des Tarsaltunnelsyndroms ist.
  • Orthesen des Sprunggelenks zur Entlastung
  • Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit der beteiligten Muskulatur
  • Stoffwechselkontrolle bei Diabetikern
  • Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika die z.B. Ibuprofen)
Operation des Tarsaltunnelsyndroms Operationen
  • Spaltung des Retinaculums
  • Abtragung von Knochenvorsprüngen
  • Operative Therapie von Knick-Senkfußfehlstellung
  • Tumorentfernung
  • Spaltung der Faszie (Muskelhaut) des Musculus Tibialis anterior

Die konservative Behandlungen wird vom Orthopäden in der Regel auf zwei oder drei Monate festgelegt. In dieser Zeit sollten und müssen nachhaltige Besserungen eingetreten sein. Ist dies nicht der Fall, wird eine Operation im Normalfall unumgänglich, um die Schmerzen einzudämmen und Dauerschäden zu vermeiden.

Liegt hier eine (nachhaltige) Störung vor, die durch den konstanten Druck bei einer Verengung vom Tarsaltunnel erzeugt wird, beeinträchtigt dieser Zustand im Bereich Ihres Fußes oder des Unterschenkels Ihr Gangbild erheblich. Wie bei jeder Nervenkompression ist es wichtig, eine dauerhafte Schädigung oder gar ein Absterben des Nervus tibialis und seiner Verzweigungen im Fuß zu verhindern. Hierfür kann sogar eine nervenentlastende Operation (Dekompression) notwendig werden.

Dabei wird das Band, welches den Tarsaltunnel eng umschließt, entfernt. Unter Umstände ist es auch notwendig, dass die Hülle, die Ihre Nervenbahn umgibt, "aufgespalten" wird, um den Druck zu reduzieren.

Ist ein Knochenauswuchs oder ein kleiner Tumor - der natürlich gutartig sein kann und das häufig auch ist - ursächlich für Ihre Beschwerden, wird der Chirurg auch hier tätig und entfernt den Problemherd. Im Nachgang zu diesem Eingriff gilt es, dass der operierte Fuß ruhiggestellt wird. Dazu wird das Gehen an Krücken für einen begrenzten Zeitraum unvermeidlich sein. Die Regenerations- und Rehabilitationsphase nach der OP wird mit rund sechs Monaten angesetzt. In ganz seltenen Fällen kann es sogar notwendig werden, dass eine Nach-OP stattfindet.

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Impingement des Sprunggelenks: Bewegungsabhängige Schmerzen und Blockaden

Di, 05/16/2017 - 12:01

Literatur zum Sprunggelenk-Impingement

Sprunggelenk-ImpingementSprunggelenk-Impingement Anatomie des Sprunggelenks von vorne: Das Sprunggelenk wird aus drei Knochen gebildet. Die Tibia (Schienbein) und Fibula (Wadenbein) gleitet über den Talus (Sprungbein). Jede schmerzhafte Einschränkung der Sprunggelenksbeweglichkeit vorne (anterior), hinten (posterior oder dorsal) oder seitlich (lateral) wird als Sprunggelenksimpingement bezeichnet. © Viewmedica

Das Impingement des Sprunggelenks bezeichnet ganz eine mechanische Blockade der Beweglichkeit Sprunggelenks. Dabei ist der normale, vollständige Bewegungsablauf im Gelenk mechanisch blockiert (engl: to impinge=anschlagen).

Die Patienten erleben dieses Impingement des Sprunggelenks als stechenden Schmerz in Rückfuß oder im Sprunggelenk.

Meistens tritt der Schmerz bei bestimmten Bewegungen oder forcierten Streckungen des Fußes oder Sprunggelenks auf. Fußballer, Läufer und Tänzer sind hier besonders gefährdet. Dieses Impingement kann durch eine Vielzahl von Ursachen aus dem Weichteilbereich oder der Knochen ausgelöst werden. Sprunggelenksimpingements, die durch Bindegewebe verursacht werden, treten meist als Folge von Traumata und Unfällen auf.

Knochen und Sehnen am SprunggelenkKnochen und Sehnen am Sprunggelenk Zahlreiche Bänder stabilisieren das Sprunggelenk. Beim vorderen (anterioren) Impingement spielen vor allem Läsionen oder die dauerhafte Instabilität des anterioren fibulotalaren Bandes eine Rolle. © Grays Anatomy Ursachen von Sprunggelenks-Impingements:
  • Verletzungen der Bänder.
  • Überlastung des Vorderrandes des OSG z.B. bei Fußballspielern.
  • Knochenfehlbildung, wie das Os trigonum des Talus.
  • Überbeweglichkeit des Sprunggelenks.
  • Chronische Instabilität des Sprunggelenks.
  • Wucherungen des Bindegwebes durch wiederholte Traumata.
  • Knochensporne (Osteophyten) am vorderen Gelenkrand.
  • Fibulocalcaneares Impingent bei Knick Senkfuß-Fehlstellung
  • Talocalcaneares Impingement am unteren Sprunggelenk bei Knick-Senkfuß.

Impingements am OSG können durch Weichteilveränderungen oder durch knöcherne Konflikte ausgelöst werden.

Chronische Schmerzen nach Bandverletzung

Etwa 20% aller Patienten entwickeln nach einer Distorsionsverletzung (Umknickverletzung) des Sprunggelenks einen chronischen Schmerz. Bei etwa 30% dieser Patienten werden die chronischen Sprunggelenksschmerzen durch ein Impingement des Sprunggelenks verursacht. Damit ist ein schmerzhaftes Sprunggelenksimpingement eine recht häufige Erscheinung. Das Umknicken des Sprunggelenks gehört zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt.

Knöcherne Ursachen von Sprunggelenksschmerzen

Eine relativ häufige Ursache eines knöchernen Konfliktes ist ein akzessorischer (überzähliger) Knochen, das sog. Os trigonum: Dieses Os trigonum ist bei den meisten mit dem Sprungbein verwachsen.

Wenn dieser Knochen hinter dem Talus abgetrennt vom Sprungbein vorliegt, gibt es auf Grund eines dorsalen (posterioren oder rückwärtigen) Impingements des Sprunggelenks häufig Rückfußschmerzen. Bestimmte Sportarten, wie Ballett, können dieses Syndrom natürlich verstärken.

Vor allem unter Sportlern ist das Sprunggelenks-Impingement ein relativ häufiger Grund für chronische Beschwerden, Schmerzen und Schwellungen am Sprunggelenk.

Knöcherne Strukturen des Sprunggelenks seitlich (lateral)Knöcherne Strukturen des Sprunggelenks seitlich (lateral) Aufsicht mit dem CT (Computertomografie) auf das Sprunggelenk von außen: Markiert (gelber Kreis) ist das dorsale Sprunggelenk mit dem hinteren Talusfortsatz. Dieser Fortsatz kann als Frakturfragment (Knochensplitter) abbrechen. Als Os trigonum kann dieser Fortsatz auch als akzessorischer Knochen zurückbleiben. Ein weiterer Kreis markiert das vordere Sprunggelenk. Hier sind meist Bandverletzung und Narbenbildung die Ursache der Impingemententwicklung.© Von Hellerhoff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 Untersuchung und Diagnose des Sprunggelenksimpingements

Bei der Untersuchung des Impingements am Sprunggelenk gibt uns die klinische Untersuchung die ersten deutlichen Hinweise: Bei welchen Bewegungen wird das Sprunggelenk schmerzhaft? Welche Bewegungsrichtungen sind durch zunehmende Blockaden (Impingements) eingeschränkt?

Vorderes ("anteriores") Impingement des Sprunggelenks

Das vordere oder anteriore Sprunggelenk-Impingement entsteht durch die Kompression von Strukturen am vorderen Ende des Sprunggelenks. Diese Kompression entsteht meist aus dem Anziehen des Fußes: dem Anheben des Fußes im tibiotalaren Gelenk. Diese Bewegung wird medizinisch auch als Dorsiflexion bezeichnet. Das vordere Impingement des Sprunggelenks wird daher auch als Fußballerknöchel bezeichnet. Bei Fußballern ist diese Bewegung besonders ausgeprägt.

Neben Weichteileinklemmungen spielt auch die Bildung von Knochenspornen (Osteophyten) am vorderen Talus und an der Vorderkante des Schienbeinknochens (Tibia) eine Rolle bei vorderen Impingementbeschwerden des Sprunggelenks.

Symptome des vorderen (anterioren) Impingements

Beim vorderen Impingement ist der Schmerz im Sprunggelenk in der Regel im vorderen Bereich des Gelenks zu spüren. Typischerweise verstärkt sich dieser Schmerz beim Hochziehen (Dorsiflexion) des Fußes. Zu den Situationen, bei denen sich dieser charakteristische Fußschmerz verstärkt, gehören zum Beispiel das Treppensteigen oder Bergaufwärts gehen. Dieses vordere Impingement wird auch dann schmerzhaft, wenn der Patient tief in die Hocke geht.

Die Patienten berichten von einer Bewegungsblockade oder Versteifung wenn sie den Fuß anziehen wollen. Sehr häufig sind Fußballspieler betroffen.

In späteren Stadien ist die Bewegung nicht nur schmerzhaft, sondern möglicherweise ganz blockiert. Das Sprunggelenk steift dann zunehmend ein und verliert seine Beweglichkeit.

Bei Weichteileinklemmungen berichten unsere Patienten auch von wiederkehrenden Schnapp- oder Knackgeräuschen im Sprunggelenk.

Symptome des Syndesmosen-Impingements

Vorne oberhalb des Sprunggelenks spüren die Patienten mit einem Impingement des Syndesmosenbandes eine teilweise extreme Druckschmerzempfindlichkeit. Durch eine Außenrotation (nach außen Drehen) des Sprunggelenks wird dieser Schmerz über dem Sprunggelenk noch verstärkt.

Fibulocalcaneares Impingement

Das fibulocalcaneare Impingement wird ausgelöst durch eine eine Knickfußstellung. Dabei knickt die Ferse nach innen. Dadurch entstehen bei der Abrollbewegung des Fußes oder beim Gehen auf der Außenseite Beschwerden und heftige Schmerzen. Diese Schmerzen spürt der Patient entweder vor dem äußeren Sprunggelenk (Knöchel) oder unter dem Außenknöchel.

Dieses Anschlagen geschieht nicht im Sprunggelenk selbst. Wadenbein und das Fersenbein schlagen beim Gehen durch den verengten Raum aneinander.

Je nach dem, welche der Kochen sich konkret berühren, kann dieses Impingement auf der Außenseite (lateral) des Sprunggelenks auch als talocalcaneares Impingement bezeichnet werden. Dabei berühren sich Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Calcaneus). Diese Art des Sprunggelenk-Impingements wird nicht durch Entfernung von Geweben therapiert: Die konservative, auf Übungen und Einlagen beruhende Therapie der Fußfehlstellung, kann auch diese Bewegungseinschränkung beseitigen.

Bildung von Exostosen oder Knochenspornen am vorderen Sprunggelenk

Sprunggelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen gehen häufig einher mit Knochenspornen, die sich innerhalb des Gelenks und der Gelenkkapsel nahe der vorderen Gelenkkante bilden.

Bei der Dorsiflexion des Fußes (Anziehen des Fußes) reiben die rauen Knochensporne über die von oben kommende (tibiaseitige) Knorpelschicht: Das führt dann nach und nach zu einer deutlichen Knorpelschädigung in diesem vorderen Bereich des Sprunggelenks. Die Osteophyten hinterlassen durch wiederholte Einwirkung Furchen im gegenüberliegenden Gelenkknorpel, die fast wie eingegrabene Straßenbahnschienen ("tram track lesions") aussehen.

Zudem führen diese Knorpelschäden auch zu freien Gelenkkörpern ("loose bodies") im Sprunggelenk.

Mit der arthroskopischen Entfernung dieser Osteophyten und der freien Gelenkkörper erreichen wir eine sehr effektive Therapie dieser Form des vorderen Sprunggelenk-Impingements.

Kompression von Bindegewebe am Vorderrand des SprunggelenksWeichteilimpingement am Sprunggelenk durch:
  • Falten im Synovialgewebe (Gelenksschleimhaut)
  • Fettgewebe
  • Hypertrophierte (angeschwollene) Bänder nach Bänderrissen
  • Bindegewebswucherungen nach Trauma
  • Gelenkkapselgewebe

Durch das Auftreten von Exostosen oder Knochenspornen wird auch das Bindegewebe am vorderen Ende des Sprunggelenks stärker zusammengedrückt. Man spricht hier von einem Entrapment (Einklemmung) von Fettgewebe und Gelenkschkeimhautgewebe. Eine schmerzhafte Entzündung dieser Bereiche kann daraus resultieren. Im weiteren Verlauf der Impingement-Erkrankung kann sich auf Grund dieser Entzündung die Gelenkkapsel verdicken. Schließlich besteht die Gefahr, dass sich auch die Gelenksschleimhaut im gesamten Sprunggelenks entzündet (Synovialitis).

Nach wiederholten Umknickverletzungen verdickte Außenbänder können ebenfalls ein vorderes Weichteilimpingement am Sprunggelenk auslösen.

Dorsales (posteriores) Impingement des Sprunggelenks Plantarflexion durch Ausstrecken des Fußes beim ZehenspitzentanzPlantarflexion durch Ausstrecken des Fußes beim Zehenspitzentanz Die beim Zehenspitzentanz erfolgte Plantarflexion des Fußes unter der last des gesamten Körpers ist am ehesten geeignet, ein dorsales Impingement des Sprunggelenks zu verursachen. © Istockphoto

Das dorsale oder (hintere) Impingement wird durch Einklemmungen am hinteren Rand des Sprunggelenks verursacht. Dabei sind "dorsal" und "posterior" anatomische Lagebegriffe, die beide jeweils eine rückwärtige Position dieses Impingement im Sprunggelenk bezeichnen. Der Lage entsprechend wird dieses dorsale Impingement vor allen durch eine plantare Flexion - also durch ein Ausstrecken des Fußes nach unten - wie beim Ballett-Spitzentanz - verursacht.

Mehrere Strukturen können am dorsalen Impingement des Sprunggelenks beteiligt sein.

Am dorsalen Impingement beteiligte Strukturen
  • Os trigonum (akzessorischer Knochen hinter dem Talus)
  • Verletzung der Gelenkkapsel des Sprunggelenks im dorsalen Bereich.
  • Sehnenentzündung des Flexor hallucis longus-Sehne (FHL-Sehne)

Das es mehrere mögliche Ursachen für das dorsale Impingement gibt und darüberhinaus weitere mögliche Ursachen für einen Rückfußschmerz, müssen wir hier eine recht anspruchsvolle Diagnostik durchführen. Um Klarheit zu verschaffen, müssen wir neben der klinischen Untersuchung auch alle Verfahren der bildgebenden Diagnostik - Röntgen und MRT - ausschöpfen.

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Auch das hintere (dorsale) Impingement des Sprunggelenks kann durch verschiedene Veränderungen im Bereich der Weichteile und der Knochen verursacht werden. Diese Veränderungen können isoliert oder gemeinsam auftreten, was die Diagnose, ähnlich wie beim vorderen (anterioren) Impingement, recht komplex machen kann.

Symptome des hinteren Sprunggelenksimpingements

Das dorsale Impingement des Sprunggelenks ist meist in dumpfer oder stechender Schmerz noch unter der Achillessehne. Es wird sogar manchmal mit einer Achillodynie oder einer Entzündung der Peronealsehne verwechselt.

Der Rückfußschmerz am hinteren Rand des Sprunggelenks kann durch bestimmte Aktivitäten verstärkt werden: Immer, wenn eine Streckung (Plantarflexion) des Fußes durchgeführt wird, verstärkt sich dieser Schmerz. Wiederholtes Abspringen vom Boden, bergabwärts gehen oder laufen, Treppen hinabgehen oder das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen verstärken den Rückfußschmerz ebenfalls. Eine vom hinteren Impingement stark betroffene Gruppe sind klassiche Balletttänzer, zu deren Bewegungsrepertoire sehr häufig kraftvolle Aktionen und Sprünge mit "en pointe" ausgestreckten Füßen gehören. In Reihenuntersuchungen stellten diese Balett-Tänzer mit Sprunggelenksimpingement einen großen Teil der OP-Patienten mit hinterem (dorsalem) Impingement des Sprunggelenks.

Ursachen eines knöchernen SprunggelenksimpingementsUrsachen eines knöchernen Sprunggelenksimpingements Diese Grafik sammelt die möglichen Ursachen eines hinteren (dorsalen) Sprunggelenksimpingements. A Zeigt das Os trigonum Syndrom. Dabei verursacht der akzessorische Knochen schmerzhaften Druck auf den Talus und das umliegende Bindegwebe. B zeigt den sog. Stieda Fortsatz: Das ist eine verlängerte Ausziehung des hinteren Fortsatzes des Talus. C zeigt eine stark herabgezogene Tibiahinterkante, die die Beweglichkeit einschränkt. D zeigt eine Fraktur des hinteren Fortsatzes des Talus (processus posterior tali). E zeigt einen stark hevortretenden Fortsatz des Fersenbeins (Haglund-Deformität). F zeigt eine entzündliche Veränderung des Bindegwebes am dorsalen Sprunggelenk. Case courtesy of Dr. Matt Skalski Posteriores Impingement durch Os Trigonum Os trigonum, dorsales Sprunggelenks-ImpingementOs trigonum, dorsales Sprunggelenks-Impingement Seitliche Darstellung einer wahrscheinlich alten Fraktur des Stieda-Fortsatzes oder eines Os trigonum. Das Os trigonum ist ein überzähliger Knochen hinter (dorsal) dem Talus. In der normalen Skelettreifung verschmilzt er bei den meisten mit dem Sprungbein (Talus). Fußballer, Ballett-Tänzer und Läufer können auf Grund eines Os trigonum schmerzhafte Rückfußbeschwerden entwickeln. © Dr. Thomas Schneider

Der Knochen des Os trigonum liegt hinter dem Talus und über dem Fersenbein.

Bei einem Ausstrecken des Fußes (Fußball, Zehenspitzentanz beim Ballet, Laufen) wird dieses eigentlich überflüssige (akzessorische) Os trigonum, wie eine Nuß in einem Nußknacker eingeklemmt. Das Os trigonum tritt - je nach Studie - nur bei c.a. 3%-12% aller Menschen überhaupt auf.

Die meisten Menschen mit einem Os trigonum leben beschwerdefrei. Nur bei einigen Sportlern wird dieser Bereich besonders belastet. Das schmerzhafte Os trigonum-Syndrom entsteht daher nur bei besonderen sportlichen Belastungen - dem Ausstrecken des Fußes unter Belastung, wie sie z.B. beim Ballett auftreten.

Wie entsteht der Schmerz am Os trigonum?

Das Os trigonum ist ein spät heranreifender Knochen der normalerweise mit dem Talus verschmilzt. Dann bildet dieser Knochen des trigonalen Fortsatz des Talus (Processus posterior tali). Diese Verschmelzung kann aber manchmal unvollständig oder gar nicht auftreten. Dann ist dieser Knochen bei schwacher Verbindung frakturgefährdet. Oder er liegt als Os trigonum, als überflüssiger Knochen vollständig separiert vor.

Wenn eine Fraktur des hinteren Talusfortsatzes die Ursache des Schmerzes ist, dann knirschen die Fragmente hörbar gegeneinander. Wenn das Os trigonum aus der Nichtfusion während der Entwicklung herrührt, dann kann das nach voangegangenen Traumate oder nach Überbeanspruchung ebenfalls schmerzhaft sein, knirscht aber nicht, weil keine akute Bruchstelle vorliegt.

Es ist noch nicht vollständig geklärt, ob das Os trigonum die Beschwerden des dorsalen Sprunggelenksimpingements direkt verursacht.

Ein dorsales Knochenfragment könnte evtl. auch als Ergebnis einer Fraktur des hinteren Talusfortsatzes entstehen. Das ist leicht zu verwechseln. Dann sind die Bruchfragmente nicht nur bei Berührung und Bewegung schmerzhaft, sondern knirschen auch hörbar.

Beschwerden am Os trigonum können auch durch wiederholte minimale Traumata im umliegenden Bindegwebe ausgelöst werden. Diese Traumata treten bei manchen sportbezogenen Belastungen natürlich häufiger auf.

Weichteilveränderungen als Ursache des hinteren (dorsalen) Impingements

Verletzungen der Kapseln und Bänder wegen dauernder oder akuter Überstreckung des Fußes können zu schmerzhaften Entzündungen, Schwellungen, Vernarbungen und Verdickung der Gelenkkapsel führen.

Tendinopathie der Flexor hallucis longis-Sehne (Großzehenbeugersehne oder FHL)

Diese sogenannte FHL-Sehne verläuft entlang des hinteren Talus (Sprungbeins). Sie kann von Sehnenentzündung oder Sehnenscheidenentzündung betroffen sein, und dadurch im Bereich des hinteren Sprunggelenks sehr druckschmerzhaft werden.

Diagnose des Spunggelenksimpingements Klinische UntersuchungWichtige Differentialdiagnosen

Bei der Klinischen Untersuchung steht die Inspektion von Fuß und Sprunggelenks am Anfang: Gibt es Fehlstellungen? Sind Schwellungen am Fuß oder Sprunggelenk zu beobachten? Gibt es druckschmerzhafte Bereiche?

Druckschmerz und Sensibilität im vorderen Bereich des Sprunggelenks ist typisch für das vordere Sprunggelenksimpingement.

Zeichen des dorsalen (hinteren) Impingements sind schwieriger zu lokalisieren, weil die Strukturen tiefer liegen. Eine eher hinten, innen liegende Druckschmerzhaftigkeit des Sprunggelenks weist eher auf eine Entzündung des Flexor hallucis longus (FHL) hin.

Hinten außen liegende Druckschmerzhaftigkeit weist eher auf eine knöchernes Impingement wegen des trigonalen Fortsatzes oder des Os trigonums.

Wir untersuchen auch die passiven und aktiven Bewegungsmöglichkeiten des Spunggelenks in alle Bewegungsrichtungen.

Durch den Schubladentest untersuchen wir eine mögliche Instabilität des Sprunggelenks durch Bandrupturen.

Bildgebende Untersuchung

Jede Untersuchung beginnt mit einer Röntgenaufnahme in verschiedenen Ebenen. Das ist meistens ausreichend, um eine eindeutige Diagnose zu stellen.

Alle knöchernen Urachen des Sprunggelenksimpingements, vor allem Osteophyten, Exostosen und alle Varianten des hinteren Fortsatzes des Talus (Processus trigonum) bis hin zu Fraktur und zum Impingement durch ein Os trigonum können so angemessen gezeigt werden.

Eine Ultraschalluntersuchung kann die Weichteilsituation in der Umgebung des Sprunggelenks sehr gut zeigen. Diese Weichteile (Bindegwebe, Sehnen, Bänder, Fettgewebe, Schleimbeutel) werden von einem Röntgenbild überhaupt nicht erfasst.

Um alle möglichen Umstände auszuschließen ist in jedem Fall auch ein MRT noch hilfreich. Das MRT kann sehr gut Knochenveränderungen wie Ödeme, aber auch Sehenentzündungen, Entzündungen der Gelenkschleimhaut und der Sehnenscheiden zeigen.

Die MR Untersuchung kann unterscheiden, ob es sich um eine Fraktur des Processus trigonum oder im die Bildung eines Os trigonum als Entwicklungsstörung handelt.

Wenn Frakturen oder Knochenläsionen des Talus eine Rolle spielen kann ein CT (Computertomopgraph) die Bruchstellen in einer 3-D Ansicht darstellen.

Therapie des SprunggelenksimpingementsKonservative Therapie
  • NSAR (Entzündungs- hemmende Medikamente wie z.B. Ibuprofen)
  • Ruhigstellen
  • Kühlung durch Eis
  • Orthesen und Schuhzurichtung.
  • Physiotherapie und Fußschulung

Je nach konkreter Ursache des Sprunggelenksimpingements ist die konservative Therapie häufig nicht sehr erfolgreich bei der Beseitigung der Bewegungsblockaden. Vor allem bei bindgewebigen Veränderungen, knöchernen Impingements oder Bandinsuffizienzen kann die konservative Behandlung lediglich Symptome lindern.

Im Falle von Weichteilentzündungen und Sehnenentzündungen ist die medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden nichtsteroidalen Antirheumatika häufig erfolgreich. Dazu kommt Ruhigstellung und bei schweren Entzündungen auch abschwellende Behandlung mit Eis (Kühlung). Bei einem vorderen Impingement kann eine Absatzerhöhung den vorderen Rand des Sprunggelenks entlasten.

Mit Hilfe der Physiotherapie können wir das Sprunggelenk bei Überbeweglichkeit stabilisieren. Das Wiederholen von Umknickverletzungen durch Schulung der Propriozeption (auf Körperwahrnehmung beruhende Schutzreflexe gegen Umknicken) können einige Fälle von Impingement nachhaltig verbessern.

Operative Therapie des Sprunggelenksimpingements

In vielen Fällen ist die konservative Therapie nicht geeignet, ein Sprunggelenksimpingement zu therapieren. Je nach dem, welche genaue Ursache des Impingements festgestellt wurde, gibt es ein differenziertes Instrumentarium zur operativen Therapie. In den meisten Fällen ist es möglich, die Gelenkblockade über einen minmalinvasiven, arthroskopischen Eingriff zu beseitigen. In jedem Fall geht der Operationsentscheidung eine konservative Therapie voraus. Wenn im Alltag zu schwere, schmerzhafte Einschränkungen auftreten und wenn die konservative Therapie über längere Zeit keine Erfolge gebracht hat, empfehlen wir die Operation des Impingements am Sprunggelenk. Zusätzlich muss die bildgebende Untersuchung eine eindeutige Pathologie aufzeigen, mit der Perspektive der operativen Beseitigung des Impingements.

Operation des vorderen (anterioren) Impingements

Beim vorderen Impingement muss der arthroskopische (minimalinvasive) Eingriff genau auf dem Befund reagieren. Pathologisches Gewebe muss entfernt werden. Knochensporne und Exostosen müssen abgetragen werden. Eine Gelenkschleimhautenzündung (Synovialitis) kann durch Gelenksspülung und durch Abtragen der entzündeten Gelenkschleimhaut beseitigt werden. Fibrotische Gewebe (Bindegewebswucherungen, Narbengewebe) an Bändern und Bindegewebe, die zu Einklemmungen führen, werden auch arthroskopisch abgetragen. Freie Gelenkkörper können wir aus dem Sprunggelenk ebenfalls arthroskopisch entfernen.

Die arthroskopische Operation des vorderen Impingements am Sprunggelenk führt bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten mit Impingemnt - je nach Untersuchung 77% - 100% - zu einer deutlichen klinischen Verbesserung. Der minimalinvasive operative Ansatz zur Beseitigung von Sprunggelenksimpingements ist also sehr erfolgreich. Dabei ist die Komplikationsrate mit c.a. 1,2% sehr niedrig. Es besteht also kein hohes Operationsrisiko durch die Sprunggelenksarthroskopie.

Dorsale (hintere) SprunggelenksarthroskopieOs trigonum, dorsales Sprunggelenks-Impingement ist nach der arthroskopischen Operation entfernt.Os trigonum, dorsales Sprunggelenks-Impingement ist nach der arthroskopischen Operation entfernt. Röntgenbild (seitlich) nach Entfernung des Os trigonum zur Therapie eines dorsalen Sprunggelenksimpingements (grüner Pfeil). Auch bei vollständiger Plantarextension (Ausstrecken) des Fußes kann nun hinter dem Talus keine Enge durch Einklemmen des Knochenfragments (Os trigonum) mehr auftreten. Das ist also eine sehr erfolgreiche arthroskopische Operation des Sprunggelenks-Impingements. © Dr. Thomas Schneider

Die Operation des hinteren Impingements erfolgt ähnlich, wie beim anterioren Impingement: Beim hinteren Impingement ist es jedoch seltener eine Weichteiloperation, sondern bei etwa 80% aller Patienten mit Sprunggelenksschmerzen, die Beseitigung eines knöchernen dorsalen Impingements erforderlich zur Korrektur der krankheitsverursachenden Anatomie.

Wenn der Schmerz am hinteren Sprunggelenk durch eine knöcherne Deformation verursacht ist, dann hilft meistens die Entfernung der entsprechenden Fehlbildung am Knochen. Dabei gibt es unterschiedliche operative Zugänge: Die Operation des hinteren Impingements am Sprunggelenk kann offen, also mit einem größeren Schnitt, oder arthroskopisch (minimalinvasiv) erfolgen. Die Einschränkungen durch die Operation sind beim minimalinvasiven Vorgehen natürlich wesentlich geringer, weil kein offener Schnitt erforderlich ist.

Diese schonende "hintere (dorsale) Sprungelenksarthroskopie" wird in Bauchlage oder Seitenlage des Patienten durchgeführt.

Neben einer Vielzahl knöcherner Fehlbildungen werden so auch Weichteilimpingements am Sprunggelenk behandelt: Vernarbungen, eine verdickte hintere Gelenkkapsel, freie Gelenkkörper ("loose bodies"), Verkalkungen werden arthroskopisch therapiert.

Bei richtiger Indikationsstellung haben in Studien fast 100% der behandelten Patienten eine deutliche klinische Verbesserung nach einer arthroskopischen Operation des hinteren Impingements am Sprunggelenk. Dabei kehren arthroskopisch behandelte Patienten etwa 4 Wochen früher zur vollen Aktivität zurück, als offen operierte Patienten (Studie

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Außenbandriss und Bandinstabilität am Sprunggelenk

Mo, 04/11/2016 - 11:12
Inhalte zu Sprungelenksarthrose und Bandrekonstruktion
  1. Sprunggelenk: Instabilität nach Bänderriss
  2. Diagnose des Bänderriss am Sprunggelenk
  3. Therapie: Konservative Behandlung des Sprunggelenks: Ruhigstellung durch Gips oder Schiene
  4. Operation: Außenbandplastik und der Bänder am Sprunggelenk
  5. Varusfehlstellung nach Bänderriss kann durch Bandinstabilität zu einer Sprunggelenksarthrose führen
  6. Prognose: Wie sind die Aussichten nach Bänderriss?

Literatur zur Distorsion des Oberen Sprunggelenks (OSG)

Wichtige Begriffe und Synonyme
Fibulare Bandruptur, Desmorrhexis, Bänderriss im Sprunggelenk, Bandruptur, Außenbandruptur, Fibulare Kapselbandruptur, Riss des Ligamentum fibulotalare anterius, Ligamentum fibulotalare posterius, Ligamentum fibulocalcaneare, OSG-Distorsion, Supinationstrauma, Bänderdehnung, Banddistorsion, Varus Fehlstellung, valgus Fehlstellung, Aussenbandplastik, Syndesmoseband, Syndesmosetrauma 1. Außenbandriss am Sprunggelenk: Instabilität nach BänderrissFußgelenk (Sprunggelenk) mit Aussenbändern, Sprungelenksarthrose, Aussenbandriss, Bänderdehnung, Impingement des Sprungelenks, Sprunggelenks-Arthrose, Sprunggelenks-ProtheseFußgelenk (Sprunggelenk) mit Aussenbändern, Sprungelenksarthrose, Aussenbandriss, Bänderdehnung, Impingement des Sprungelenks, Sprunggelenks-Arthrose, Sprunggelenks-Prothese Anatomische Abbildung eines Sprunggelenks 1. Aussenbänder ziehen an die Ferse 2. Syndesmosebänder verbinden Schienbein und Wadenbein 3. Innenbänder des Sprunggelenks sind nicht zu sehen. ©Grays Anatomy

Sprunggelenksverletzungen sind die häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Typischerweise entsteht diese Verletzung durch Umknicken im Sprunggelenk. Etwa 20% aller Sportverletzungen sind Bandverletzungen des oberen Sprunggelenkes. 1% aller Sprunggelenksverletzungen sind Verletzungen des Syndesmosenbandes.

Wenn diese Bandinstabilität nicht fachgerecht behandelt wird, kann sie bereits bei geringen Anlässen zum Umknicken im Sprunggelenk führen. Bei Drehbelastung kommt es dann zu einem deutlich beschleunigten Gelenkverschleiß. Auch am Sprunggelenk entsteht durch eine Außenbandschwäche eine gefährliche Mehrbeweglichkeit. Diese belastet den Knorpel mehr als üblich und kann ihn auf die Dauer schädigen - bis hin zu Sprunggelenksarthrose.

Die Stabilität des Sprunggelenks ist von größter Bedeutung: die Sportfähigkeit eines Athleten hängt unmittelbar davon ab. Aber auch für die Belastung des normalen Alltags ist ein stabiles Sprunggelenk bei allen Bewegungsabläufen von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Die Ballack-Verletzung vor der WM 2010 Riss des Syndesmosenbandes schwächt das SprunggelenkDas Syndesmosenband verbindet zwei Knochen zu einer Gabel. Diese Gabel wird gebildet aus Schienbein und Wadenbein. Das Syndesmosenband verbindet zwei Knochen zu einer Gabel. Diese Gabel wird gebildet aus Schienbein und Wadenbein. Wenn Wadenbein und Schienbein nicht mehr stabil verbunden sind, wird das Sprunggelenk instabil. © Dr Thomas Schneider

Der Verletzungshergang bei Michael Ballack war typisch für eine Verletzung des Syndesmosenbandes. Durch den mit großer Wucht erfolgten Tritt von Kevin Boateng wurde ein erheblicher Druck in der Srunggelenksgabel erzeugt. Diese Gabel wird gebildet aus Schienbein und Wadenbein. Sind sie nicht mehr durch die Syndesmosenbänder verbunden, wird das Sprunggelenk instabil.

Diese aus 2 verbundenen Knochen gebildete Gabel ist von größter Bedeutung für die Funktion des Sprunggelenks, und damit für die Sportfähigkeit eines Fußballers.

Die Spunggelenksgabel wird durch die Syndesmosenbänder stabil zusammengehalten. Außerdem sorgen die Bänder für eine stabile Lagerung des oberen Sprunggelenks (OSG) aus Wadenbein und Schienbein auf dem Sprungbein des Fußes. Durch übermäßigen Druck können die Bänder reißen. Der Heilungsprozess durch Ruhigstellung benötigt 6-8 Wochen.

Diese Themen zu Sprunggelenk und Bandrekonstruktion gehören zum orthopädischen Spezialgebiet von Dr. Schneider. Die hier besprochenen Untersuchungen und Verfahren werden in der Gelenk-Klinik durchgeführt.
Senden Sie Ihre medizinische Anfrage hier zu Dr. Schneider.

2. Diagnose des Bänderrisses am Sprunggelenk

Bei einer Außenbandverletzung oder Innenbandverletzung knickt das Sprunggelenk nach außen oder innen (Distorsion). Typischerweise ist ein Bänderriss als schmerzhafte Schwellung im Knöchel sichtbar. Durch Zerreissen der Hautvenen kann auch noch ein Bluterguss hinzukommen. Eine genaue Diagnose ist wichtig: wenn ein gefährlicher Bänderriss als harmlose Bänderdehnung eingeschätzt wird, kann die Fehlbehandlung langfristig die Sportfähigkeit des Patienten gefährden.

Die Grade der Bandschädigung am Sprunggelenk wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk nach Außenbandabriss aufklappen.  wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk nach Außenbandabriss aufklappen. Gehaltene Röntgenaufnahme des Sprunggelenks: Nach Bänderriss lässt sich das Sprunggelenk, wie hier deutlich sichtbar, aufklappen. © Dr Thomas Schneider

Weitere Anzeichen für Bänderriss sind Schmerzen. Der Fuß ist nicht belastbar. Der Orthopäde kann das Sprunggelenk auch von Hand prüfen. Nach Verlust der Bandfunktion lässt es sich im Schubladentest aufklappen: Die Gelenkflächen lassen sich nach Verlust der Außenbandfunktion voneinander entfernen, wenn der Orthopäde den Unterschenkel bei fixiertem Fuß Richtung Ferse drückt.

Im Stadium direkt nach dem Unfall kann auf Grund der Schwellung, Bluterguss und der Schmerzen der Grad der Verletzung oft nicht genau beurteilt werden.

Für die richtige Diagnose des Bänderrisses ist eine gehaltene Röntgenaufnahme unter Belastung des Sprunggelenks entscheidend: wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk aufklappen. Die Gelenkflächen lassen sich durch den Verlust der Außenbandfunktion voneinander entfernen, wenn man den Fuß nach innen dreht bzw. den Unterschenkel bei fixiertem Fuß Richtung Ferse drückt.

Als Sofortmaßnahmen sollten Sie sofort das betroffene Bein entlasten, hoch lagern, schienen und mit Eis kühlen.

3 Grade der OSG-Distorsion werden unterschieden
  1. Überdehnung
  2. Teilruptur
  3. Komplette Ruptur

Bei Syndesmosenrupturen ist die Schwellung anders: sie ist oberhalb der Sprunggelenkslinie sichtbar. Oft ist auch eine Druckschmerzhaftigkeit in diesem Bereich vorhanden.

3. Therapie des Außenbandriss: Konservative Behandlung des Sprunggelenks durch Ruhigstellung

Eine konservative Therapie - ohne Operation - durch Ruhigstellung in einer speziellen Schiene (Orthese) ist in den meisten Fällen möglich. Ruhigstellung nach Bänderriss am Sprunggelenk führt zu sehr guten Ergebnissen. Besonders eine Seitwärtskippung des Sprunggelenks durch Umknicken im Knöchel ist nach Außenbandriss oder Syndesmosenriss unbedingt zu vermeiden.

Gerade Bewegungen des Sprunggelenks - ohne Außendrehung im Gelenk - sind aber weiterhin möglich und sogar erforderlich: das verhindert Muskel-Abbau und Verklebungen durch Ruhigstellung in der Heilungsphase der Syndesmosenbänder. Der Fuß ist also belastbar, soweit die Schmerzen es zulassen. Die Heilung dauert etwa acht bis zwölf Wochen. Sie sollten für etwa zwei bis vier Monate keinen Sport treiben. Ärztliche Kontrollen sind zunächst 8 Wochen nach Außenband-Verletzung, und dann wieder sechs Monate nach Verletzung erforderlich, um einen regulären Heilungsverlauf abzusichern.

Fußgelenk (Sprunggelenk) mit Aussenbändern, Sprungelenksarthrose, Aussenbandriss, Bänderdehnung, Impingement des Sprungelenks, Sprunggelenks-Arthrose, Sprunggelenks-ProtheseFußgelenk (Sprunggelenk) mit Aussenbändern, Sprungelenksarthrose, Aussenbandriss, Bänderdehnung, Impingement des Sprungelenks, Sprunggelenks-Arthrose, Sprunggelenks-Prothese Rehabilitation nach Aussenbandabriss durch Übungen mit dem Balance Board. © istockphoto Rehabilitation des Sprunggelenks mit dem "Balance Board"

Das Balance Board ist unverzichtbar für die Sprunggelenks-Rehabilitation nach Außenbandabriss. Der ruhiggestellte Knöchel versteift, die Muskulatur in Fuß und Unterschenkel schwächt sich in der Heilungsphase ab. Die wichtigen Peronealmuskeln - sie verlaufen hinter dem Wadenbein und verhindern ein Umknicken nach außen - werden durch eine Außenbandruptur beschädigt und durch die Ruhigstellung bei der konservativen Ausheilung weiter geschwächt.

Die Rehabilitation mit dem Balance Board verstärkt die Muskulatur und Beweglichkeit des Sprunggelenk. Die Propriozeption - die Körperkontrolle und Wahrnehmung des Bodens sowie die Integration der Bewegungen - wird gestärkt. Durch die verbesserte Trittsicherheit wird das erneute Auftreten von Sprunggelenksverletzungen reduziert. Die Bandführung und Stabilität des Sprunggelenks wird gestärkt. Auch bei vielen Leistungssportlern gehört die Arbeit mit dem Balance Board inzwischen zum Trainingsprogramm.

Balance Board Training dient der Verbesserung der Koordination und vermeidet Verletzungen bei Laufsportarten. Eine bereits vorhandene Schädigung des Sprunggelenks nach Außenbandabriss kann nur durch intensives Üben auf dem Balance Board verbessert werden.

4. Therapie des Bänderriss: Operation der Bänder am Sprunggelenk und Bandrekonstruktion

Lange Zeit wurden fast alle Bandrupturen konservativ behandelt. Doch vor allem nach Komplettrupturen - vollständiges Abreißen der Bänder - sind die Grenzen der rein konservativen Ausheilung deutlich geworden. Vor allem bei Sportlern mit erhöhtem Belastungsanspruch wird vermehrt zu einer operativen Wiederherstellung des Bandes geraten. Instabilität und andauernde Beschwerden können durch operative Bandrekonstruktion deutlich vermindert werden.

Operation nach Außenbandriss oder Innenbandriss:
Der Orthopäde muß die eingetretenen Verletzungen und Knochenbrüche nach Außenbandabriss genau beurteilen. Wenn das Verletzungsmuster gravierend genug ist, werden abgebrochene Knöchel- bzw. abgerissene Knorpelteile mit einer Schraube befestigt. Gerissene Bänder werden genäht. Stark beschädigte oder durchgerissene Bänder können durch Verpflanzung körpereigener Sehnen wieder hergestellt werden (Bandrekonstruktion.) Nach einer Operation wird das Bein für etwa sechs Wochen ruhig gestellt.

 wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk aufklappen.  wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk aufklappen. Hier schematisch (grün) eingefärbt die Trennung der Knochenpartner, die die Sprunggelenksgabel bilden. Bei einer Syndesmosenverletzungen wird die Knochengabel entscheidend geschwächt. Das Sprungbein im Fuß wird nicht mehr stabil und belastbar umfasst. © Dr Thomas Schneider

Operation der Sprunggelenksgabel nach Syndesmosenbandriss:
Hier muß der Orthopäde den Grad der Sprunggelenkssprengung beurteilen. Es ist wichtig, Frakturen zu identifizieren. Liegt eine deutliche Mehrbeweglichkeit der Sprunggelenksgabel vor oder sind deutliche Frakturen erfolgt, kann eine Schraube oberhalb des Knöchels eine stabile Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein wieder herstellen. Das sorgt für die normale Spannung in der Sprunggelenksgabel, bis die Syndesmosebänder diese Funktion wieder übernehmen. Die Syndesmosebänder können zusätzlich genäht werden. Die Schraube kann etwa 8 Wochen nach dem Einsetzen in einer weiteren Operation wieder entfernt werden.

Der erfahrene Orthopäde kann die natürliche Belastungslinie des Fußes mit modernen Operationen zur  Bandrekonstruktion aus körpereigenem Gewebe wieder herstellen.Der erfahrene Orthopäde kann die natürliche Belastungslinie des Fußes mit modernen Operationen zur  Bandrekonstruktion aus körpereigenem Gewebe wieder herstellen. © Gelenk-doktor.de, Dr. Thomas Schneider Wenn eine Bandruptur übersehen wird, verzieht sich die Belastungslinie des Fußes im Laufe weniger Jahre zu einem Knickfuß. Diese Fehlstellung im Sprunggelenk kann durch die veränderten Belastungslinien zu Arthrose und Sprunggelenksschädigung führen. Die Korrektur der Fehlstellung kann das Gelenk wieder entlasten. Der erfahrene Orthopäde kann die natürliche Belastungslinie des Fußes mit modernen Operationen zur Bandrekonstruktion aus körpereigenem Gewebe wieder herstellen. 5. Varusfehlstellung nach Bänderriss kann durch Bandinstabilität zu einer Sprunggelenksarthrose führen

Bei Außenbandriss und Bandverletzung nach Sprunggelenksdistorsion treten trotz ausreichender Ruhigstellung oder bei nicht ausreichender Ruhigstellung bei 10%-20%dauerhafte Bandinstabilitäten auf. Vor allem bei Bandverletzung des vorderen Außenbandes (ligamentum fibiotalare) oder des unteren Außenbandes (ligamentum tibiocalcaneare) tritt diese Instabilität auf. Bei dieser Instabilität weicht das unten liegende Sprungbein nach vorne und außen aus. Diese Fehlstellung führt zu einer stark vermehrten Belastung auf der Innenseite des Sprunggelenks. Diese sogenannte Varus-Fehlstellung wird im Laufe der Zeit durch die zunehmende Knorpelschädigung des Sprunggelenkknorpels auf der Innenseite noch verstärkt.

Bandinstabilität und Gefahr der Sprunggelenksarthrose durch Varusfehlstellung Anterolateralen Verschiebung nach Bandverletzung im Sprunggelenk.Anterolateralen Verschiebung nach Bandverletzung im Sprunggelenk. Anterolaterale Verschiebung des Sprunggelenks nach Bänderriss (Links): Das Sprungbein - das die untere Gelenkfläche des Sprunggelenks bildet - wird nach vorne und nach außen geschoben. © Gelenk-doktor.de, Dr. Thomas Schneider

Vor allem bei Bandverletzung des vorderen Außenbandes (ligamentum fibiotalare) oder des unteren Außenbandes (ligamentum tibiocalcaneare) tritt eine Fehlstellung des Sprunggelenks auf. Dabei wird das Sprungbein - das die untere Gelenkfläche des Sprunggelenks bildet - nach vorne und nach außen geschoben. Man spricht hier von einer anterolateralen Verschiebung des Sprunggelenks. Sprunggelenksarthrose kann die Folge sein. Um das zu vermeiden gibt es folgende Eingriffsmöglichkeiten für den Orthopäden.

  • Bandplastik am Sprunggelenk zur Herstellung natürlicher Belastungslinien.
  • Fersenbeinumstellung zur Veränderung des Achillessehnenzuges auf das Obere Sprunggelenk
  • Umstellung der Belastungslinie im Sprunggelenk (Intraartikuläre Umstellungsoperation)
Die Analyse der Belastungslinien im Sprunggelenk ist in jedem Fall erforderlich - auch wenn bereits nach schwerer Schädigung des Sprunggelenks eine Sprunggelenksprothese geplant ist.

In einigen Fällen können wir durch eine Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinien im Sprunggelenk sogar Patienten, denen bereits eine Sprungelenksversteifung oder Sprunggelenskprothese empfohlen wurde, ihr natürliches Gelenk retten. Aber auch bei feststehender Diagnose zur Operation der Sprunggelenksprothese ist die genaue Betrachtung und das Verständnis der Statik des Sprunggelenks eine Voraussetzung für gute Ergebnisse und Haltbarkeit einer Sprunggelenksprothese.

6. Wie sind die Aussichten nach Bänderriss?

Bei 10-20% der Patienten finden sich nach Bänderriss im Sprunggelenk auch noch Schäden an der Gelenkfläche und des Gelenkknorpels. Verletzungen der Gelenkknorpel können zu Restbeschwerden, Belastungsschmerzen und einem Gefühl der Instabilität nach Belastung führen. Der Orthopäde muss diese Schäden sorgfältig abwägen. Knorpelschäden müssen in manchen Fällen arthroskopisch behandelt werden, um eine Sprunggelenksarthrose zu vermeiden.

Schutz des Sprunggelenks vor Umknicken ist ein wichtiger Teil der Nachbehandlung. Frühestens nach 4-5 Monaten kann wieder mit Leistungssport begonnen werden.

Bei guter Aufarbeitung der eingetretenen Schäden und konsequenter Nachbehandlung kann der Sportler zuverlässig damit rechnen, nach Sprunggelenksdistorsion wieder Leistungen auf höchstem Niveau erbringen zu können.

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Do, 07/10/2014 - 09:18
Facharzt für OrthopädieFacharzt für Orthopädie Dr. med. Thomas Schneider

Spezialisierung: Fuß, Sprunggelenk und Hüfte.

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Gesetzlich versicherte Patienten

Die orthopädische Gelenk-Klinik ist eine kassenärztliche Praxis mit angeschlossener Privat-Klinik. In unserer Sprechstunde sind gesetzlich versicherten Patienten herzlich willkommen. Wir operieren gesetzlich versicherte Patienten in unserer Klinik oder in Konsiliar-Krankenhäusern in Titisee und Wolfach. Ihre Operation und Ihre Visite wird von Dr. Schneider durchgeführt.

Anrede * FrauHerr Vor- und Familienname * Ihre Telefonnummer * Vorwahl, Telefonnummer Ihre E-Mail Adresse * Postleitzahl und Stadt * Ihre Strasse und Hausnummer * Ihr Geburtstag Monat MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez Tag Tag12345678910111213141516171819202122232425262728293031 Jahr Jahr1926192719281929193019311932193319341935193619371938193919401941194219431944194519461947194819491950195119521953195419551956195719581959196019611962196319641965196619671968196919701971197219731974197519761977197819791980198119821983198419851986198719881989199019911992199319941995199619971998199920002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016 Interessengebiet * Fußschmerzen, konservative BehandlungFuss: operative BehandlungHüftschmerzen konservative BehandlungHüfte operative BehandlungUnfall oder akute Schmerzen, NotfallAllgemeine Beratung, Sportmedizin, Vorsorgeuntersuchung Termin Uhrzeit Stunde Stunde01234567891011121314151617181920212223 : Minute Minute000102030405060708091011121314151617181920212223242526272829303132333435363738394041424344454647484950515253545556575859 Ihre medizinische Anfrage * Wie ist Ihre Situation? Wie können wir Ihnen helfen? Datenschutzerklärung Alle angegebenen persönlichen Daten werden auf nicht an Dritte weitergegeben. Ihre Angaben werden gespeichert und verarbeitet bis zur Erfüllung des angegebenen Zwecks der Kontaktaufnahme und der Beantwortung Ihrer Anfragen. Ihre Angaben unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Die Übermittlung der Daten an die medizinischen Mitarbeiter erfolgt per E-mail. Das beinhaltet das für E-mail typische Risiko der Verbreitung und Verfälschung der Daten. Die Identität des Absenders ist für uns nicht gesichert. Die Kommunikation über dieses Formular ist deswegen weder verbindlich noch für die rechtlich abgesicherte Übermittlung von Erklärung geeignet. Die Kommunikation im Rahmen dieser Online-Anfragen bereitet eine ärztliche Konsultation lediglich vor, stellt aber an sich keine ärztliche Leistung oder Beratung dar. Eine persönliche Vorstellung bei einem Arzt sowie eine gründliche Untersuchung wird durch diese Anfrage nur vorbereitet, aber nicht ersetzt. Dieser Datenschutzerklärung stimmen Sie mit dem Absenden Ihrer Anfrage zu. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen * Datenschutzerklärung annehmen

Frozen Shoulder Verlauf abkürzen mit ZRT-Matrix-Therapie

Do, 02/13/2014 - 12:10
Themen zur "Frozen Shoulder" (Adhäsive Kapsulitis)
  1. Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?
  2. Wie ist der Verlauf einer "Frozen Shoulder"?
  3. Diagnose der "Frozen Shoulder"
  4. "Frozen Shoulder" mit Zellbiologischer Regulationsmedizin (ZRT®-Matrixtherapie) erfolgreich wieder lösen
  5. Therapie: Operative Behandlung der"Frozen Shoulder"
  6. Prognose: Aussichten nach Behandlung der "Frozen Shoulder"?

Literaturangaben zu "Frozen Shoulder" (Adhäsive Kapsulitis)

1. Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?

Das "Frozen Shoulder" Syndrom (Adhäsive Kapsulitis) führt sehr rasch zu einem schmerzhaften und unbeweglichen Schultergelenk. Der Verlauf diese Erkrankung ist zwar recht gut vorhersehbar, ist aber für die Patienten in der Regel mit Monate dauernden Einschränkungen der Lebensqualität und der Arbeitsfähigkeit verbunden.

Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. Der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. Der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. Abb. zeigt Schultergelenk mit Gelenkkapsel. Die Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. © Grays Anatomy Plötzlich schießen die Schmerzen in die Schulter

Die Frozen Shoulder beginnt für die meisten Patienten unvermittelt mit plötzlich einschießenden Schmerzen. Diese können unabhängig von Überlastung und Verletzung der Schulter bei alltäglichen Bewegungen auftreten: Wenn der Patient sich streckt, um etwas von einem hohen Regal zu holen, wenn er auf eine Leiter klettert oder sich die Haare föhnt. Die Schulterschmerzen bei Frozen Shoulder treten dann immer regelmäßiger auf und werden unabhängig von bestimmten Bewegungen. Schließlich steift die schmerzhafte Schulter ein und wird unbeweglich.

Fachartikel zu Frozen Shoulder

"Frozen Shoulder mit ZRT®-Matrix-Therapie abkürzen" von Dr. Bernhard Dickreiter

Dieses "Einfrieren" der Schulter ist namensgebend für den englischen Begriff "Frozen Shoulder" (eingefrorene Schulter): Das Gefühl, das Patienten bei dieser Krankheit haben, wird dadurch recht genau beschrieben.

Frozen ShoulderFrozen Shoulder Eingeschränkte Beweglichkeit bei der Frozen Shoulder Erkrankung: Bei Frozen Shoulder kann der Ellenbogen nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden. © Orthopädische Gelenk-Klinik Wer ist von Frozen Shoulder betroffen?

Vor allem Patienten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind von "Frozen Shoulder" betroffen. Frauen sind öfter als Männer davon betroffen. Bei 25% aller Patienten sind - meist kurz nacheinander - sogar beide Schultern befallen.

Weil das Schultergelenk bei Bewegungsmangel relativ schnell versteift, kann auch eine Immobilisierung der Schulter ursächlich sein. In den meisten Fällen findet der Schulterspezialist aber keine konkrete Ursache. Terminologie und Begriffe

  • Adhäsive Capsulitis: Medizinischer Fachbegriff für Frozen Shoulder. Er bezeichnet die eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenkskapsel
  • Bursitis der Schulter: Das ist eine Schleimbeutelentzündung
  • Schulterimpingement: Das ist anders als Frozen Shoulder eine knöcherne Bewegungseinschränkung im Schultergelenk
  • Periarthritis humeroscapularis: Fachsprachlicher Begriff für Schulterentzündung bzw. Frozen Shoulder
    • Es gibt eine Reihe von Begleiterkrankungen von Stoffwechsel und Hormonsystemen, die man so häufig im Zusammenhang der Frozen Shoulder Erkrankung feststellt, dass hier auch eine Ursache vermutet wird.

      Zu den Risikofaktoren der "Frozen Shoulder" gehören daher vor allem Störungen des Hormonsystems und des Zuckerstoffwechsels.

      Störungen des Stoffwechsels sind unser Schlüssel zum Verständnis

      Lokale Störungen des Stoffwechsels, zum Beispiel der Schultermuskulatur und der Bindegewebe der Gelenkkapsel der Schulter, führen zu einer schmerzhaften Versteifung der Schulter. Die deutlichen Entzündungszeichen bei Frozen Shoulder sind dabei aber nicht bakteriell oder viral verursacht. Vielmehr gehen wir davon aus, dass der Stoffwechsel entgleisen kann: Der Transport von Nährstoffen zu den Zellen der Schultermuskeln und der Bindegewebe funktioniert nicht mehr. Auch der Abtransport von Abfallprodukten des Stoffwechsels wird ineffizient. Die unterversorgten Zellen schalten unter Sauerstoffmangel auf ein Notprogramm um: sie vergären Zucker zu Milchsäure, die dann als giftige Substanz aus der Zelle geschafft wird und im Extrazellularraum (EZM) eine lokale Übersäuerung mit den bekannten schmerzhaften Entzündungszeichen verursacht. Bei der Frozen Shoulder handelt es sich also um eine langwierige lokale Dysregulation des Stoffwechsels mit dramatischen Folgen.

      Diese Störung des Zellstoffwechsels ist aber auch der Ansatzpunkt der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) als vorwiegend physiotherapeutischer Methode zur kausalen Behandlung der Frozen Shoulder.

      Häufige Begleiterkrankungen der "Frozen Shoulder"
      • Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
      • Schilddrüsenunterfunktion
      • Schilddrüsenüberfunktion
      • Metabolisches Syndrom
      • Hoher Cholesterinspiegel
      2. Krankheitsverlauf bei "Frozen Shoulder"- die Krankheitsstadien

      Obwohl es eine Reihe von Grunderkrankungen gibt, die das Auftreten des "Frozen Shoulder" Syndroms wahrscheinlicher machen, sind die genauen Krankheitsursachen noch ungeklärt. Im Verlauf der Erkrankung vernarbt und verklebt das Kapselgewebe um das Schultergelenk aus weitgehend ungeklärten Ursachen. Die Schrumpfung der Gelenkhülle und die zunehmende Vernarbung führen zu den starken Bewegungseinschränkungen. Die Krankheit endet in der Regel typischerweise auch ohne Behandlung nach einem Zeitraum zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.

      Stadium 1 (Starke Schmerzen):

      Schmerzen, insbesondere nachts als Ruheschmerzen. Bewegungseinschränkungen stehen hier noch nicht im Vordergrund. Die Schulter ist noch frei beweglich. Doch Schmerzen in Bewegung, aber auch als nächtlicher Ruheschmerz, stellen eine starke Beeinträchtigung des Patienten dar. Auch Schmerzmittel bringen kaum eine Linderung dieser Schulterschmerzen.

      Stadium 2 (Einsteifung) nach etwa 3 Monaten:

      Die Schmerzen lassen nach, es tritt eine zunehmende Bewegungseinschränkung in den Vordergrund. Ein typisches Zeichen: Bei an den Körper angelegtem Ellenbogen und waagerecht ausgestrecktem Unterarm kann die Hand nicht nach außen geführt werden. Das Ellenbogengelenk kann nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden. Die Gelenkkapsel ist nicht mehr akut entzündet, sondern vernarbt. Sie schrumpft ein und verdickt sich.

      Stadium 3 (Erholung oder "Auftauen" der Schulter):

      Die Bewegungseinschränkungen lösen sich langsam wieder auf. Die Schmerzen nehmen wieder ab. Der Patient muss jedoch darauf achten, dass nach Abheilen der Frozen Shoulder nicht eine dauernde Schwächung und Bewegungseinschränkung des betroffenen Schultergelenks zurückbleibt. Dies ist auch eine Aufgabe der begleitenden Physiotherapie .

      Untersuchung der Frozen Shoulder durch Druckschmerz Untersuchung der Frozen Shoulder durch Druckschmerz Abb. zeigt die Untersuchung der Frozen Shoulder: Druckschmerzhaftigkeit der entzündeten Gelenkkapsel ist für den erfahrenen Schulterspezialisten eines der deutlichsten Zeichen. © Prof. Dr. Sven Ostermeier, Orthopädische Gelenk-Klinik 3. Diagnose: Wie untersucht der Orthopäde die "Frozen Shoulder"? Differentialdiagnosen der "Frozen Shoulder"

      Durch Röntgenuntersuchung, Ultraschalluntersuchung (Sonografie) lassen sich diese Erkrankungen von "Frozen Shoulder" abgrenzen.

      Das wichtigste Symptom der "Frozen Shoulder" besteht in der zunehmenden, schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Die Befragung des Patienten ergibt hier den ersten Aufschluss. Dabei ist die aktive Beweglichkeit des Schultergelenks eingeschränkt. Aber auch die passive Führung der betroffenen Schulter ist deutlich eingeschränkt. Der erfahrene Schulterspezialist sieht auch schon bei der äußerlichen Inspektion eine schmerzbedingte Fehlhaltung der Schulter.

      Frozen Shoulder mit Manueller Physiotherapie behandelnFrozen Shoulder mit Manueller Physiotherapie behandeln Die manuelle Therapie der Schulter bei Frozen Shoulder hält die Gelenkkapsel beweglich. Sie löst die eingeschrumpfte Gelenkkapsel durch aktive Mobilisierung des Bindegewebes. Neben der ZRT-Matrix-Therapie ist manuelle Therapie das wichtigste Physiotherapiemodul bei Frozen Shoulder. © Gelenkreha.de

      Für Schulterschmerzen und Schultersteife gibt es auch zahlreiche andere Auslöser, die zunächst durch eine fachgerechte Untersuchung ausgeschlossen werden müssen.

      Dabei spielen Ultraschalluntersuchung und Röntgen die Hauptrolle - selten wird ein MRT (Computertomografie) benötigt.

      Die Diagnose Frozen Shoulder ist für viele untersuchende Ärzte schwierig zu stellen, weil es kaum radiologische Befunde gibt, die die Adhäsive Capsulitis direkt nachweisen.

      Kennzeichnend ist ein wegen der Entzündung der Schulter leicht auslösbare Druckschmerz bei Druck auf bestimmte Stellen der Schulterkapsel.

      Ein Ultraschallbild oder ein Röntgenbild sind meist wenig aufschlussreich bei der Diagnose der Frozen Shoulder.

      In vielen Fällen kann erst eine Schulterarthroskopie die Frozen Shoulder sicher nachweisen: Der Schulterspezialist kann die geschrumpfte, verdickte und entzündete Gelenkkapsel direkt endoskopisch inspizieren und auch behandeln.

      4. Therapie: Behandlung der "Frozen Shoulder" Frozen Shoulder mit Matrix-Therapie behandelnFrozen Shoulder mit Matrix-Therapie behandeln Die Ringe sind an einem Vibrationsgerät aufgehängt. Patienten mit Frozen Shoulder können durch unterschiedliche Belastung einen sehr spezifischen Vibrationseintrag in Ihre Schultermuskulatur und Gelenkkapsel erzeugen. Die Schwingung unterstützt die Eigenschwingung der Skelettmuskulatur des Patienten. Damit wird das für die Frozen Shoulder charakteristische Stoffwechseldefizit schnell aufgehoben. Die Mikrozirkulation wird wieder angeregt. Damit wird der Krankheitsverlauf der Frozen Shoulder stark abgekürzt. © Gelenkreha.de

      Durch den bislang für unabwendbar gehaltenen Verlauf des Frozen Shoulder Syndroms mit Selbstheilung nach 6 Monaten bis 2 Jahren schien lediglich Aufklärung des Patienten und Behandlung der Krankheitssymptome durch Schmerztherapie möglich zu sein. Der Orthopäde konzentrierte sich daher auf die Schmerztherapie der "Frozen Shoulder" durch die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

      In zweiter Linie erfolgten Steroidinjektionen in das betroffene Gelenk (Cortisonbehandlung). Steroidbehandlungen können die Beschwerden nur vorübergehend bessern und sind nur als vorübergehende Therapie gedacht. Der Krankheitsprozess wird durch Steroide nicht abgekürzt, nur bei besonders schmerzhaften Phasen können die Symptome durch Steroidinjektion gelindert werden.

      Diese Medikamente können bei Frozen Shoulder verordnet werden Behandlung der "Frozen Shoulder" durch Zellbiologische RegulationstherapieMatrix-therapie SchulterMatrix-therapie Schulter Durch Schwingungseintrag mit einem Matrix-THerapiegerät in die Muskulatur der Umgebung des schmerzenden Schulter-Gelenks wird der Krankheitsprozess der Frozen Shoulder in vielen Fällen stark verkürzt. © www.gelenkreha.de

      Mit der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) steht nun aber eine physiotherapeutische Behandlung der Frozen Shoulder zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf deutlich abkürzt.

      Das Ziel dieser physiotherapeutischen Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben durch den Vibrationseintrag (Biomechanische Stimulation). Bei diesem Verfahren wird mit einer sanften von außen applizierten Vibration die bei Frozen Shoulder wahrscheinlich gestörte natürliche Eigenschwingung der Muskulatur wieder hergestellt. Diese Eigenschwingung oder Ruhevibration ist die stoffwechselunterstützende Ruhevibration der Muskulatur: Durch die im gesunden Körper jederzeit, auch im Schlaf, auftretende spontane Aktivität von 3-5% aller Muskelfasern wird normalerweise die Mikrozirkulation in der extrazellulären Matrix rund um die Zellen aufrechterhalten. Nachdem der vom Herzen getriebene Blutkreislauf die Peripherie erreicht, ist dieser über das physiologische oder mit der normalen Muskelarbeit verbundene Muskelzittern gesteuerte Prozess (sog. "periphere Herzen") der physiologische Motor der Mirozirkulation. Die Mikrozirkulation ist der Stofftransport durch die Gewebe außerhalb der großen und kleinen Blutgefäße. Weil der Stofftransport durch den Blutstrom immer nur in die Nähe der zu versorgenden Gewebe heranreicht, ist diese passive Zirkulation im mikroskopischen Bereich der extrazellulären Matrix - aus der Sicht der biologischen Regulationstherapie - die für viele Krankheitsprozesse, vor allem lokale entzündliche Erkrankungen und kontrakte Bewegungsstörungen - entscheidende Endstrecke des Stoffwechsels. Die Verbesserung dieser Mirkrozirkulation ist der eigentliche Grundbaustein der zellbiologischen Regulationsherapie (ZRT). Die bei der entzündlichen Veränderung der Frozen Shoulder gestörten Stoffwechselvorgänge müssen durch eine möglichst wirksame Therapie wieder normalisiert werden. Hier greifen medikamentöse Schmerztherapien zu kurz: Sie stoppen zwar das Schmerzsignal, fördern aber nicht die der schmerzfreien Beweglichkeit der Schulter zugrundeliegenden Stoffwechselprozesse. Wir wollen die eingefrorene Schulter also therapeutisch wieder "auftauen".

      Dies ZRT Matrix-Therapie wird seit etwa 10 Jahren entwickelt und ist relativ neu. Vielen Orthopäden und Physiotherapeuten ist diese Therapiealternative daher noch nicht bekannt. Wir haben die ZRT Matrix-Therapie als kausale, nicht symptomorientierte Therapie als sehr effizient erlebt und können den typischen Krankheitsverlauf bei Frozen Shoulder sehr deutlich abkürzen. Neben einzelnen operativen Verfahren zur Behandlung der Frozen Shoulder ist diese Therapie die einzige uns bekannte, die den Krankheitsverlauf wirklich deutlich abkürzen kann. Schmerzmittel sind als Begleitung der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) meist nicht mehr erforderlich.

      Kurz-Infos zur Zellbiologischen Regulations Medizin (Matrixtherapie) bei Frozen Shoulder

      Die Zellbiologische Regulationsmedizin in der ihrer aktuellen Methodik wurde von Dr Bernhard Dickreiter und seinem Team an der Rehaklinik Klausenbach, Nordrach etabliert und der orthopädischen Gelenk Klinik Gundelfingen weiter entwickelt.

      Ziel der Zellbiologischen Regulationstherapie ist die Normalisierung des Stoffwechsels in der erkrankten Schulter durch ein Bündel an physiotherapeutischen Methoden: Im Zentrum der zellbiologischen Matrixtherapie stehen spezielle Vibrationstherapien, die von ausgebildeten Therapeuten auf ärztliche Verordnung erbracht werden.

      Bis zu 6 Anwendungen im Abstand von etwa 3 Tagen sind erforderlich. Meistens berichten die Patienten schon nach der ersten Behandlung von einer deutlichen Verbesserung der Schmerzen und der Beweglichkeit. Einige Patienten sind nach 6 Behandlungen wieder hergestellt. Je nach Krankheitsstadium können aber bis zu 18 Einzelbehandlungen erforderlich sein, um einen schmerzfreien Alltag bei Frozen Shoulder wieder zu ermöglich.

      Weiterlesen zu den Details und der Wirksamkeit der Zellbiologischen Regulationstherapie

      Die Zellbiologische Regulationstherapie zur Behandlung der Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis) wirkt also direkt auf die Ursachen der Schulterversteifung. Diese liegen bei den überwiegend weiblichen Patienten im Stoffwechsel begründet. So sind hormonelle Umstellung, Diabetes, Störungen der Schilddrüse, Ernährungsfehler, metabolisches Syndrom meist Grunderkrankungen die Patientinnen mit Frozen Shoulder mit sich bringen. Die mit diesen Grunderkrankungen einhergehende Verschlechterung der Stoffwechselsituation will die Matrixtherapie auf Zellebene durch gezielte Regeneration möglichst rasch wieder herstellen.

      Durchführung der Matrixtherapie bei Frozen Shoulder

      Bei der Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis) behandelt der Physiotherapeut zunächst die Schulter-Nacken-Muskulatur, die Brustmuskeln und die Muskeln des Schulterblattes mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch soll als erstes der venöse und lymphatische Abfluss aus dem schmerzhaften Schultergelenksbereich aktiviert werden. Anschließend werden der Oberarm und die unmittelbare Gelenksumgebung in die Therapie mit einbezogen. In verschiedenen Gelenkspositionen werden dann unmittelbar die Gelenkskapsel und die Weichteilgewebe um das Gelenk behandelt. Der Physiotherapeut kann dadurch neben der Optimierung des Stoffwechsels zunehmend Verklebungen der Gelenkskapsel und der Gelenksumgebung auflösen. Dies ist die Voraussetzung für eine zunehmende schmerzfreie Bewegungsfähigkeit im Schultergelenk.

      Die Behandlung muss als angenehm und ohne zusätzliche Schmerzen empfunden werden. Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen werden durchschnittlich etwa 6 Behandlungen benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Therapiesitzungen werden im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchgeführt.

      Tiefenwärme ergänzt die Zellbiologische Regulationstherapie bei Frozen Shoulder wIRA Behandlung bei Frozen ShoulderwIRA Behandlung bei Frozen Shoulder Wärmebestrahlung mit warmem Infrarotlicht (wIRA-Lampe) verbessert die Durchblutung und den Stoffwechsel der Schulter bei Frozen Shoulder durch angenehme Tiefenwärme.

      Eine Behandlung durch Tiefenwärmebestrahlung mit einer wassergefilterten Infrarot-A Wärmetherapie (wIRA-Lampe) ergänzt die Biomechanische Stimulation. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen der zellbiologischen Regulationstherapie wie z.B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durchgeführt. Entsprechende Verhaltensregeln für den häuslichen Alltag wie Ernährungsumstellung, Bewegung und Übungen (Dehnübungen, Kräftigung und Koordinationsübungen) werden erörtert.

      Die Zellbiologische Regulationstherapie ersetzt keine Übungen zur Kräftigung der Schulter. Vielmehr schafft die Matrixtherapie erst durch Regulierung des Stoffwechsels die Grundlage dafür, dass die Schulter wieder im Sinne der Kräftigung trainiert werden kann.

      5. Operation der Frozen Shoulder verkürzt den KrankheitsverlaufMinimalinvasive Operation der "Frozen Shoulder"

      Nah am Ansatz der Gelenkkapsel wird mit einem speziellen Instrument - einem sogenannten Elektrokauter - die Gelenkkapsel abgelöst. Dabei achtet der Schulterspezialist darauf, die für die Gelenkfunktion wichtigen Bänder zu erhalten.

      Nach der Operation erfolgt unter fortwährender Schmerzstillung ein permanentes Bewegungstraining der Schulter auf einer Motorschiene.

      Eine operative Behandlung der "Frozen Shoulder" wird meistens nur bei langwierigem Krankheitsverlauf und bei Versagen der konservativen Therapie in Betracht gezogen. Der Einsatz der Matrixtherapie (zellbiologische Regulationstherapie) spielt in unserer Schulterpraxis allerdings eine wesentlich größere Rolle bei der Lösung der Frozen Shoulder als der operative Ansatz.

      Die Operation der Frozen Shoulder erfolgt meist arthroskopisch (minimalinvasiv) unter Vollnarkose. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff erfolgt eine operative Lösung der Gelenkkapsel. Bei operativer Lösung der Verklebungen in der Gelenkkapsel (Arthrolyse) ist nach kurzer Zeit mit einem vollständigen Beschwerderückgang zu rechnen. Auch operative Eingriffe erbringen nachweislich eine entscheidende Verkürzung der Frozen Shoulder Erkrankung. Nach der Schulteroperation ist aber sofort die physiotherapeutische Unterstützung erforderlich, um das durch die operative Lösung der Verklebungen gewonnene Bewegungspotential auch wirklich zu erhalten und auszubauen. Nur dann kann die Arthrolyse der Frozen shoulder eine Rolle bei der Verkürzung des Krankheitsprozesses spielen.

      6. Prognose: Die Aussichten bei "Frozen Shoulder"-Erkrankung

      Ein zentraler Punkt bei der Therapie der "Frozen Shoulder" sind die damit verbundenen psychischen Belastungen für den Patienten. Die Erkrankung ist chronisch, schmerzhaft und langwierig. Nach Ausschluss aller übrigen Krankheitsursachen kann der Arzt lediglich den in der Regel monatelangen schmerzhaften Prozess betreuen.

      Auch der Patient muss sich immer vor Augen führen, dass es keine schuldhafte Verursachung des Krankheitsprozesses gibt - sowenig wie eine schnelle Auflösung des Syndroms.

      Dieser Verlauf stellt ganz besondere Anforderungen an das vertrauensvolle Arbeitsbündnis zwischen Orthopäden und "Frozen Shoulder"-Patient. Durch intensive Beratung des Patienten muss diese psychische Belastung aufgearbeitet werden. Nur Motivation des Patienten zur Mitarbeit bei häuslichen krankengymnastischen Übungen kann den ansonsten langwierigen Verlauf abkürzen. Wichtig ist auch die Prävention der Schultersteife auf der Gegenseite, denn nicht wenige Patienten erleiden das nacheinander beidseitig. Wir empfehlen bei den ersten Anzeichen, die dem Patienten ja bekannt sind, den Gang zum Arzt, um die Frozen Shoulder durch eine schützende und Stoffwechselaktivierende physiotherapeutische ZRT-Matrix-Behandlung zu vermeiden.

       

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Frozen Shoulder Verlauf abkürzen mit ZRT-Matrix-Therapie

Do, 02/13/2014 - 12:10
Themen zur "Frozen Shoulder" (Adhäsive Kapsulitis)
  1. Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?
  2. Wie ist der Verlauf einer "Frozen Shoulder"?
  3. Diagnose der "Frozen Shoulder"
  4. "Frozen Shoulder" mit Zellbiologischer Regulationsmedizin (Matrixtherapie) erfolgreich wieder lösen
  5. Therapie: Operative Behandlung der"Frozen Shoulder"
  6. Prognose: Aussichten nach Behandlung der "Frozen Shoulder"?

Literaturangaben zu "Frozen Shoulder" (Adhäsive Kapsulitis)

1. Wer bekommt eine "Frozen Shoulder"?

Das "Frozen Shoulder" Syndrom (Adhäsive Kapsulitis) führt sehr rasch zu einer schmerzhaften und unbeweglichen Schulter. Der Verlauf ist zwar recht gut vorhersehbar, ist aber für die Patienten in der Regel mit Monate dauernden Einschränkungen der Lebensqualität und der Arbeitsfähigkeit verbunden.

Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. Der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. Der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. Abb. zeigt Schultergelenk mit Gelenkkapsel. Die Frozen Shoulder - auch Adhäsive Kapsulitis genannt - bringt eine schnell verlaufende, scheinbar ursachenfreie Störung der Schulterbeweglichkeit mit sich. der Arzt stellt in der Regel eine Entzündung der Weichteile und Schleimbeutel fest, die das Schultergelenk umgeben. © Grays Anatomy Plötzlich schießen die Schmerzen in die Schulter

Die Frozen Shoulder beginnt für die meisten Patienten unvermittelt mit plötzlich einschießenden Schmerzen. Diese können unabhängig von Überlastung und Verletzung der Schulter bei alltäglichen Bewegungen auftreten: Wenn der Patient sich streckt, um etwas von einem hohen Regal zu holen, wenn er auf eine Leiter klettert oder sich die Haare föhnt. Die Schulterschmerzen bei Frozen Shoulder treten dann immer regelmäßiger auf und werden unabhängig von bestimmten Bewegungen. Schließlich steift die schmerzhafte Schulter ein und wird unbeweglich.

Fachartikel zu Frozen Shoulder

"Frozen Shoulder mit ZRT®-Matrix-Therapie abkürzen" von Dr. Bernhard Dickreiter

Dieses "Einfrieren" der Schulter ist namensgebend für den englischen Begriff "Frozen Shoulder" (eingefrorene Schulter): Das Gefühl, das Patienten bei dieser Krankheit haben, wird dadurch recht genau beschrieben.

Frozen ShoulderFrozen Shoulder Eingeschränkte Beweglichkeit bei der Frozen Shoulder Erkrankung: Bei Frozen Shoulder kann der Ellenbogen nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden. © Orthopädische Gelenk-Klinik Wer ist von Frozen Shoulder betroffen?

Vor allem Patienten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind von "Frozen Shoulder" betroffen. Frauen sind öfter als Männer davon betroffen. Bei 25% aller Patienten sind - meist kurz nacheinander - sogar beide Schultern befallen.

Weil das Schultergelenk bei Bewegungsmangel relativ schnell versteift, kann auch eine Immobilisierung der Schulter ursächlich sein. In den meisten Fällen findet der Schulterspezialist aber keine konkrete Ursache. Terminologie und Begriffe

  • Adhäsive Capsulitis: Medizinischer Fachbegriff für Frozen Shoulder. Er bezeichnet die eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenkskapsel
  • Bursitis der Schulter: Das ist eine Schleimbeutelentzündung
  • Schulterimpingement: Das ist anders als Frozen Shoulder eine knöcherne Bewegungseinschränkung im Schultergelenk
  • Periarthritis humeroscapularis: Fachsprachlicher Begriff für Schulterentzündung bzw. Frozen Shoulder
    • Es gibt eine Reihe von Begleiterkrankungen von Stoffwechsel und Hormonsystemen, die man so häufig im Zusammenhang der Frozen Shoulder Erkrankung feststellt, dass hier auch eine Ursache vermutet wird.

      Zu den Risikofaktoren der "Frozen Shoulder" gehören daher vor allem Störungen des Hormonsystems und des Zuckerstoffwechsels.

      Störungen des Stoffwechsels sind unser Schlüssel zum Verständnis

      Lokale Störungen des Stoffwechsels, zum Beispiel der Schultermuskulatur und der Bindegewebe der Gelenkkapsel der Schulter, führen zu einer schmerzhaften Versteifung der Schulter. Die deutlichen Entzündungszeichen bei Frozen Shoulder sind dabei aber nicht bakteriell oder viral verursacht. Vielmehr gehen wir davon aus, dass der Stoffwechsel entgleisen kann: Der Transport von Nährstoffen zu den Zellen der Schultermuskeln und der Bindegewebe funktioniert nicht mehr. Auch der Abtransport von Abfallprodukten des Stoffwechsels wird ineffizient. Die unterversorgten Zellen schalten unter Sauerstoffmangel auf ein Notprogramm um: sie vergären Zucker zu Milchsäure, die dann als giftige Substanz aus der Zelle geschafft wird und im Extrazellularraum (EZM) eine lokale Übersäuerung mit den bekannten schmerzhaften Entzündungszeichen verursacht. Bei der Frozen Shoulder handelt es sich also um eine langwierige lokale Dysregulation des Stoffwechsels. mit dramatischen Folgen.

      Diese Störung des Zellstoffwechsels ist aber auch der Ansatzpunkt der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) als vorwiegend physiotherapeutischer Methode zur kausalen Behandlung der Frozen Shoulder.

      Häufige Begleiterkrankungen der "Frozen Shoulder"
      • Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
      • Schilddrüsenunterfunktion
      • Schilddrüsenüberfunktion
      • Metabolisches Syndrom
      • Hoher Cholesterinspiegel
      2. Krankheitsverlauf bei "Frozen Shoulder"- die Krankheitsstadien

      Obwohl es eine Reihe von Grunderkrankungen gibt, die das Auftreten des "Frozen Shoulder" Syndroms wahrscheinlicher machen, sind die genauen Krankheitsursachen noch ungeklärt. Im Verlauf der Erkrankung vernarbt und verklebt das Kapselgewebe um das Schultergelenk aus weitgehend ungeklärten Ursachen. Die Schrumpfung der Gelenkhülle und die zunehmende Vernarbung führen zu den starken Bewegungseinschränkungen. Die Krankheit endet in der Regel typischerweise auch ohne Behandlung nach einem Zeitraum zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.

      Stadium 1 (Starke Schmerzen):

      Schmerzen, insbesondere nachts als Ruheschmerzen. Bewegungseinschränkungen stehen hier noch nicht im Vordergrund. Die Schulter ist noch frei beweglich. Doch Schmerzen in Bewegung, aber auch als nächtlicher Ruheschmerz, stellen eine starke Beeinträchtigung des Patienten dar. Auch Schmerzmittel bringen kaum eine Linderung dieser Schulterschmerzen.

      h3>Stadium 2 (Einsteifung) nach etwa 3 Monaten:

      Die Schmerzen lassen nach, es tritt eine zunehmende Bewegungseinschränkung in den Vordergrund. Ein typisches Zeichen: Bei an den Körper angelegtem Ellenbogen und waagerecht ausgestrecktem Unterarm kann die Hand nicht nach außen geführt werden. Das Ellenbogengelenk kann nicht mehr auf Schulterhöhe angehoben werden. Die Gelenkkapsel ist nicht mehr akut entzündet, sondern vernarbt. Sie schrumpft ein und verdickt sich.

      Stadium 3 (Erholung oder "Auftauen" der Schulter):

      Die Bewegungseinschränkungen lösen sich langsam wieder auf. Die Schmerzen nehmen wieder ab. Der Patient muss jedoch darauf achten, dass nach Abheilen der Frozen Shoulder nicht eine dauernde Schwächung und Bewegungseinschränkung des betroffenen Schultergelenks zurückbleibt. Dies ist auch eine Aufgabe der begleitenden Physiotherapie .

      Untersuchung der Frozen Shoulder durch Druckschmerz Untersuchung der Frozen Shoulder durch Druckschmerz Abb. zeigt die Untersuchung der Frozen Shoulder: Druckschmerzhaftigkeit der entzündeten Gelenkkapsel ist für den erfahrenen Schulterspezialisten eines der deutlichsten Zeichen. © Prof. Dr. Sven Ostermeier, Orthopädische Gelenk-Klinik 3. Diagnose: Wie untersucht der Orthopäde die "Frozen Shoulder"? Differentialdiagnosen der "Frozen Shoulder"

      Durch Röntgenuntersuchung, Ultraschalluntersuchung (Sonografie) lassen sich diese Erkrankungen von "Frozen Shoulder" abgrenzen.

      Das wichtigste Symptom der "Frozen Shoulder" besteht in der zunehmenden, schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Die Befragung des Patienten ergibt hier den ersten Aufschluss. Dabei ist die aktive Beweglichkeit des Schultergelenks eingeschränkt. Aber auch die passive Führung der betroffenen Schulter ist deutlich eingeschränkt. Der erfahrene Schulterspezialist sieht auch schon bei der äußerlichen Inspektion eine schmerzbedingte Fehlhaltung der Schulter.

      Frozen Shoulder mit Manueller Physiotherapie behandelnFrozen Shoulder mit Manueller Physiotherapie behandeln Die manuelle Therapie der Schulter bei Frozen Shoulder hält die Gelenkkapsel beweglich. Sie löst die eingeschrumpfte Gelenkkapsel durch aktive Mobilisierung des Bindegewebes. Neben der ZRT-Matrix-Therapie ist manuelle Therapie das wichtigste Physiotherapiemodul bei Frozen Shoulder. © Gelenkreha.de

      Für Schulterschmerzen und Schultersteife gibt es auch zahlreiche andere Auslöser, die zunächst durch eine fachgerechte Untersuchung ausgeschlossen werden müssen.

      Dabei spielen Ultraschalluntersuchung und Röntgen die Hauptrolle - selten wird ein MRT (Computertomografie) benötigt.

      Die Diagnose Frozen Shoulder ist für viele untersuchende Ärzte schwierig zu stellen, weil es kaum radiologische Befunde gibt, die die Adhäsive Capsulitis direkt nachweisen.

      Kennzeichnend ist ein wegen der Entzündung der Schulter leicht auslösbare Druckschmerz bei Druck auf bestimmte Stellen der Schulterkapsel.

      Ein Ultraschallbild oder ein Röntgenbild sind meist wenig aufschlussreich bei der Diagnose der Frozen Shoulder.

      In vielen Fällen kann erst eine Schulterarthroskopie die Frozen Shoulder sicher nachweisen: Der Schulterspezialist kann die geschrumpfte, verdickte und entzündete Gelenkkapsel direkt endoskopisch inspizieren und auch behandeln.

      4. Therapie: Behandlung der "Frozen Shoulder" Frozen Shoulder mit Matrix-Therapie behandelnFrozen Shoulder mit Matrix-Therapie behandeln Die Ringe sind an einem Vibrationsgerät aufgehängt. Patienten mit Frozen Shoulder können durch unterschiedliche Belastung einen sehr spezifischen Vibrationseintrag in Ihre Schultermuskulatur und Gelenkkapsel erzeugen. Die Schwingung unterstützt die Eigenschwingung der Skelettmuskulatur des Patienten. Damit wird das für die Frozen Shoulder charakteristische Stoffwechseldefizit schnell aufgehoben. Die Mikrozirkulation wird wieder angeregt. Damit wird der Krankheitsverlauf der Frozen Shoulder stark abgekürzt. © Gelenkreha.de

      Durch den bislang für unabwendbar gehaltenen Verlauf des Frozen Shoulder Syndrom mit Selbstheilung nach 6 Monaten bis 2 Jahren schien lediglich Aufklärung des Patienten und Behandlung der Krankheitssymptome durch Schmerztherapie möglich zu sein. Der Orthopäde konzentrierte sich daher auf die Schmerztherapie der "Frozen Shoulder" durch die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

      In zweiter Linie erfolgten Steroidinjektionen in das betroffene Gelenk. Steroidbehandlungen können die Beschwerden nur vorübergehend bessern und sind nur als vorübergehende Therapie gedacht. Der Krankheitsprozess wird durch Steroide nicht abgekürzt, nur bei besonders schmerzhaften Phasen können die Symptome durch Steroidinjektion gelindert werden.

      Diese Medikamente können bei Frozen Shoulder helfen Behandlung der "Frozen Shoulder" durch Zellbiologische RegulationstherapieMatrix-therapie SchulterMatrix-therapie Schulter Durch Schwingungseintrag mit einem Matrix-THerapiegerät in die Muskulatur der Umgebung des schmerzenden Schulter-Gelenks wird der Krankheitsprozess der Frozen Shoulder in vielen Fällen stark verkürzt. © www.gelenkreha.de

      Mit der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) steht nun aber eine physiotherapeutische Behandlung der Frozen Shoulder zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf deutlich abkürzt.

      Das Ziel dieser physiotherapeutischen Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben durch den Vibrationseintrag (Biomechanische Stimulation). Bei diesem Verfahren wird mit einer sanften von außen applizierten Vibration die bei Frozen Shoulder wahrscheinlich gestörte natürliche Eigenschwingung der Muskulatur wieder hergestellt. Diese Eigenschwingung oder Ruhevibration ist die stoffwechselunterstützende Ruhevibration der Muskulatur: Durch die spontane Aktivität von 3-5% aller Muskelfasern wird normalerweise die Mikrozirkulation in der extrazellulären Matrix rund um die Zellen reaktiviert. Die bei der entzündlichen Veränderung der Frozen Shoulder gestörten Stoffwechselvorgänge werden wieder normalisiert.

      Dies ZRT Matrix-Therapie wird seit etwa 10 Jahren entwickelt und ist relativ neu. Vielen Orthopäden und Physiotherapeuten ist diese Therapiealternative daher noch nicht bekannt. Wir haben die ZRT Matrix-Therapie als kausale, nicht symptomorientierte Therapie als sehr effizient erlebt und können den typischen Krankheitsverlauf bei Frozen Shoulder sehr deutlich abkürzen. Neben einzelnen operativen Verfahren zur Behandlung der Frozen Shoulder ist diese Therapie die einzige uns bekannte, die den Krankheitsverlauf wirklich deutlich abkürzen kann. Schmerzmittel sind als Begleitung der Zellbiologischen Regulationstherapie (Matrixtherapie) meist nicht mehr erforderlich.

      Kurz-Infos zur Zellbiologischen Regulations Medizin (Matrixtherapie) bei Frozen Shoulder

      Die Zellbiologische Regulationsmedizin in der ihrer aktuellen Methodik wurde von Dr Bernhard Dickreiter und seinem Team an der Rehaklinik Klausenbach, Nordrach etabliert und der orthopädischen Gelenk Klinik Gundelfingen weiter entwickelt.

      Ziel der Zellbiologischen Regulationstherapie ist die Normalisierung des Stoffwechsels in der erkrankten Schulter durch ein Bündel an physiotherapeutischen Methoden: Im Zentrum der zellbiologischen Matrixtherapie stehen spezielle Vibrationstherapien, die von ausgebildeten Therapeuten auf ärztliche Verordnung erbracht werden.

      Bis zu 6 Anwendungen im Abstand von etwa 3 Tagen sind erforderlich. Meistens berichten die Patienten schon nach der ersten Behandlung von einer deutlichen Verbesserung der Schmerzen und der Beweglichkeit. Einige Patienten sind nach 6 Behandlungen wieder hergestellt. Je nach Krankheitsstadium können aber bis zu 18 Einzelbehandlungen erforderlich sein, um einen schmerzfreien Alltag bei Frozen Shoulder wieder zu ermöglich.

      Weiterlesen zu den Details und der Wirksamkeit der Zellbiologischen Regulationstherapie

      Die Zellbiologische Regulationstherapie zur Behandlung der Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis) wirkt also direkt auf die Ursachen der Schulterversteifung. Diese liegen bei den überwiegend weiblichen Patienten im Stoffwechsel begründet. So sind hormonelle Umstellung, Diabetes, Störungen der Schilddrüse, Ernährungsfehler, metabolisches Syndrom meist Grunderkrankungen die Patientinnen mit Frozen Shoulder mit sich bringen. Die mit diesen Grunderkrankungen einhergehende Verschlechterung der Stoffwechselsituation will die Matrixtherapie auf Zellebene durch gezielte Regeneration möglichst rasch wieder herstellen.

      Durchführung der Matrixtherapie bei Frozen Shoulder

      Bei der Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis) behandelt der Physiotherapeut zunächst die Schulter-Nacken-Muskulatur, die Brustmuskeln und die Muskeln des Schulterblattes mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch soll als erstes der venöse und lymphatische Abfluss aus dem schmerzhaften Schultergelenksbereich aktiviert werden. Anschließend werden der Oberarm und die unmittelbare Gelenksumgebung in die Therapie mit einbezogen. In verschiedenen Gelenkspositionen werden dann unmittelbar die Gelenkskapsel und die Weichteilgewebe um das Gelenk behandelt. Der Physiotherapeut kann dadurch neben der Optimierung des Stoffwechsels zunehmend Verklebungen der Gelenkskapsel und der Gelenksumgebung auflösen. Dies ist die Voraussetzung für eine zunehmende schmerzfreie Bewegungsfähigkeit im Schultergelenk.

      Die Behandlung muss als angenehm und ohne zusätzliche Schmerzen empfunden werden. Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen werden durchschnittlich etwa 6 Behandlungen benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Therapiesitzungen werden im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchgeführt.

      Tiefenwärme ergänzt die Zellbiologische Regulationstherapie bei Frozen Shoulder

      Eine Tiefenwärme mit wassergefiltertem Infrarot-A ergänzt die Therapie. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen der Zellbiologischen Regulationstherapie wie z.B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durchgeführt. Entsprechende Verhaltensregeln für den häuslichen Alltag wie Ernährungsumstellung, Bewegung und Übungen (Dehnübungen, Kräftigung und Koordinationsübungen) werden erörtert.

      Die Zellbiologische Regulationstherapie ersetzt keine Übungen zur Kräftigung der Schulter. Vielmehr schafft die Matrixtherapie erst durch Regulierung des Stoffwechsels die Grundlage dafür, dass die Schulter wieder im Sinne der Kräftigung trainiert werden kann.

      5. Operation der Frozen Shoulder verkürzt den KrankheitsverlaufMinimalinvasive Operation der "Frozen Shoulder"

      Nah am Ansatz der Gelenkkapsel wird mit einem speziellen Instrument - einem sogenannten Elektrokauter - die Gelenkkapsel abgelöst. Dabei achtet der Schulterspezialist darauf, die für die Gelenkfunktion wichtigen Bänder zu erhalten.

      Nach der Operation erfolgt unter fortwährender Schmerzstillung ein permanentes Bewegungstraining der Schulter auf einer Motorschiene.

      Eine operative Behandlung der "Frozen Shoulder" wird meistens nur bei langwierigem Krankheitsverlauf und bei Versagen der konservativen Therapie in Betracht gezogen. Der Einsatz der Matrixtherapie (zellbiologische Regulationstherapie) spielt in unserer Schulterpraxis allerdings eine wesentlich größere Rolle bei der Lösung der Frozen Shoulder als der operative Ansatz.

      Die Operation der Frozen Shoulder erfolgt meist arthroskopisch (minimalinvasiv) unter Vollnarkose. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff erfolgt eine operative Lösung der Gelenkkapsel. Bei operativer Lösung der Verklebungen in der Gelenkkapsel (Arthrolyse) ist nach kurzer Zeit mit einem vollständigen Beschwerderückgang zu rechnen. Auch operative Eingriffe erbringen nachweislich eine entscheidende Verkürzung der Frozen Shoulder Erkrankung. Nach der Schulteroperation ist aber sofort die physiotherapeutische Unterstützung erforderlich, um das durch die operative Lösung der Verklebungen gewonnene Bewegungspotential auch wirklich zu erhalten und auszubauen. Nur dann kann die Arthrolyse der Frozen shoulder eine Rolle bei der Verkürzung des Krankheitsprozesses spielen.

      6. Prognose: Die Aussichten der "Frozen Shoulder"-Erkrankung

      Ein zentraler Punkt bei der Therapie der "Frozen Shoulder" sind die damit verbundenen psychischen Belastungen für den Patienten. Die Erkrankung ist chronisch, schmerzhaft und langwierig. Nach Ausschluss aller übrigen Krankheitsursachen kann der Arzt lediglich den in der Regel monatelangen schmerzhaften Prozess betreuen.

      Auch der Patient muss sich immer vor Augen führen, dass es keine schuldhafte Verursachung des Krankheitsprozesses gibt - sowenig wie eine schnelle Auflösung des Syndroms.

      Dieser Verlauf stellt ganz besondere Anforderungen an das vertrauensvolle Arbeitsbündnis zwischen Orthopäden und "Frozen Shoulder"-Patient. Durch intensive Beratung des Patienten muss diese psychische Belastung aufgearbeitet werden. Nur Motivation des Patienten zur Mitarbeit bei häuslichen krankengymnastischen Übungen kann den ansonsten langwierigen Verlauf abkürzen. Wichtig ist auch die Prävention der Schultersteife auf der Gegenseite, denn nicht wenige Patienten erleiden das nacheinander beidseitig. Wir empfehlen bei den ersten Anzeichen, die dem Patienten ja bekannt sind, den Gang zum Arzt, um die Frozen Shoulder durch eine schützende und Stoffwechselaktivierende physiotherapeutische ZRT-Matrix-Behandlung zu vermeiden.

       

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Zellbiologische Regulationstherapie: Chronische Schmerzen durch Gewebsregeneration behandeln

Mo, 02/20/2012 - 09:42
Grundlagen der Zellbiologischen Regulationsmedizin

Das aktuelle Konzept der Zellbiologische Regulationsmedizin wurde von Dr. med. Bernhard Dickreiter und seinem Physiotherapeuten-Team sowie einem Netzwerk an niedergelassenen ZRT®Matrix-Therapeuten und Ärzten an der Rehaklinik Klausenbach entwickelt. Dr. Dickreiter etabliert die ZRT®-Matrixtherapie an der orthopädischen Gelenk Klinik Gundelfingen.

Zellbiologische Regulationstherapie (auch: Matrixtherapie genannt) will die lokale Stoffwechselsituation in den erkrankten Geweben wieder herstellen. Gesundheit im Sinne der Zellbiologischen Regulation ist ein durch eine funktionierende Mikrozirkulation intaktes Zellmilieu in den Geweben.

Die Kosten für den Zelltherapeutischen Ansatz müssen aktuell von den Patienten selbst getragen werden.

Für Selbstzahler kostet die Therapie etwa 30 EUR pro Anwendung. Bis zu 6 Anwendungen im Abstand von jeweils etwa 3 Tagen sind erforderlich.

Viele Erkrankungen wie z.B. Tennisellenbogen, RSI-Syndrom, schmerzhafte Schulterveränderungen usw. werden mit dem sanften Zellbiologischen Therapiekonzept (ZRT) ursächlich und effektiv behSelbstzahler kostet die Therapie etwa 30 EURandelt.

Zellbiologische Regulationstherapie kurz und bündig

Die Zellen die Muskulatur, Skelett, Bindegewebe und Nervensystem aufbauen erhalten Ihre Nähstoffe, Sauerstoff und Signale aus der extrazellulären Matrix (EZM). Das ist der Raum zwischen den Zellen. Ist der Nährstoffzufluss, die Sauerstoffversorgung oder der Abtransport von Stoffwechselendprodukten im extrazellulären Raum gestört, entsteht ein krankhafter, oft schmerzhafter Zustand. Der ärztliche Diagnostiker auf der Basis der zellbiologischen Regulationsmedizin spricht hier von einer Störung der Mikrozirkulation in den Geweben. Unterversorgte Muskulatur verhärtet und wird schmerzhaft und unbeweglich. Dieser krankhafte Zustand kann vor allem durch Wiederherstellung eines gesunden Zellstoffwechsels überwunden werden.

Therapeutische Module der Zellbiologischen Regulationsmedizin
  • Matrixtherapie: Vibrationseintrag zw. 8-30 Hz in die Muskelgewebe
  • Tiefenwärme mit Wassergefiltertem Infrarot
  • Ganzkörper-Hyperthermie
  • Bewegungstherapie
  • Hyperbarer Sauerstoff
  • Ernährungsberatung, Mikro-Nährstoffe
  • Säure-Basenregulation durch Basenwickel und Baseninfusion, Ernährungsumstellung
  • Bewegungstherapie

Die Zellbiologische Regulationstherapie hat nun physiotherapeutische Verfahren, und physikalische Verfahren entwickelt und verfeinert, die gezielt auf die extrazelluläre Matrix einwirken und die Stoffwechselprozesse regulieren.

Diese nach langer Forschung und Entwicklung an der Rehaklinik Klausenbach entwickelten physiotherapeutischen, nichtinvasiven und meist nebenwirkungsfreien Verfahren ersetzen in vielen Fällen langwierige Medikamententherapien (vor allem Schmerzmittel), aber auch Operationen.

Kerngebiet der Anwendung der Zellbiologischen Regulationstherapie sind muskuloskeletale Beschwerden und stoffwechselbedingte schmerzhafte Bewegungsgeinschränkungen aller Art. Der Ansatzpunkt ist in jedem Fall die Wiedereintaktung der Regulation des Zellstoffwechsels zu einem Zustand hin, der als Gesundheit definiert wird.

So erklärt die Zellbiologische Regulationsmedizin Schmerzen

Schmerzhafte Beschwerden treten normalerweise als sinnvolles Warnsignal des Körpers auf. Die Ursache sucht der Diagnostiker in einem der drei Bereichen Struktur (z. B. Knochenbruch, Sehnenriss, Gelenkverschleiß), Prozess (z. B. Prozessstörungen auf Zellebene mit Stauungen und Übersäuerung) oder Psyche (Psychische Belastung, die sich in körperlichen Beschwerden niederschlägt) zu suchen.

Die Wichtigsten Anwendungsgebiete für Zellbiologische Regulation Der Therapeutische Ansatz der zellbiologisch orientierten Therapie ist die MikrozirkulationSchema der MikrozirkulationSchema der Mikrozirkulation Schema der Mikrozirkulation im EZM zwischen arteriellem Zufluss und venösem und lymphatischem Abfluss. Viele chronische Rekrankungen gehen mit Störungen der Mikrozirkulation einher.

Die Zellbiologische Regulationsmedizin (ZBRM) sieht in einer Veränderung des chemischen Milieus im Zellzwischenraum (extrazelluläre Matrix) eine häufige Ursache von schmerzhaften Beschwerden.

Die Schmerzfühler unseres Körpers (Nozizeptoren) befinden sich in der Zellumgebung und werden sehr häufig chemisch gereizt. Dies geschieht in erster Linie durch eine lokale Übersäuerung, oft begleitet von Entzündungsfaktoren, die beide die Schmerzfühler erregen. Diese Nervenimpulse werden im Gehirn als Schmerz wahrgenommen und sie beeinträchtigen unser Wohlbefinden.

Studie zur klinischen Wirksamkeit der Zellbiologischen Regulationsmedizin

Eine ausführliche Studie mit 418 Patienten wurde im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt. Ziel der Studie war die Bewertung der Regulationsmedizin, die im Rahmen eines integrierten Versorgungsvertrages mit der Rehaklinik Klausenbach von der Krankenkasse DAK-Gesundheit erstattet wird.

Die Behandlung wurde von speziell ausgebildeten und zertifizierten ZRT-Physiotherapeuten nach genauer ärztlicher orthopädischer Indikationsstellung erbracht.

Die Patienten der Studie waren mit Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen und Sehnenbeschwerden in ärztlicher Behandlung. Die bei fast allen Patienten bisher durchgeführte Medikamententherapie, Operationen oder andere Formen der Physiotherapie waren nicht erfolgreich.

Die Patienten wurden über ein Jahr nach Behandlung mit zellbiologischer Regulationstherapie klinisch beobachtet. Bei der Mehrzahl der Patienten zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Schmerzen und Beweglichkeit.

Der Medikamenteneinnahme, insbesondere an Schmerzmitteln, konnte in den behandelten Gruppen deutlich gesenkt werden.

Arbeitsunfähigkeitszeiten konnten in der Behandlungsgruppe ebenfalls deutlich gesenkt werden.

Die überwiegende Mehrzahl der Patienten erlebte die Therapie als angenehm. Patienten schätzten ihr Befinden auch subjektiv als deutlich verbessert ein.

Hier können Sie die Studie als pdf herunterladen

Lokale Azidosen - Übersäuerungen - sind Schmerzauslöser

Lokale Übersäuerungen und Gewebsentzündungen entstehen meist durch Störungen der Mikrozirkulation. Darunter versteht man die Durchblutung der feinsten Blutgefäße – arterielle, lymphatische und venöse Kapillare – sowie die Zirkulation in der extrazellulären Matrix. (siehe Übersichtsartikel zur Zellbiologischen Regulationstherapie ).

Mikrozirkulation: Der lokale Stoffwechsel zwischen den Zellen ist entscheidend für die Gesundheit unserer Gewebe und Organe

Das Antriebsorgan der Mikrozirkulation ist eine intakte, lockere Muskulatur mit ihrer natürlichen Eigenschwingung. Jede deutlich verspannte oder über längere Zeit ruhig gestellte Muskulatur führt zu lokalen Störungen in der Mikrozirkulation. Dadurch kommt es örtlich zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie), zu einer Umstellung des Zuckerstoffwechsels auf eine Milchsäurevergärung (Laktat-Bildung), zu reaktiven entzündlichen Veränderungen und zu Kontraktionsrückständen. Diese Veränderungen rufen unterschiedlich starke Schmerzen hervor.

Orthopädische Diagnose: Chronischen Schmerzen resultieren nicht immer aus Störungen der Mikrozirkulation

Zunächst sollte bei schmerzhaften Symptomen immer eine strukturelle Ursache, wie z. B. ein Knochenbruch, ein Sehnenriss usw. ausgeschlossen werden. Ebenso muss eine entzündlich-rheumatische oder eine bakterielle, bzw. virale Entzündung diagnostiziert und entsprechend medikamentös behandelt werden. Nach Ausschluss solcher gravierenden Krankheitsursachen kann differentialdiagnostisch die zellbiologische Betrachtungsweise angewandt werden.

Verspannungen reduzieren den Stoffwechsel: Schädigung des Gewebsmilieus

Anhaltende schmerzhafte Beschwerden deuten häufig auf Störungen der physiologischen Prozesse, die ihren Ursprung in einer Veränderung der Muskulatur (z.B. Verspannungen) haben. Die im Alltag möglichen Ursachen der muskulären Verspannungen sind vielfältig. Sowohl Überlastungen, als auch leichte, monotone, langandauernde, aber repetitive Tätigkeiten mit starker Beteiligung der Feinmotorik (z. B. Computerarbeiten) und auch lange Ruhigstellungen führen zu schmerzhaften Prozessstörungen in den betroffenen Muskeln, Sehnen, Gelenkskapseln usw..

Zellbiologische Regulationstherapie: die Stoffwechselfunktion im Zwischenzellbereich wieder in Gang bringen

Die therapeutische Vorgehensweise aus zellbiologischer Sicht ist demnach die muskuläre Eigenschwingung wieder zu normalisieren, die Mikrozirkulation in Gang zu bringen und die lokalen Übersäuerungen über die venöse und lymphatische Kapillare abzuleiten und dadurch die Zellumgebung zu reinigen.

Dies wird bei der zellbiologischen Regulationstherapie durchgeführt. Ihr Therapieziel entspricht gewissermaßen einer Reinigung des Zellzwischenraumes (extrazelluläre Matrix) mit einem Anstoßen der körpereigenen Prozesse in den betroffenen Gebieten. Somit handelt es sich bei der ZRT um einen ursächlichen Therapieansatz, der die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Praktische Vorgehensweise bei der Zellbiologischen Regulationstherapie

Das Ziel dieser grundlegenden Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben. Bei diesem Verfahren wird mit einer sanften von außen applizierten Schwingung der Muskeleigenrhythmus wieder eingekoppelt, die Mikrozirkulation um die Zellen wird in Gang gebracht und die Stoffwechselvorgänge auf Zellebene werden normalisiert.

Vibrationstherapie bei 8-30 Hz unterstützt die Gewebsregeneration durch eingebrachtes "Muskelzittern"Matrix-therapie SchulterMatrix-therapie Schulter Durch Schwingungseintrag in die Muskulatur der Umgebung des Schmerzenden Gelenks wird das natürliche Muskelzittern nachgeahmt. Durch das natürliche Muskelzittern hält eine überforderte Muskulatur natürlicherweise Ihren Zellstoffwechsel aufrecht. © Dr. Bernhard Dickreiter

Bei den muskuloskelettalen Beschwerdebildern behandelt der Physiotherapeut zunächst die Muskulatur oberhalb der schmerzhaften Stellen mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch soll als erstes der venöse und lymphatische Abfluss aus dem schmerzhaften Gewebe wieder aktiviert werden. Anschließend werden die Muskeln in der unmittelbaren Umgebung in die Therapie mit einbezogen.

Die Behandlung muss als angenehm und ohne zusätzliche Schmerzen empfunden werden. Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen werden durchschnittlich etwa 6 Behandlungen benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Therapiesitzungen werden im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchgeführt.

Tiefenwärme beschleunigt Stoffwechselprozesse: Wassergefiltertes InfrarotMatrix-therapie durch TiefenwärmeMatrix-therapie durch Tiefenwärme Tiefenwärme fördert den Zellstoffwechsel von unterversorgten Geweben. Wassergefiltertes Infrarot hat sich in der Zellbiologischen Regulations Therapie als besonders wirksam gegen Gewebsverhärtung, Verspannungen und Störungen des Stoffwechsels erwiesen. © Dr. Bernhard Dickreiter

Eine Tiefenwärme mit wassergefiltertem Infrarot-A ergänzt die Therapie. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen der Zellbiologischen Regulationstherapie wie z.B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durchgeführt. Entsprechende Verhaltensregeln für den häuslichen Alltag wie Ernährung, Bewegung und Übungen werden erörtert.

Gewebe sind erst nach Sanierung des Zellmilieus wieder trainierbar

Die Philosophie dieser Behandlung ist, zunächst den unmittelbaren Bereich um die Zelle (die extrazelluläre Matrix) so zu sanieren, dass die Stoffwechsel-Funktionen (Mikrozirkulation) auf Zellebene wieder optimal funktionieren. Anschließend kann auf dem Boden eines gereinigten Zelle-Milieu-Systems mit entsprechenden Kraftübungen, Dehnübungen oder Koordinationsübungen die Gesamtmuskulatur gestärkt werden.

Literaturangaben zur Zellbiologischen RegulationstherapieIhre Anfrage senden

Zellbiologische Regulationstherapie: Chronische Schmerzen durch Zell-Regeneration heilen

Mo, 02/20/2012 - 09:42
Anwendungsgebiet der Zellbiologischen Regulationstherapie Hintergrund zur Zellbiologischen Regulationsmedizin

Das aktuelle Konzept der Zellbiologische Regulationsmedizin wurde von Dr. med. Bernhard Dickreiter und seinem Physiotherapeuten-Team sowie einem Netzwerk an niedergelassenen ZRT®Matrix-Therapeuten und Ärzten an der Rehaklinik Klausenbach entwickelt. Dr Dickreiter etabliert die ZRT®-Matrixtherapie an der orthopädischen Gelenk Klinik Gundelfingen.

Zellbiologische Regulationstherapie (auch: Matrixtherapie genannt) will die Lokale Stoffwechselsituation in den erkrankten Geweben wieder herstellen. Gesundheit im Sinne der Zellbiologischen Regulation ist ein durch eine funktionierende Mikrozirkulation intaktes Zellmilieu in den Geweben.

Die Kosten für den Zell-Therapeutischen Ansatz werden aktuell nur für Versicherte der DAK Gesundheit erstattet.

Voraussetzung: die Leistung muss von einem zertifizierten Therapeuten erbracht werden

Andere Kassen können auf Antrag die Therapie ebenfalls erstatten. Für Selbstzahler kostet die Therapie etwa 30 EUR pro Anwendung. Bis zu 6 Anwendungen im Abstand von etwa 3 Tagen sind erforderlich.

Viele Erkrankungen wie z.B. Tennisellenbogen, RSI-Syndrom, schmerzhafte Schulterveränderungen usw. werden mit dem innovativen Zellbiologischen Therapiekonzept (ZRT) ursächlich und effektiv behandelt.

Zellbiologische Regulationstherapie kurz und bündig

Die Zellen die Muskulatur, Skelett, Bindegewebe und Nervensystem aufbauen erhalten Ihre Nähstoffe, Sauerstoff und Signale aus der extrazellulären Matrix (EZM). Das ist der Raum zwischen den Zellen. Ist der Nährstoffzufluss, die Sauerstoffversorgung oder der Abtransport von Stoffwechselendprodukten im extrazellulären Raum gestört, entsteht ein krankhafter, oft schmerzhafter Zustand. Der ärztliche Diagnostiker auf der Basis der zellbiologischen Regulationsmedizin spricht hier von einer Störung der Mikrozirkulation in den Geweben. Unterversorgte Muskulatur verhärtet und wird schmerzhaft und unbeweglich. Dieser krankhafte Zustand kann vor allem durch Wiederherstellung eines gesunden Zellstoffwechsels überwunden werden.

Therapeutische Module der Zellbiologischen Regulationsmedizin
  • Matrixtherapie: Vibrationseintrag zw. 8-30 Hz in die Muskelgewebe
  • Tiefenwärme mit Wassergefiltertem Infrarot
  • Ganzkörper-Hyperthermie
  • Bewegungstherapie
  • Hyperbarer Sauerstoff
  • Ernährungsberatung, Mikro-Nährstoffe
  • Säure-Basenregulation durch Basenwickel und Baseninfusion, Ernährungsumstellung
  • Bewegungstherapie

Die Zellbiologische Regulationstherapie hat nun physiotherapeutische Verfahren, und physikalische Verfahren entwickelt und verfeinert, die gezielt auf die extrazelluläre Matrix einwirken und die Stoffwechselprozesse regulieren.

Diese nach langer Forschung und Entwicklung an der Rehaklinik Klausenbach entwickelten physiotherapeutischen, nichtinvasiven und meist nebenwirkungsfreien Verfahren ersetzen in vielen Fällen langwierige Medikamententherapien (vor allem Schmerzmittel), aber auch Operationen.

Kerngebiet der Anwendung der Zellbiologischen Regulationstherapie sind muskuloskeletale Beschwerden und stoffwechselbedingte schmerzhafte Bewegungsgeinschränkungen aller Art. Der Ansatzpunkt ist in jedem Fall die Wiedereintaktung der Regulation des Zellstoffwechsels zu einem Zustand hin, der als Gesundheit definiert wird.

So erklärt die Zellbiologische Regulationsmedizin Schmerzen

Schmerzhafte Beschwerden treten normalerweise als sinnvolles Warnsignal des Körpers auf. Die Ursache sucht der Diagnostiker in einem der drei Bereichen Struktur (z. B. Knochenbruch, Sehnenriss, Gelenkverschleiß), Prozess (z. B. Prozessstörungen auf Zellebene mit Stauungen und Übersäuerung) oder Psyche (Psychische Belastung, die sich in körperlichen Beschwerden niederschlägt) zu suchen.

Die Wichtigsten Anwendungsgebiete für Zellbiologische Regulation Der Therapeutische Ansatz der zellbiologisch orientierten Therapie ist die MikrozirkulationSchema der MikrozirkulationSchema der Mikrozirkulation Schema der Mikrozirkulation im EZM zwischen arteriellem Zufluss und venösem und lymphatischem Abfluss. Viele chronische Rekrankungen gehen mit Störungen der Mikrozirkulation einher.

Die Zellbiologische Regulationsmedizin (ZBRM) sieht in einer Veränderung des chemischen Milieus im Zellzwischenraum (extrazelluläre Matrix) eine häufige Ursache von schmerzhaften Beschwerden.

Die Schmerzfühler unseres Körpers (Nozizeptoren) befinden sich in der Zellumgebung und werden sehr häufig chemisch gereizt. Dies geschieht in erster Linie durch eine lokale Übersäuerung, oft begleitet von Entzündungsfaktoren, die beide die Schmerzfühler erregen. Diese Nervenimpulse werden im Gehirn als Schmerz wahrgenommen und sie beeinträchtigen unser Wohlbefinden.

Studie zur klinischen Wirksamkeit der Zellbiologischen Regulationsmedizin

Eine ausführliche Studie mit 418 Patienten wurde im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt. Ziel der Studie war die Bewertung der Regulationsmedizin, die im Rahmen eines integrierten Versorgungsvertrages mit der Rehaklinik Klausenbach von der Krankenkasse DAK-Gesundheit erstattet wird.

Die Behandlung wurde von speziell ausgebildeten und zertifizierten ZRT-Physiotherapeuten nach genauer ärztlicher orthopädischer Indikationsstellung erbracht.

Die Patienten der Studie waren mit Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen und Sehnenbeschwerden in ärztlicher Behandlung. Die bei fast allen Patienten bisher durchgeführte Medikamententherapie, Operationen oder andere Formen der Physiotherapie waren nicht erfolgreich.

Die Patienten wurden über ein Jahr nach Behandlung mit zellbiologischer Regulationstherapie klinisch beobachtet. Bei der Mehrzahl der Patienten zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Schmerzen und Beweglichkeit.

Der Medikamenteneinnahme, insbesondere an Schmerzmitteln, konnte in den behandelten Gruppen deutlich gesenkt werden.

Arbeitsunfähigkeitszeiten konnten in der Behandlungsgruppe ebenfalls deutlich gesenkt werden.

Die überwiegende Mehrzahl der Patienten erlebte die Therapie als angenehm. Patienten schätzten ihr Befinden auch subjektiv als deutlich verbessert ein.

Hier können Sie die Studie als pdf herunterladen

Lokale Azidosen - Übersäuerungen - sind Schmerzauslöser

Lokale Übersäuerungen und Gewebsentzündungen entstehen meist durch Störungen der Mikrozirkulation. Darunter versteht man die Durchblutung der feinsten Blutgefäße – arterielle, lymphatische und venöse Kapillare – sowie die Zirkulation in der extrazellulären Matrix. (siehe Übersichtsartikel zur Zellbiologischen Regulationstherapie ).

Mikrozirkulation: Der lokale Stoffwechsel zwischen den Zellen ist entscheidend für die Gesundheit unserer Gewebe und Organe

Das Antriebsorgan der Mikrozirkulation ist eine intakte, lockere Muskulatur mit ihrer natürlichen Eigenschwingung. Jede deutlich verspannte oder über längere Zeit ruhig gestellte Muskulatur führt zu lokalen Störungen in der Mikrozirkulation. Dadurch kommt es örtlich zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie), zu einer Umstellung des Zuckerstoffwechsels auf eine Milchsäurevergärung (Laktat-Bildung), zu reaktiven entzündlichen Veränderungen und zu Kontraktionsrückständen. Diese Veränderungen rufen unterschiedlich starke Schmerzen hervor.

Orthopädische Diagnose: Chronischen Schmerzen resultieren nicht immer aus Störungen der Mikrozirkulation

Zunächst sollte bei schmerzhaften Symptomen immer eine strukturelle Ursache, wie z. B. ein Knochenbruch, ein Sehnenriss usw. ausgeschlossen werden. Ebenso muss eine entzündlich-rheumatische oder eine bakterielle, bzw. virale Entzündung diagnostiziert und entsprechend medikamentös behandelt werden. Nach Ausschluss solcher gravierenden Krankheitsursachen kann differentialdiagnostisch die zellbiologische Betrachtungsweise angewandt werden.

Verspannungen reduzieren den Stoffwechsel: Schädigung des Gewebsmilieus

Anhaltende schmerzhafte Beschwerden deuten häufig auf Störungen der physiologischen Prozesse, die ihren Ursprung in einer Veränderung der Muskulatur (z.B. Verspannungen) haben. Die im Alltag möglichen Ursachen der muskulären Verspannungen sind vielfältig. Sowohl Überlastungen, als auch leichte, monotone, langandauernde, aber repetitive Tätigkeiten mit starker Beteiligung der Feinmotorik (z. B. Computerarbeiten) und auch lange Ruhigstellungen führen zu schmerzhaften Prozessstörungen in den betroffenen Muskeln, Sehnen, Gelenkskapseln usw..

Zellbiologische Regulationstherapie: die Stoffwechselfunktion im Zwischenzellbereich wieder in Gang bringen

Die therapeutische Vorgehensweise aus zellbiologischer Sicht ist demnach die muskuläre Eigenschwingung wieder zu normalisieren, die Mikrozirkulation in Gang zu bringen und die lokalen Übersäuerungen über die venöse und lymphatische Kapillare abzuleiten und dadurch die Zellumgebung zu reinigen.

Dies wird bei der zellbiologischen Regulationstherapie durchgeführt. Ihr Therapieziel entspricht gewissermaßen einer Reinigung des Zellzwischenraumes (extrazelluläre Matrix) mit einem Anstoßen der körpereigenen Prozesse in den betroffenen Gebieten. Somit handelt es sich bei der ZRT um einen ursächlichen Therapieansatz, der die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Praktische Vorgehensweise bei der Zellbiologischen Regulationstherapie

Das Ziel dieser grundlegenden Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben. Bei diesem Verfahren wird mit einer sanften von außen applizierten Schwingung der Muskeleigenrhythmus wieder eingekoppelt, die Mikrozirkulation um die Zellen wird in Gang gebracht und die Stoffwechselvorgänge auf Zellebene werden normalisiert.

Vibrationstherapie bei 8-30 Hz unterstützt die Gewebsregeneration durch eingebrachtes "Muskelzittern"Matrix-therapie SchulterMatrix-therapie Schulter Durch Schwingungseintrag in die Muskulatur der Umgebung des Schmerzenden Gelenks wird das natürliche Muskelzittern nachgeahmt. Durch das natürliche Muskelzittern hält eine überforderte Muskulatur natürlicherweise Ihren Zellstoffwechsel aufrecht. © Dr. Bernhard Dickreiter

Bei den muskuloskelettalen Beschwerdebildern behandelt der Physiotherapeut zunächst die Muskulatur oberhalb der schmerzhaften Stellen mit einem Schwingungsapplikator. Dadurch soll als erstes der venöse und lymphatische Abfluss aus dem schmerzhaften Gewebe wieder aktiviert werden. Anschließend werden die Muskeln in der unmittelbaren Umgebung in die Therapie mit einbezogen.

Die Behandlung muss als angenehm und ohne zusätzliche Schmerzen empfunden werden. Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten. Nach bisherigen Erfahrungen werden durchschnittlich etwa 6 Behandlungen benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Therapiesitzungen werden im Abstand von 2 bis 3 Tagen durchgeführt.

Tiefenwärme beschleunigt Stoffwechselprozesse: Wassergefiltertes InfrarotMatrix-therapie durch TiefenwärmeMatrix-therapie durch Tiefenwärme Tiefenwärme fördert den Zellstoffwechsel von unterversorgten Geweben. Wassergefiltertes Infrarot hat sich in der Zellbiologischen Regulations Therapie als besonders wirksam gegen Gewebsverhärtung, Verspannungen und Störungen des Stoffwechsels erwiesen. © Dr. Bernhard Dickreiter

Eine Tiefenwärme mit wassergefiltertem Infrarot-A ergänzt die Therapie. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen der Zellbiologischen Regulationstherapie wie z.B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durchgeführt. Entsprechende Verhaltensregeln für den häuslichen Alltag wie Ernährung, Bewegung und Übungen werden erörtert.

Gewebe sind erst nach Sanierung des Zellmilieus wieder trainierbar

Die Philosophie dieser Behandlung ist, zunächst den unmittelbaren Bereich um die Zelle (die extrazelluläre Matrix) so zu sanieren, dass die Stoffwechsel-Funktionen (Mikrozirkulation) auf Zellebene wieder optimal funktionieren. Anschließend kann auf dem Boden eines gereinigten Zelle-Milieu-Systems mit entsprechenden Kraftübungen, Dehnübungen oder Koordinationsübungen die Gesamtmuskulatur gestärkt werden.

Literaturangaben zur Zellbiologischen RegulationstherapieIhre Anfrage senden Eigene Bewertung:  Bewertung auswählenMit 1/5 bewertenMit 2/5 bewertenMit 3/5 bewertenMit 4/5 bewertenMit 5/5 bewerten Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (67 Stimmen)

Zellbiologische Regulationstherapie: Chronische Schmerzen durch Zell-Regeneration heilen

Mo, 02/20/2012 - 09:42
Dr Bernhard DickreiterDr. Bernhard Dickreiter

Die Zellbiologische Regulationsmedizin in der ihrer aktuellen Methodik wurde von Dr Bernhard Dickreiter.

Der therapeutische Ansatz: Chronische Schmerzen sind stets Mangel- und Unterversorgung in den schmerzenden Geweben. Durch physiotherapeutische Optimierung des Stoffwechsels mittels der Matrix-Therapie können diese Schmerzen ohne Medikamente oder Operationen dauerhaft beseitigt werden.

Vor allem chronische Schmerzen und Beschwerden im Muskel- und Skelettbereich werden mit der Zellbiologischen Regulationstherapie (ZRT) erfolgreich behandelt.

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Mi, 09/28/2011 - 12:24

Auf der Suche nach den Ursachen von Rückenschmerzen wird der Orthopäde häufig bei den Bandscheiben fündig. Bandscheiben sind Knorpelpuffer zwischen den Wirbelkörpern. Sie werden im Laufe des Lebens immer schmaler. Bandscheiben müssen auch im Alltag erhebliche Drücke bewältigen. Wann ist die Funktion der Bandscheiben gefährdet?

Bewegungsmangel als wichtigste Ursache der Degeneration von BandscheibenDurch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark.Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark. Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark (hier gelb). Aus jedem Wirbelsegment zweigen die Nervenwurzeln ab, die als Verteiler des Zentralnervensystems Organe und Muskeln steuern. Druck auf Rückenmark oder eine Nervenwurzel beeinträchtigt die Nervenfunktion - Schmerzen, Lähmung und Taubheit sind die Folge. © istockphoto

Bandscheiben verändern sich jeden Tag: bei jeder Bewegung wird Flüssigkeit aus dem wasserhaltigen Knorpelgewebe der Bandscheibengewebe herausgepresst. Bei Entlastung der Wirbelsäule wird dann wieder Flüssigkeit aufgesaugt. So verliert der Mensch im Laufe des Tages mehrere Zentimeter an Körperlänge. Im Verlaufe der Nacht nimmt das Knorpelgewebe der Bandscheibe wieder Flüssigkeit auf: Dgrie Wirbelsäule streckt sich. Morgens ist der Mensch also am "größten".

Weil Bandscheiben bei gesunden Erwachsenen nicht durchblutet werden, also bradytrophe (geringfügig ernährte) Gewebe sind, ist dieses aktivitätsabhängige Durchwalken der Bandscheiben ein wesentlicher Teil des Stoffwechsels, der die Bandscheibe gesund, belastbar und elastisch erhält.

Bewegungsmangel und ständiges, zwanghaftes Sitzen in einer Position, wie bei den meisten Büroarbeitsplätzen, unterstützt diesen für Bandscheiben wesentlichen passiven Stoffwechsel nicht.

Die nicht mehr ernährte Bandscheibe verkümmert und verliert ihre wichtigen Eigenschaften: Elastizität, Volumen und Zähigkeit der Aussenhülle.

Welche krankhaften Veränderungen sieht der Orthopäde an den Bandscheiben?Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz.Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. oben rechts: Aufsicht auf Bandscheibe; unten links: Seitenansicht auf Wirbelsäule. Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. © istockphoto Symptome der Bandscheibenschäden
  • "Hexenschuss" oder Lumboischialgie
  • Plötzlich einschiessende Schmerzen beim Niesen oder Husten
  • Schmerzen nehmen beim Vorwärtsbeugen zu
  • Rückenschmerzen
  • Kreuzschmerzen
  • Femoralgie (Oberschenkelschmerzen)
  • Hüftschmerzen
  • Beinschmerzen
  • "Ameisenlaufen" und Kribbeln im Bein
  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe

Verlieren die Bandscheiben im Laufe des Lebens an Höhe, erschlaffen auch die Bänder, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie verlieren an Spannung. Damit steigt auch die Belastung für die Bandscheiben weiter an. Die Stabilität der Wirbelsäule nimmt ab. Die Wirbel werden gegeneinander beweglicher.

Dieser zunehmende instabile Beweglichkeit der Wirbelkörper bewirkt als Reaktion eine knöcherne Verstärkung der Wirbelkörper an den Grenzflächen: es wird Knochensubstanz eingelagert. Diese Knochenzuwächse werden im allgemeinen Osteophyten genannt. Im Bereich der Wirbelsäule aber nennt man sie Spondylophyten.

Das Fortschreiten dieser Veränderung durch Verknöcherung wird als Osteochondrose bezeichnet. Die Osteochondrose wirkt der zunehmenden Destabilisierung der Wirbelsäule entgegen, hat aber einen Preis: der Raum für Bandscheiben und für die Nervenleitung im Rückenmarkskanal und den Austrittsstellen der Nervewurzeln wird immer schmaler.

Eine schmerzhafte Spinalstenose und Foraminalstenose kann sich entwickeln. Der Druck der knöchernen Bestandteile auf die Nerven steigt. Die Nervenfasern können unter diesem Druck in Ihrer Funktion behindert werden.

Stadien: Bandscheibenverformung bis hin zum BandscheibenvorfallBandscheibendegeneration:
  • Black Disc Phänomen
  • Soft-Disc Syndrom
  • Osteochondrose

Die erste Veränderung der Bandscheibe ist eine zunehmende Neigung zu Verformung der Bandscheibe: die Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenprotrusion. Bereits in diesem Stadium wird die bindegewebige Hülle der Bandscheibe nachgiebig. Der harte Faserring der Bandscheibe ist im Stadium der Bandscheibenprotrusion jedoch noch intakt. Die Vorwölbung kann noch keine schädliche Kompression auf die Nervenwurzeln oder den Rückenmarkskanal ausüben.

Damit ist die Bandscheibenprotrusion in Beispiel für eine stets konservativ zu behandelnde Erkrankung der Wirbelsäule.

Wird die Hülle der Bandscheibe zu schwach und steigt der Druck zu stark an, kann Sie kann reissen. Das weiche Innere der Bandscheibe wird dadurch nach aussen gedrückt: man spricht hier bereits von einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps oder Discus Prolaps)

Zu Bandscheibenregeneration weiterlesen:
Behandlung der Degeneration der Bandscheibe durch Autologe Bandscheibenzelltransplantation

Der Bandscheibenvorfall bedarf einer viel aufwändigeren und genaueren Abklärung als die Bandscheibenvorwölbung. Der Bandscheibenvorfall kann durch mechanischen Druck auf vorbeziehende Nerven und Nervenwurzeln auf das Nervensystem einwirken. Aber auch das Material des Bandscheibeninneren (Nucleus) kann Stoffe freisetzen, die sich bereits ohne mechanische Beeinträchtigung und Druck schädlich auf die Nervenfunktion auswirken.

Konservative Behandlung des Bandscheibenvorfalls und der Bandscheibendegeneration

In diesen Fällen kann mittelfristig über konservative Therapien ein ebenso gutes oder besseres Ergebnis erzielt werden, als durch Operationen, und das bei geringerem Risiko für den Patienten. Voraussetzung: die Folgen der Nervenkompression sind nach Ausmass und Art der neurologischen Symptome nicht so gravierend und sind im Alltag beherrschbar.

Operative Behandlung des schweren BandscheibenvorfallsMinimalinvasivste Bandscheiben-OP: Disc-FX
In unserer Klinik wird zur Operation des schweren Bandscheibenvorfalls die minimalst-invasive Operation mittels Disc FX durchgeführt. Das ist eine moderne mikro-endoskopische Bandscheibenoperation mit einem nur 2mm grossen Zugang zum Operationsgebiet der deformierten Bandscheibe. Voraussetzung: der Faserring der Bandscheibe muss dafür noch einigermassen intakt sein und darf lediglich einen Riss aufweisen.

Der starke, "herausgefallene" Bandscheibenvorfall mit grossen Mengen ausgetretenen Materials (sog. freie Sequester), deutlichen neurologischen Ausfällen, Kraftminderung und Beeinträchtigung der Muskelfunktion bis hin zu Lähmungen und Reflexausfällen ist riskant. Die Langzeitfolgen können durch eine dauerhafte Lähmung der betroffenen Nerven erheblich sein. In diesem Fällen ist eine zeitnahe Operation zur Beseitigung der Nervenkompresion empfehlenswert.

Das Nervenausfallsrisiko übersteigt das Operationsrisiko bei Weitem. Die Operation sollte bald erfolgen um die Gefahr der dauerhaften Nervenschädigung möglichst auszuschließen.

Im weiteren Verlauf kann die Bandscheibe bei einem grossen Bandscheibenriss und grossem Bandscheibenvorfall fast vollständig an Volumen verlieren. Der Zwischenwirbelraum engt sich immer weiter ein, bis die Bandscheibe vollständig funktionslos wird. Der Orthopdäde sieht hier eine Bandscheibendegeneration. Je nach Art und Lokalisation des Bandscheibenvorfalls kann eine minimalinvasive Nukloesequestomie (Entfernung des herausgetretenen Bandscheibenvorfalls) erfolgen.

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Veränderungen der Bandscheiben als Ursache von Rückenschmerzen

Mi, 09/28/2011 - 12:24

Auf der Suche nach den Ursachen von Rückenschmerzen wird der Orthopäde häufig bei den Bandscheiben fündig. Bandscheiben sind Knorpelpuffer zwischen den Wirbelkörpern. Sie werden im Laufe des Lebens immer schmaler. Bandscheiben müssen auch im Alltag erhebliche Drücke bewältigen. Wann ist die Funktion der Bandscheiben gefährdet?

Bewegungsmangel als wichtigste Ursache der Degeneration von BandscheibenDurch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark.Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark. Durch die Wirbelkörper geschützt verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark (hier gelb). Aus jedem Wirbelsegment zweigen die Nervenwurzeln ab, die als Verteiler des Zentralnervensystems Organe und Muskeln steuern. Druck auf Rückenmark oder eine Nervenwurzel beeinträchtigt die Nervenfunktion - Schmerzen, Lähmung und Taubheit sind die Folge. © istockphoto

Bandscheiben verändern sich jeden Tag: bei jeder Bewegung wird Flüssigkeit aus dem wasserhaltigen Knorpelgewebe der Bandscheibengewebe herausgepresst. Bei Entlastung der Wirbelsäule wird dann wieder Flüssigkeit aufgesaugt. So verliert der Mensch im Laufe des Tages mehrere Zentimeter an Körperlänge. Im Verlaufe der Nacht nimmt das Knorpelgewebe der Bandscheibe wieder Flüssigkeit auf: die Wirbelsäule streckt sich. Morgens ist der Mensch also am "grössten".

Weil Bandscheiben bei gesunden Erwachsenen nicht durchblutet werden, also bradytrophe (geringfügig ernährte) Gewebe sind, ist dieses aktivitätsabhängige Durchwalken der Bandscheiben ein wesentlicher Teil des Stoffwechsels, der die Bandscheibe gesund, belastbar und elastisch erhält.

Bewegungsmangel und ständiges, zwanghaftes Sitzen in einer Position, wie bei den meisten Büroarbeitsplätzen, unterstützt diesen für Bandscheiben wesentlichen passiven Stoffwechsel nicht.

Die nicht mehr ernährte Bandscheibe verkümmert und verliert ihre wichtigen Eigenschaften: Elastizität, Volumen und Zähigkeit der Aussenhülle.

Welche krankhaften Veränderungen sieht der Orthopäde an den Bandscheiben?Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz.Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. oben rechts: Aufsicht auf Bandscheibe; unten links: Seitenansicht auf Wirbelsäule. Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz. © istockphoto Symptome der Bandscheibenschäden
  • "Hexenschuss" oder Lumboischialgie
  • Plötzlich einschiessende Schmerzen beim Niesen oder Husten
  • Schmerzen nehmen beim Vorwärtsbeugen zu
  • Rückenschmerzen
  • Kreuzschmerzen
  • Femoralgie (Oberschenkelschmerzen)
  • Hüftschmerzen
  • Beinschmerzen
  • "Ameisenlaufen" und Kribbeln im Bein
  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe

Verlieren die Bandscheiben im Laufe des Lebens an Höhe, erschlaffen auch die Bänder, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie verlieren an Spannung. Damit steigt auch die Belastung für die Bandscheiben weiter an. Die Stabilität der Wirbelsäule nimmt ab. Die Wirbel werden gegeneinander beweglicher.

Dieser zunehmende instabile Beweglichkeit der Wirbelkörper bewirkt als Reaktion eine knöcherne Verstärkung der Wirbelkörper an den Grenzflächen: es wird Knochensubstanz eingelagert. Diese Knochenzuwächse werden im allgemeinen Osteophyten genannt. Im Bereich der Wirbelsäule aber nennt man sie Spondylophyten.

Das Fortschreiten dieser Veränderung durch Verknöcherung wird als Osteochondrose bezeichnet. Die Osteochondrose wirkt der zunehmenden Destabilisierung der Wirbelsäule entgegen, hat aber einen Preis: der Raum für Bandscheiben und für die Nervenleitung im Rückenmarkskanal und den Austrittsstellen der Nervewurzeln wird immer schmaler.

Eine schmerzhafte Spinalstenose und Foraminalstenose kann sich entwickeln. Der Druck der knöchernen Bestandteile auf die Nerven steigt. Die Nervenfasern können unter diesem Druck in Ihrer Funktion behindert werden.

Stadien: Bandscheibenverformung bis hin zum BandscheibenvorfallBandscheibendegeneration:
  • Black Disc Phänomen
  • Soft-Disc Syndrom
  • Osteochondrose

Die erste Veränderung der Bandscheibe ist eine zunehmende Neigung zu Verformung der Bandscheibe: die Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenprotrusion. Bereits in diesem Stadium wird die bindegewebige Hülle der Bandscheibe nachgiebig. Der harte Faserring der Bandscheibe ist im Stadium der Bandscheibenprotrusion jedoch noch intakt. Die Vorwölbung kann noch keine schädliche Kompression auf die Nervenwurzeln oder den Rückenmarkskanal ausüben.

Damit ist die Bandscheibenprotrusion in Beispiel für eine stets konservativ zu behandelnde Erkrankung der Wirbelsäule.

Wird die Hülle der Bandscheibe zu schwach und steigt der Druck zu stark an, kann Sie kann reissen. Das weiche Innere der Bandscheibe wird dadurch nach aussen gedrückt: man spricht hier bereits von einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps oder Discus Prolaps)

Zu Bandscheibenregeneration weiterlesen:
Behandlung der Degeneration der Bandscheibe durch Autologe Bandscheibenzelltransplantation

Der Bandscheibenvorfall bedarf einer viel aufwändigeren und genaueren Abklärung als die Bandscheibenvorwölbung. Der Bandscheibenvorfall kann durch mechanischen Druck auf vorbeziehende Nerven und Nervenwurzeln auf das Nervensystem einwirken. Aber auch das Material des Bandscheibeninneren (Nucleus) kann Stoffe freisetzen, die sich bereits ohne mechanische Beeinträchtigung und Druck schädlich auf die Nervenfunktion auswirken.

Konservative Behandlung des Bandscheibenvorfalls und der Bandscheibendegeneration

In diesen Fällen kann mittelfristig über konservative Therapien ein ebenso gutes oder besseres Ergebnis erzielt werden, als durch Operationen, und das bei geringerem Risiko für den Patienten. Voraussetzung: die Folgen der Nervenkompression sind nach Ausmass und Art der neurologischen Symptome nicht so gravierend und sind im Alltag beherrschbar.

Operative Behandlung des schweren BandscheibenvorfallsMinimalinvasivste Bandscheiben-OP: Disc-FX
In unserer Klinik wird zur Operation des schweren Bandscheibenvorfalls die minimalst-invasive Operation mittels Disc FX durchgeführt. Das ist eine moderne mikro-endoskopische Bandscheibenoperation mit einem nur 2mm grossen Zugang zum Operationsgebiet der deformierten Bandscheibe. Voraussetzung: der Faserring der Bandscheibe muss dafür noch einigermassen intakt sein und darf lediglich einen Riss aufweisen.

Der starke, "herausgefallene" Bandscheibenvorfall mit grossen Mengen ausgetretenen Materials (sog. freie Sequester), deutlichen neurologischen Ausfällen, Kraftminderung und Beeinträchtigung der Muskelfunktion bis hin zu Lähmungen und Reflexausfällen ist riskant. Die Langzeitfolgen können durch eine dauerhafte Lähmung der betroffenen Nerven erheblich sein. In diesem Fällen ist eine zeitnahe Operation zur Beseitigung der Nervenkompresion empfehlenswert.

Das Nervenausfallsrisiko übersteigt das Operationsrisiko bei Weitem. Die Operation sollte bald erfolgen um die Gefahr der dauerhaften Nervenschädigung möglichst auszuschließen.

Im weiteren Verlauf kann die Bandscheibe bei einem grossen Bandscheibenriss und grossem Bandscheibenvorfall fast vollständig an Volumen verlieren. Der Zwischenwirbelraum engt sich immer weiter ein, bis die Bandscheibe vollständig funktionslos wird. Der Orthopdäde sieht hier eine Bandscheibendegeneration. Je nach Art und Lokalisation des Bandscheibenvorfalls kann eine minimalinvasive Nukloesequestomie (Entfernung des herausgetretenen Bandscheibenvorfalls) erfolgen.

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Veränderungen der Bandscheiben als Ursache von Rückenschmerzen

Mi, 09/28/2011 - 12:24
Das Rückenmark im Rückenmarkskanal kann durch Verformungen der Bandscheibe  beim Bandscheibenvorfall (Discus Prolaps) unter Druck geraten. Der abgedrückte Nerv verliert seine Funktion teilweise oder ganz.Bandscheibenvorfall. © istockphoto Auf der Suche nach den Ursachen von Rückenschmerzen wird der Orthopäde häufig bei den Bandscheiben fündig. Bandscheiben sind Knorpelpuffer zwischen den Wirbelkörpern. Sie werden im Laufe des Lebens immer schmaler. Bandscheiben müssen auch im Alltag erhebliche Drücke bewältigen. Wann ist Ihre Funktion gefährdet?

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Hallux Valgus: Entstehung, Vorbeugung und Operation

So, 05/29/2011 - 15:03
Was ist ein Hallux valgus bzw. Ballenzeh? Begriffe und Synonyme

Hallux valgus, Hallux-Fuß, Hallux Rigidus, Schiefzehe, Krallenzehe, Hammerzehe, engl: bunion deformity, Fußarthrose, Zehenarthrose, Ballenfuß, Frostballen, Ballenzeh, Hallux abductovalgus, Metatarsus primus varus, Exostose, Pseudoexostose

Zehenfehlstellungen - schiefe Zehen (Hallux Valgus), Krallenzehen und Hammerzehen stellen die häufigsten Fußprobleme dar.
Die Hallux Valgus Fehlstellung ist eine schmerzhafte Schwellung an der Innenseite des Fußes in der Höhe des Großzehengrundgelenks. Verantwortlich für diese Schwellung ist ein Abknicken (lat: valgus) des Großzehen (lat: hallux) im Großzehen- grundgelenk. Wörtlich bedeutet Hallux valgus daher schiefe Zehe".

Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes.Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes. Abb. 1: Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes. Die Sehne des Großzehens läuft bei Hallux valgus nicht mehr parallel zur Großzehe, sondern zieht das Gelenk nach außen. So entsteht das typische Bild des Ballenzehens. © Dr. Thomas Schneider Häufigkeit

Es ist eine der häufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes: Die Wahrscheinlichkeit, einen Hallux valgus zu entwickeln liegt bei Frauen neunmal höher als bei Männern.

In höherem Lebensalter steigt die Hallux valgus Häufigkeit noch an:

Über 20% aller erwachsenen Frauen sind von Hallux valgus betroffen.

Bei über 65-Jährigen sind bis zu 37% von Hallux valgus betroffen.

86% aller Patienten mit Hallux valgus hatten in Ihrer Familie ebenfalls Betroffene.

84% aller Patienten hatten den Hallux valgus beidseitig.

(Literaturangabe)

Wie macht sich ein Hallux valgus bemerkbar?

Ein fortgeschrittener Hallux valgus führt beim Gehen zu schmerzhaften Entzündungen des Zehenballens. Der hervortretende Zehenballen reibt beim Gehen am Schuh. Die Weichteile um das Gelenk herum entzünden sich schmerzhaft. Durch eine anschwellende Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Großzehengrundgelenk kann sich die Reibung am Schuh weiter verstärken und den Druck erhöhen - ein Teufelskreis. Zusätzlich kann eine aus der Fehlstellung resultierende Arthrose des beim Gehen stark belasteten Großzehengrundgelenks zu weiteren Schmerzen führen.

Grade des Hallux valgus gemessen am Stellungswinkel der Großzehe zum Großzehengrundgelenk
  • Milder hallux valgus: <20°
  • Mittlerer Hallux valgus: 20°-40°
  • Schwerer Hallux valgus: >40°
Hallux valgus FehlstellungHallux valgus Fehlstellung Abb. 2: Für den Hallux valgus typisch ist der Knick des Großzehens im Großzehengrundgelenk. Am Ballenzeh kann durch den Druck der Schuhe leicht eine schmerzhafte und die Schwellung verstärkende Entzündung der Schleimbeutel auftreten. In dieser Abbildung ist eine leichte Hallux valgus Fehlstellung zu sehen. © Dr. med. Thomas Schneider Folgen des Hallux valgus im Alltag

Für die betroffenen Patienten ist die Hallux valgus Fehlstellung des großen Zehen mit all seinen Folgen - schmerzhafter Schwellung und Arthrose des Großzehengrundgelenks - im Alltag sehr schmerzhaft. Hallux valgus in fortgeschrittenem Stadium wird für die betroffen Patienten daher zu einer großen Belastung. Durch den Druck der Schuhe gibt es oft schmerzhafte, chronische Entzündungen der Füße.

Das Gangbild wird charakteristisch verändert. Auch die anderen Zehen leiden: Durch den Schiefstand der Großzehe werden die kleinen Zehen zusammen gedrückt. Die Zehenstrahlen können sich nicht mehr leicht zentrifugal ausbreiten. Der Fußspezialist beobachtet in diesem Fall oft zusätzlich Hammerzehen und Krallenzehen als Fehlstellungen des Vorderfußes die von der Hallux valgus Fehlstellung abgeleitet sind.

Die Hallux valgus Fehlstellung führt oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen am Vorfuß.Die Hallux valgus Fehlstellung führt oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen am Vorfuß. Abb. 3: Die Hallux valgus Fehlstellung führt durch mangelnde Funktion der Großzehe (Insuffizienz) beim Gehen oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen. Diese Abbildung zeigt den Vorfuß im Querschnitt, die knöchernen Anteile sind blau. Oben: Die Situation beim gesunden Zeh. Die beiden kleinen Sesambeine liegen normalerweise symmetrisch unter dem Großzehenstrahl. Unten: Die Situation bei Hallux valgus Fehlstellung. Die Sesambeinschlinge, die für die Führung der Zehenbeugersehne verantwortlich ist, liegt seitlich neben dem Großzehenstrahl. Die den Großzehen umgebenden Weichteile (gelb) sind ebenfalls verschoben. © Dr. Thomas Schneider Folgen der Hallux valgus Fehlstellung für das Gangbild

Der Hallux valgus ist nicht nur ein kosmetisches Problem des Fußes. Er greift vielmehr auch tiefgreifend in das Gangbild und das Abrollverhalten des Fußes ein.

  1. Patienten mit Hallux valgus haben daher eine schlechtere Balance beim Gehen.
  2. Das Gangbild ist nicht nur unvorteilhaft geändert: Neben Überlastung der Kleinzehen durch Insuffizienz des Großzehengelenks kann Hallux valgus zu einer erheblichen Gangunsicherheit beitragen.
  3. Die Ballenzehe ist ein Risikofaktor: Stürze bei älteren Menschen mit Hallux valgus sind häufiger (Literaturangabe).
  4. Die Schrittlänge vermindert sich.
Sesambeine und Hallux valgus

Die Sesambeine sind frei an Sehnen aufgehängte paarige Knochen rechts und links des Großzehens (siehe obere Bildhälfte in Abb. 3). Sie sorgen für eine regelrechte Kraftwirkung der Großzehenbeugesehne. Ein Hallux valgus führt dazu, dass diese Sesambeinchen nicht mehr zentriert sind. Die Kraft der Großzehenbeugersehne wird also nicht mehr richtig geführt, die Großzehe knickt dann im Grundgelenk ein. Die Großzehe erfüllt ihre Funktion beim Gehen nicht mehr (Insuffizienz).

Unterschiedliche Formen des Hallux valgus führen zu unterschiedlichen Behandlungen

Nicht jeder Hallux valgus ist gleich. Verschiedene Ursachen für die Bildung Hallux valgus führen zu verschiedenen Formen.

Fehlstellung im Großzehengrundgelenk

Die häufigste Form des Hallux valgus ist mit einer Fehlstellung im Großzehengrundgelenk vergesellschaftet. Diese sog. Subluxation im Grundgelenk geht mit einer Verschiebung der Weichteile über dem Gelenk einher. Bei einer Korrektur des Hallux valgus verdient diese Weichteilverschiebung und die Verschiebung der beiden kleinen Sesambeine eine besondere Beachtung.

Die häufigste Form des Hallux valgus resultiert aus der Fehlstellung des Großzehens im Großzehengrundgelenk (Metatarsalgelenk). Diese sog. Subluxation des Zehens im Grundgelenk führt zu einer Verschiebung der Weichteile über dem Metatarsalgelenk.

Diese Insuffizienz des Großzehengrundgelenks führt zudem zu einer erhöhten Belastung des benachbarten Zehens.

Knöcherne Fehlstellung des Großzehens ohne Weichteibeteiligung

Der eher seltene Hallux valgus interphalangeus (reine knöcherne Fehlstellung der Großzehenknochen ohne Verschiebung im Großzehengrundgelenk) ist eine seltene Form. Die Unterscheidung der beiden Hallux valgus Typen ist aber wichtig für die Therapieentscheidung.

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Hallux Valgus: Entstehung, Vorbeugung und Operation

So, 05/29/2011 - 15:03
Was ist ein Hallux valgus bzw. Ballenzeh? Begriffe und Synonyme

Hallux valgus, Hallux-Fuß, Hallux Rigidus, Schiefzehe, Krallenzehe, Hammerzehe, engl: bunion deformity, Fußarthrose, Zehenarthrose, Ballenfuß, Frostballen, Ballenzeh, Hallux abductovalgus, Metatarsus primus varus, Exostose, Pseudoexostose

Zehenfehlstellungen - schiefe Zehen (Hallux Valgus), Krallenzehen und Hammerzehen stellen die häufigsten Fußprobleme dar.
Die Hallux Valgus Fehlstellung ist eine schmerzhafte Schwellung an der Innenseite des Fußes in der Höhe des Großzehengrundgelenks. Verantwortlich für diese Schwellung ist ein Abknicken (lat: valgus) des Großzehen (lat: hallux) im Großzehen- grundgelenk. Wörtlich bedeutet Hallux valgus daher schiefe Zehe".

Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes.Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes. Abb. 1: Hallux valgus ist lateinisch für Schiefzehe. Es ist eine der haeufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes. Die Sehne des Großzehens läuft bei Hallux valgus nicht mehr parallel zur Großzehe, sondern zieht das Gelenk nach außen. So entsteht das typische Bild des Ballenzehens. © Dr. Thomas Schneider Häufigkeit

Es ist eine der häufigsten Fehlstellungen des Vorderfußes: Die Wahrscheinlichkeit, einen Hallux valgus zu entwickeln liegt bei Frauen neunmal höher als bei Männern.

In höherem Lebensalter steigt die Hallux valgus Häufigkeit noch an:

Über 20% aller erwachsenen Frauen sind von Hallux valgus betroffen.

Bei über 65-Jährigen sind bis zu 37% von Hallux valgus betroffen.

86% aller Patienten mit Hallux valgus hatten in Ihrer Familie ebenfalls Betroffene.

84% aller Patienten hatten den Hallux valgus beidseitig.

(Literaturangabe)

Wie macht sich ein Hallux valgus bemerkbar?

Ein fortgeschrittener Hallux valgus führt beim Gehen zu schmerzhaften Entzündungen des Zehenballens. Der hervortretende Zehenballen reibt beim Gehen am Schuh. Die Weichteile um das Gelenk herum entzünden sich schmerzhaft. Durch eine anschwellende Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Großzehengrundgelenk kann sich die Reibung am Schuh weiter verstärken und den Druck erhöhen - ein Teufelskreis. Zusätzlich kann eine aus der Fehlstellung resultierende Arthrose des beim Gehen stark belasteten Großzehengrundgelenks zu weiteren Schmerzen führen.

Grade des Hallux valgus gemessen am Stellungswinkel der Großzehe zum Großzehengrundgelenk
  • Milder hallux valgus: <20°
  • Mittlerer Hallux valgus: 20°-40°
  • Schwerer Hallux valgus: >40°
Hallux valgus FehlstellungHallux valgus Fehlstellung Abb. 2: Für den Hallux valgus typisch ist der Knick des Großzehens im Großzehengrundgelenk. Am Ballenzeh kann durch den Druck der Schuhe leicht eine schmerzhafte und die Schwellung verstärkende Entzündung der Schleimbeutel auftreten. In dieser Abbildung ist eine leichte Hallux valgus Fehlstellung zu sehen. © Dr. med. Thomas Schneider Folgen des Hallux valgus im Alltag

Für die betroffenen Patienten ist die Hallux valgus Fehlstellung des großen Zehen mit all seinen Folgen - schmerzhafter Schwellung und Arthrose des Großzehengrundgelenks - im Alltag sehr schmerzhaft. Hallux valgus in fortgeschrittenem Stadium wird für die betroffen Patienten daher zu einer großen Belastung. Durch den Druck der Schuhe gibt es oft schmerzhafte, chronische Entzündungen der Füße.

Das Gangbild wird charakteristisch verändert. Auch die anderen Zehen leiden: Durch den Schiefstand der Großzehe werden die kleinen Zehen zusammen gedrückt. Die Zehenstrahlen können sich nicht mehr leicht zentrifugal ausbreiten. Der Fußspezialist beobachtet in diesem Fall oft zusätzlich Hammerzehen und Krallenzehen als Fehlstellungen des Vorderfußes die von der Hallux valgus Fehlstellung abgeleitet sind.

Die Hallux valgus Fehlstellung führt oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen am Vorfuß.Die Hallux valgus Fehlstellung führt oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen am Vorfuß. Abb. 3: Die Hallux valgus Fehlstellung führt durch mangelnde Funktion der Großzehe (Insuffizienz) beim Gehen oft zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen. Diese Abbildung zeigt den Vorfuß im Querschnitt, die knöchernen Anteile sind blau. Oben: Die Situation beim gesunden Zeh. Die beiden kleinen Sesambeine liegen normalerweise symmetrisch unter dem Großzehenstrahl. Unten: Die Situation bei Hallux valgus Fehlstellung. Die Sesambeinschlinge, die für die Führung der Zehenbeugersehne verantwortlich ist, liegt seitlich neben dem Großzehenstrahl. Die den Großzehen umgebenden Weichteile (gelb) sind ebenfalls verschoben. © Dr. Thomas Schneider Folgen der Hallux valgus Fehlstellung für das Gangbild

Der Hallux valgus ist nicht nur ein kosmetisches Problem des Fußes. Er greift vielmehr auch tiefgreifend in das Gangbild und das Abrollverhalten des Fußes ein.

  1. Patienten mit Hallux valgus haben daher eine schlechtere Balance beim Gehen.
  2. Das Gangbild ist nicht nur unvorteilhaft geändert: Neben Überlastung der Kleinzehen durch Insuffizienz des Großzehengelenks kann Hallux valgus zu einer erheblichen Gangunsicherheit beitragen.
  3. Die Ballenzehe ist ein Risikofaktor: Stürze bei älteren Menschen mit Hallux valgus sind häufiger (Literaturangabe).
  4. Die Schrittlänge vermindert sich.
Sesambeine und Hallux valgus

Die Sesambeine sind frei an Sehnen aufgehängte paarige Knochen rechts und links des Großzehens (siehe obere Bildhälfte in Abb. 3). Sie sorgen für eine regelrechte Kraftwirkung der Großzehenbeugesehne. Ein Hallux valgus führt dazu, dass diese Sesambeinchen nicht mehr zentriert sind. Die Kraft der Großzehenbeugersehne wird also nicht mehr richtig geführt, die Großzehe knickt dann im Grundgelenk ein. Die Großzehe erfüllt ihre Funktion beim Gehen nicht mehr (Insuffizienz).

Unterschiedliche Formen des Hallux valgus führen zu unterschiedlichen Behandlungen

Nicht jeder Hallux valgus ist gleich. Verschiedene Ursachen für die Bildung Hallux valgus führen zu verschiedenen Formen.

Fehlstellung im Großzehengrundgelenk

Die häufigste Form des Hallux valgus ist mit einer Fehlstellung im Großzehengrundgelenk vergesellschaftet. Diese sog. Subluxation im Grundgelenk geht mit einer Verschiebung der Weichteile über dem Gelenk einher. Bei einer Korrektur des Hallux valgus verdient diese Weichteilverschiebung und die Verschiebung der beiden kleinen Sesambeine eine besondere Beachtung.

Die häufigste Form des Hallux valgus resultiert aus der Fehlstellung des Großzehens im Großzehengrundgelenk (Metatarsalgelenk). Diese sog. Subluxation des Zehens im Grundgelenk führt zu einer Verschiebung der Weichteile über dem Metatarsalgelenk.

Diese Insuffizienz des Großzehengrundgelenks führt zudem zu einer erhöhten Belastung des benachbarten Zehens.

Knöcherne Fehlstellung des Großzehens ohne Weichteibeteiligung

Der eher seltene Hallux valgus interphalangeus (reine knöcherne Fehlstellung der Großzehenknochen ohne Verschiebung im Großzehengrundgelenk) ist eine seltene Form. Die Unterscheidung der beiden Hallux valgus Typen ist aber wichtig für die Therapieentscheidung.

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Hallux Valgus: Diagnose, Behandlung und spezialisierte Operative Verfahren

So, 05/29/2011 - 15:03
Hallux Valgus vor der OperationHallux ValgusZehenfehlstellungen - schiefe Zehen (Hallux Valgus), Krallenzehen und Hammerzehen stellen die häufigsten Fußprobleme dar. Für die betroffenen Patienten ist das im Alltag schmerzhaft - die Fehlstellung ist eine große Belastung. Durch den Druck der Schuhe gibt es oft Entzündungen der Füße. Das Gangbild verändert. Auch die kleineren Zehen leiden (Hammer- und Krallenzehen).

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McMinn-Prothese oder Oberflächenersatz: Teilprothese des Hüftgelenks

Do, 04/21/2011 - 20:47
Teilprothesen für den jüngeren sportlichen Patienten mit hohem Aktivitätsniveau: McMinn- oder Hüftkappen-Prothese

Literatur zur Hüftteilprothese

Synonyme und verwandte Begriffe
künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder HTE), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese, BHR, McMinn, Birmingham Hip Resurfacing, Kappenprothese, Hüftkappenprothese, Kurzschaftprothese

Der jüngere, oft noch sportlich aktive Patient mit Hüftarthrose war lange Zeit ein Problemfall für die Prothetik. Grund war die begrenzte Haltbarkeit der Hüfttotalendoprothese.

Gerade bei jüngeren Patienten, die auf eine lange Haltbarkeit der Hüftprothese angewiesen sind, ist auf Grund des deutliche höheren Aktivitätsniveaus die Haltbarkeit normaler Hüfttotalendoprothesen vermindert: Nur 80% der jungen Patienten haben nach 10 Jahren noch eine intakte Hüft-TEP. Das ist für die moderne Prothetik kein akzeptabler Wert.

Durch seine gute Gesamtverfassung konnte Landis eine sehr erfolgreiche Rehabilitation durchführen. Landis mußte sein Profikarriere im Radsport nicht aufgeben und ist bis heute im Spitzensport vertretenDurch seine gute Gesamtverfassung konnte Landis eine sehr erfolgreiche Rehabilitation durchführen. Landis mußte sein Profikarriere im Radsport nicht aufgeben und ist bis heute im Spitzensport vertreten Radprofi Floyd Landis: Spitzensportler mit Hüftprothese © Wikimedia.org Der Radprofi Floyd Landis, Tour de France Teilnehmer, entwickelte nach einem schweren Sturz eine Knochen-Nekrose im Hüftkopf. Im Jahr 2006 unterzog er sich - im Alter von 31 Jahren- einer Hüftprothesen- Operation. Er erhielt eine Teilprothese nach McMinn. Landis fuhr danach wieder über 50 Rennen im Jahr und war danach noch viele Jahre im Spitzensport vertreten.

Ein Verschieben der Hüftprothesenoperation hatte durch die Nebeneffekte lange andauernder Schmerzbehandlung sowie fehlhaltungsbedingter Begleitarthrosen in den anderen Gelenken ebenfalls deutliche Nachteile.

Demgegenüber ist eine Versteifungsoperation der Hüfte - so selten sie durchgeführt wird - zwar stabilisierend und schmerzbefreiend. Doch sind Hüft-Arthrodesen wegen der Störung der natürlichen Motorik ungesund für das Hüftgelenk auf der Gegenseite sowie das Kniegelenk. Wegen der starken Nebenwirkungen für die Motorik sind Hüftversteifungen (Arthrodesen) eigentlich nur bei schweren eitrigen Entzündungen der Hüfte eine Therapie und gehören nicht in das orthopädische Behandlungsspektrum bei Hüftarthrose.

Schema der Implantation einer Hüfttotalendoprothese im Vergleich zur Hüftteilprothese (McMinn-Prothese). Bei der Hüftvollprothese wird Oberschenkelhals und Oberschenkelkopf ganz entfernt, um den Prothesenschaft im Markraum des Oberschenkelknochens verankern zu können. Die Hüftteilprothese erhält den Oberschenkelknochen: lediglich Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf werden überkront.

Nach 15-20 Jahren Standzeit der Hüftprothese muss nach derzeitiger Haltbarkeit auf jeden Fall mit einer Prothesenwechseloperation gerechnet werden. Bei älteren Patienten reicht diese Lebensdauer des Implantates meistens für ein Leben ohne Prothesenwechsel. Durch die Implantation der über einen langen Prothesenschaft im Oberschenkelknochen verankerten Hüft-TEP waren aber die Bedingung für eine erneute Implantation verschlechtert.

BHR-Prothese mit poroesere OberflaecheBHR-Prothese mit poroesere Oberflaeche Teilprothese der Hüfte: hier ein BHR-McMinn-Prothesen Modell zur Überkronung der Arthrosehüfte © Smith & Nephew

Lange Zeit blieb diese drängende Frage offen: wie kann man einen jungen Patienten, der wegen angeborener Fehlstellung (Hüftdysplasie), Hüftkopfnekrose, nach Unfall oder Verletzung eine schwere Hüftarthrose entwickelt hat, prothetisch versorgen, ohne eine schwierige Prothesenwechseloperation in Kauf zu nehmen? Der lange Weg der Orthopädie zur knochensparenden HüftprotheseBei Zähnen ist das schon längst bekannt: wegen einem kleinen Schaden wird kein Zahn mehr gezogen, sondern gefüllt oder überkront. Dass Prinzip der Überkronung wenden Hüftkappenprothesen oder Teilprothesen (McMinn-Prothesen) bei den Hüftgelenken an.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. © Smith & Nephew

Warum den Oberschenkelhals opfern, wenn der Knochen intakt ist und lediglich im Gelenkbereich eine Hüftarthrose vorliegt?

Aus dieser Überlegung heraus wurde in jahrzehntelangen Versuchen mit unterschiedlichen Materialien und Implantationsmethoden schließlich erfolgreich ein zuverlässiges Verfahren zur Konstruktion und Implantation von Hüftteilprothesen entwickelt. Die seit über 15 Jahren erfolgreich als Hüftteilprothese eingesetzte McMinn-Prothese oder BHR-Hüfte (BHR=Birmingham Hip Resurfacing) war das erste weltweit eingesetzte Verfahren zum Hüftoberflächenersatz.

Frühe Versuche einer Hüftkappenprothese mit Metall Polyethylen Gleitpaarung sind in den 70-er Jahren gescheitert. Die Prothesen mussten nach etwa 2 Jahren wegen hohem Abrieb und Instabilität zu Totalendoprothesen revidiert werden.

Materialkunde zur McMinn-ProtheseDie Crom-Molybdän Legierung ist in der Prothetik seit Jahrzehnten eingeführt. Diese Material ist gesundheitlich unbedenklich und nachgewiesenermassen nicht krebserregend. Die Haltbarkeit und Standzeiten gerade bei den Oberflächenersatzprothesen war aber ungenügend. Zwei Entwicklungsschritte brachten hier Abhilfe:
  • Ein besonderes Gussverfahren für die Prothesenschalen führt zu erhöhter Festigkeit
  • Die Befestigung der Prothese in der Gelenkpfanne durch das kombinierte Press-Fit Verfahren und das Einwachsen der Prothese ermöglicht lange Standzeiten

Nach intensiver Entwicklung und Forschung hat sich in den 90-er Jahren eine COCrMo-Legierung (Cobalt, Chrom, Molybdän) in einem besonderen Herstellungsprozess als besonders haltbar und abriebfest durchgesetzt. Erst durch diese Materialentwicklung wurde die Operation der Hüftteilprothese ermöglicht. Dennoch ist die Frage der erhöhten Metallbelastung des Körpers immer im Auge zu behalten. Metallallergie und Niereninsuffizienz, d.h. Störungen beim Ausscheiden von Metallionen sind noch immer Gründe, auf diese Hüftteilprothese zu verzichten.

Checkliste Hüftteilprothese: Wem kann eine Hüftteilprothese helfen?
  • Patienten mit fortgeschrittener Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • Junge Patienten mit Knochennekrose (Absterben des Knochens nach Durchblutungsstörung) im Oberschenkelkopf
  • Patienten mit unfallbedingter Hüftarthrose, die für eine arthroskopische Hüftoperation (Hüftarthroskopie) zu weit fortgeschritten ist
  • Patienten, die eine Hüftarthrose wegen Fehlstellungen oder Hüftdysplasie erworben haben
  • Patienten mit CAM-Impingements, bei denen die Hüftarthrose wegen der Formstörung zu weit fortgeschritten war.
  • Bei extremen Formveränderungen oder Störungen des Oberschenkelkopfes könnte eine BMHR -Prothese mit Stilbefestigung angezeigt sein. Neben der Überkronung kommt die BMHR Prothese dann zum Einsatz, wenn die Knochenstabilität für eine reine Überkronung nicht mehr ausreicht.
Wie sind die Behandlungsergebnisse und Langzeitprognosen bei der Hüftkappenprothese? Studien der McMinn-Prothese
Die in der Gelenk Klinik ausschliesslich verwendete Birmingham-Hüfte (BHR) wurde weltweit bereits bei 145.000 Patienten eingesetzt. Über die Endoprothesenregister vieler Länder (u.a. England und Australien) können wir die Haltbarkeit und Verträglichkeit der BHR-Prothesen sehr gut nachverfolgen. Im Einzelnen ergeben sich folgende Daten zur Haltbarkeit der McMinn-Prothese:Literaturangaben zur McMinn Prothese (BHR)

Die Hüftteilprothese kann durch Bewahrung des natürlichen Schenkelhalsknochens die natürliche Beweglichkeit der Hüfte sicher stellen. Im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen ist die Luxationsgefahr wesentlich geringer. Patienten mit Hüftkappenprothese haben im Durchschnitt eine fast normale (90%-94%) Hüftfunktion (gemessen am Harris Hip-Score) . Viele Patienten vergessen auf Grund der normalen Motorik und Sensibilität der Hüfte mit Teilprothese im Alltag, dass sie eine Hüftteilprothese haben ("forgotten hip").

Ausgehend von diesen guten Erfahrungen werden in der Gelenk Klinik inzwischen 60% aller Hüftpatienten mit Prothesenindikation mit Hüftteilprothesen versorgt. Weltweit kommt die Hüftteilprothese erst bei 5% aller Hüftprothesen-Patienten zum Einsatz.

Welchen Risiko-Status hat die Hüftteilprothese (McMinn-Prothese) in der Medizin?Erfolgsraten der McMinn-Prothese nach 5 Jahren

Nach einer Untersuchung an über 1000 Patienten mit McMinn-Prothese waren nach 5 Jahren noch 95,2 % der McMinn-Prothesen intakt. In keinem Fall hat sich eine Pfannenkomponente gelöst. Zehn der 1000 McMinn-Prothesen wurden nach Oberschenkelhalsbruch zu Hüft-TEPs konvertiert. 20 McMinn-Prothesen wurden nach Ablösung der Oberschenkelkomponente revidiert. Zwei Fälle von Prothesen-Infektion traten auf. Der wichtigste Risikofaktor war ein hoher Bodymassindex. Schlanke Patienten haben weniger Komplikationen mit McMinn-Hüftprothesen.

Literaturangabe

Die Operationsmethode bei McMinn-Prothesen ist sehr anspruchsvoll. In den meisten Krankenhäusern gehört die Hüft-Teilprothese daher noch nicht zur Standardversorgung bei der Hüftarthrose des jungen Patienten. Spezialisierte Hüftchirurgen haben bei der Hüftkappenprothese jedoch eine ebenso hohe Erfolgsrate wie bei der Hüft-TEP. Langzeitstudien zur Teilprothese mit Daten von über 10 Jahren (ca. 3.000 Patienten) haben eine gute Haltbarkeit der Teilprothesen gezeigt. Die Ergebnisse von tausenden von Hüftteilprothesen auch in Deutschland sind bisher überzeugend. Die wissenschaftliche Überwachung der Teilprothesen hat bisher kein grundsätzliches Problem der McMinn-Prothese oder Hüftteilprothese gezeigt.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Bewährte Fertigungsverfahren und gute operative Einpassung der Gelenkpfanne in die Gelenkpfanne wurde eine gute primär Stabilität gewährleistet (Pressfit-Verfahren). Die poröse Oberfläche erlaubt ein natürliches Einwachsen des natürlichen Knochens in die Oberfläche der Prothese: Das gewährleistet die langfristige Stabilität. Hier am Beispiel der BMHR Prothese die zusätzlich zur Überkronung noch eine Stiftbefestigung im Oberschenkelkopf ermöglicht. In der Abbildung ist eine Variante der McMinn-prothese zu sehen: Das BMHR-Modell mit einem Stil an dem oberschenkelseitigen (femoralen) Anteil der Prothese. Man verwendet diese Form der Teilprothese bei vorhandenen Schädigungen des Oberschenkelkopfes, z.B. Knochenzysten oder Nekrosen © Smith & Nephew

Die Hüftteilprothese hat aber im Vergleich zur überaus gut dokumentierten Hüftvollprothese trotz dieser recht der starken wissenschaftlichen Absicherung in der Medizin noch den Status eines innovativen Verfahrens. Hüftteilprothesen werden noch nicht als Behandlungsstandard bei jungen Hüftarthrosepatienten empfohlen.

Wenn der Patient nicht ausdrücklich auf einer Behandlung mit Hüftteilprothese (McMinnprothese) besteht und sich einen entsprechenden Spezialisten sucht, der sich bei Teilprothesen seiner Sache sicher ist, gehören Vollprothesen immer noch zum Versorgungsstandard. Die Studienlage ist im Bereich der Standard-Hüftprothese wegen der hohen Fallzahlen wesentlich ausgereifter. Daher werden wir die Hüftkappenprothese Patienten mit Hüftarthrose nur empfehlen, wenn seine medizinischen Vorteile ganz eindeutig dieses erhöhte Risiko rechtfertigen.

Checkliste: Wann ist eine Hüftteilprothese nach McMinn nicht möglich?
  • Patienten werden derzeit nur mit Teilprothese behandelt, wenn sie jünger als 65 Jahre sind (Männer) bzw. jünger als 55 (Frauen). Revisionsvorteile ("Rückzugsmöglichkeiten") werden für ältere Patienten nicht angenommen.
  • Nicht ausreichende Knochendichte. Betagte Patienten sowie Patienten mit Osteoporose sind nicht geeignet.
  • Die Knochenstabilität sollte nicht durch Nekrosen oder Zysten beeinrächtigt sein. Grundsätzlich sollte mindestens 70% des Hüftkopfes von Knochensubstanzdefekten unbeeinträchtigt sein.
  • Starke Beinlängendifferenzen sollten nicht vorhanden sein, weil man diese durch eine Teilprothese nicht korrigieren kann.
  • Frauen sollten nicht mehr im gebährfähigen Alter sein, weil der Einfluss der Metallbelastung auf die Embryonalentwicklung nicht geklärt ist.
  • Es sollte keine Metallallergie oder Metallsensibilität bekannt sein.
  • Die Nieren sollten gesund sein und eine normale Leistung aufweisen, um Metallionen sicher ausscheiden zu können. Niereninsuffizienz ist eine Gegenanzeige
  • Bei starken Formveränderungen des Oberschenkelkopfs oder Gelenkpfannen besteht eine relative Gegenanzeige, aber eine BMHR-Teilprothese mit Stilbefestigung kann hier dennoch angezeigt sein.
  • Metallallergien können die Verträglichkeit der Metall - Metall - Gleitpaarung herabsetzen
Gründe für die Hüftprothese des jüngeren Patienten: Unfälle oder angeborene Fehlstellungen (Dysplasie)

Der jüngere Patient benötigt seine Prothese oft nach Unfall oder wegen einer HüftdFysplasie (einer angeborenen Fehlstellung). Dieser Patient hat eine hohes Aktivitätsniveau - er will sich auch sportlich betätigen. An seiner postoperativen Rehabilitation kann er durch seine gute Gesamtverfassung tatkräftig mitwirken. Seine Knochen sind stabil.

Diesem Patienten kann man eine Teilprothese nach McMinn empfehlen - eine sogenannte Hüftkappenprothese. Dabei wird die Gelenkpfanne im Beckenknochen durch eine künstliche Gelenkpfanne ersetzt. Der Oberschenkelknochen bleibt vollständig erhalten: lediglich der Oberschenkelkopf wird mit Metall überzogen. Bänder und Muskeln bleiben intakt und führen das Hüftgelenk unter Beibehaltung der natürlichen Bewegungssensibilität.

Bewegliche Hüfte mit McMinn Prothese (Hüftkappenprothese)Checkliste: Vorteile der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP
  • Hüftkopf des Oberschenkels bleibt erhalten
  • Einstellung der Beinlänge nicht erforderlich
  • Stabile Metall - Metall Gleitpaarung zwischen Gelenkpfanne und Gelenkkopf
  • Ersatz des Knorpels (der Gleitfunktion des Gelenks)
  • Gesunder Oberschenkelknochen wird bei der Hüftteilprothese (McMinn) nicht geopfert
  • Korrektur der Belastungslinie bei Fehlstellungen (Hüftdysplasie) möglich
  • Weniger Embolien bei der Operation, weil der Markraum des Knochens nicht geöffnet wird.
  • Erhalt der natürlichen anatomischen Verhältnisse
  • Gute Ausgangsposition wenn Prothesenwechsel (Revisionen) erforderlich sind
  • Erhalt des Bewegungsgefühls bei sehr guter Sportfähigkeit
  • Durchschnittlich über 90% der natürlichen Hüftbeweglichkeit (Harris Hip Score)
  • Deutlich geringere Luxationsrate (Auskugelung des Gelenks) bei McMinn Prothese im Vergleich zu Hüft-TEP
  • Sehr gute Beweglichkeit bei der Versorgung von Hüftdysplasie-Patienten

Die Teilprothese des Hüftgelenks nach McMinn ist daher ein recht neuer, vor über 15 Jahren erfolgreich eingeführter Prothesentyp. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr ermutigend. Die Lebensqualität der Patienten ist sehr gut. Der Bewegungsspielraum ist wie bei einer natürlichen Hüfte. Viele Patienten vergessen sogar, daß sie eine künstliche Hüfte haben ("forgotten hip syndrome"). Der spätere "Rückzug" auf eine konventionelle Totalendoprothese, die dann auch auch den Oberschenkelknochen teilweise ersetzt - eine sogenannte Hüfttotalendoprothese - ist nach der Operation einer McMinn-Prothese, in 15 oder 20 Jahren, jederzeit möglich, sollte die medizinische Notwendigkeit auftreten.

Checkliste: Risiken der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP
  • Weniger bewährte Prothesenmodelle
  • Geringere klinische Erfahrungen
  • Keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • Höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen nach Operation
  • Mehr Metallabrieb
  • Höhere Rate an Prothesenlockerungen
  • Höhere Komplikationsrate vor allem bei Frauen
  • Höhere Komplikationsrate bei kleinen natürlichen Oberschenkelköpfen (Femurköpfen)
  • Mehr Prothesengeräusche (Prothesenklicken)
    • Weil sich künstliche Hüftgelenke - ebenso wie natürliche Hüftgelenke - durch Gebrauch abnutzen, hat der junge Patient mit einem Oberflächenersatz nach McMinn bei fast vollständigem Erhalt seiner natürlichen Knochensubstanz zunächst Zeit gewonnen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem knochensparenden Eingriff am Hüftgelenk, weil bei der McMinn-Prothese der Hüfte kein Teil des Oberschenkelknochens geopfert werden muß: Die Zeitdauer, die er in seinem Leben nach einer möglichen Prothesen-Wechseloperation - in 15 oder 20 Jahren - eine Vollprothese (Hüfttotalendoprothese oder Hüft-TEP) tragen muß, ist deutlich reduziert. Durch die knochensparende Teilprothese der Hüfte bleibt auch zukünftig für den Patienten und seinen Arzt erheblicher Spielraum für weitere Therapieentscheidungen.

      Mögliche Komplikationen bei der Operation der HüftteilprotheseKomplikationen und Risiken der HüftteilprotheseDabei ist zu beachten, dass die Gesamtrate an Komplikationen bei Hüft-TEP und McMinn-Prothesen nicht unterschiedlich sind, wohl aber die Verteilung bestimmter Komplikationen.
      • Aseptische Lockerung der femoralen (Oberschenkel) Komponente.
      • Insgesamt ist das Revisionsrisiko bei Frauen mit McMinn fast dreifach höher als bei Männern.
      • Oberschenkelhalsbruch
      • Starker Metallabrieb
      • Metallionenbelastung
      • Infektion während der Operation
      • Verfrühte Lockerung der Prothese
      Fast alle Komplikationsmöglichkeiten bei der Operation der McMinn-Prothese gehen mit zunehmender Erfahrung des Operateurs deutlich zurück. Optimal ist eine Erfahrung von c.a. 50 Operationen im Jahr.

      Die neueste Generation der Hüftteilprothesen hat sich sehr schnell verbreitet. Ein Grund war - neben guten Behandlungsergebnissen - die starke Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Ansprüche der heutigen Generation älterer Patienten an Ihre prothetische Versorgung und nachfolgende Lebensqualität sind deutlich gewachsen.

      Doch gibt es auch unerwünschte klinische Ergebnisse der Operation der Hüftteilprothese. Etwa 1,5% alle Patienten hatten Schenkelhalsfrakturen in der Folge Ihrer Hüftteilprothese.

      Eine weitere Folge der ist die aseptische Lockerung der Hüft-Teilprothese

      Risikoprofil der McMinn-ProtheseWenn man die Risiken verschiedener Prothesenverfahren - analog zu Geld-Anlagemodellen in Risikoklassen von 1 (fast kein Risiko) bis 5 (hohes Risiko) aufteilt, kommt man zu folgender Aufschlüsselung. Daraus ergibt sich, daß dem höheren risikoprofil der McMinn-Prothesen derzeit noch wesentlich höhere Erwartungen an die Qualität der Prothesenversorgung entgegenstehen müssen, um die Entscheidung für diesen Typ zu rechtfertigen.
      • Risikoklasse 1: Standard Hüft-TEP mit Zementbefestigung des Stiels
      • Risikoklasse 1,5: Hüft-TEP, zementfreier Stiel mit zementfreier Pfannenbefestigung
      • Risikoklasse 3,5: McMinn-Prothese mit bewährten, seit 15 Jahren eingeführten Metallurgien
      • Risikoklasse 4-5: Neuere McMinn-Prothesenmodelle, die metallurgisch nicht erprobt sind

      Infektionen bei der Hüft-Teilpropthese ist im Vergleich zur Hüftvollprothese nicht erhöht.

      Sie werden in 1-2% der Fälle beobachtet. Auch hier ist neben strenger Auswahl der geeigneten Patienten das Qualitätsmanagement der operierenden Klinik und die Erfahrung der behandelnden Operateure ausschlaggebend.

      Diese sind häufig auf fehlerhafte Platzierung durch unerfahrene Chirurgen zurückzuführen. Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Operation der Hüftteilprothese ist auch die genaue Indikationsstellung: bei den Gegenanzeigen sollten Arzt und Patient besonders kritisch vorgehen. Die McMinn-Prothese sollte wirklich nur dann gewählt werden, wenn der medizinische Nutzen gegeben ist und die Gegenanzeigen genau beachtet wurden.

      Aber auch bei der Auswahl der Patienten und der Bestimmung der Gegenanzeigen liegen auf Grund der relativen Modernität der Hüftteilprothesen auch dem Spezialisten nicht die Erfahrungswerte vor, die bei der Hüftvollprothese mit 200.000 Operationen im Jahr bereits gegeben sind.

      Den eindeutigen Vorteilen der Hüftteilprothese stehen also auch ganz eindeutige Risiken entgegen. Für Arzt und Patient ist das ein gemeinsam zu beschreitender Weg: Die eindeutigen Chancen müssen gegen die ebenso eindeutig vorhandenen Risiken der McMinn Prothese in die Waagschale gelegt werden.

      Rehabilitation und Nachsorge des McMinn Patienten nach der Operation der Hüft-TeilprotheseDarauf kommt es in den ersten 8 Wochen nach der OP an
      • Draußen aus Sicherheitsgründen 2 Gehstöcke verwenden
      • Drinnen aus Sicherheitsgründen 1 Gehstütze verwenden, bis das Sicherheitsgefühl da ist
      • Treppen werden eine Stufe pro Schritt hinauf und hinuntergangen
      • Das nicht operierte Bein geht beim Treppenaufwärtsgehen voran
      • Das operierte Bein geht voran, wenn treppab gegangen wird
      • Langes Stehen ist zu vermeiden (Schwellungsgefahr)
      • Ein wenig Bewegung genügt
      • Im Auto immer vorne sitzen und den Sitz soweit wie möglich nach hinten verstellen (Beinraum vergrössern)
      • Einsteigen ins Auto: von außen auf der Straße stehend im rechten Winkel zur Fahrtrichtung zunächst auf den Sitz. Dann die Beine gleichzeitig in das Auto schwingen - also nicht mit abgespreiztem Bein einsteigen.
      • Bei längeren Autofahrten sind regelmäßige Pausen erforderlich

      Das Ziel der Physiotherapie und Nachsorge nach Operation der McMinn-Prothese ist die möglichst schnelle Stabilisierung des Patienten im Alltag. Der Patient wird nach minimalinvasiver Operation der McMinn-Prothese am 6. Tag nach OP aus dem Krankenhaus entlassen. Die Verhaltensanweisungen nach McMinn sind nicht so streng, wie nach Hüft-TEP, weil die Luxationsgefahr des Hüftgelenks bei Operation einer Hüftteilprothese wesentlich geringer ist, als nach Vollprothese.

      Die Gefahr von Embolien nach Operation ist wesentlich geringer, also bei Hüft-TEP, weil der Markraum des Oberschenkelknochens nicht geöffnet wird. Dennoch bleiben während der ersten beiden Monate nach Operation die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bestehen: die Hüfte mit neuer Prothese sollte nicht über 90 Grad gebeugt werden. Kreuzen des Beines über die Körpermitte sowie Abspreizen der Hüfte nach außen sollte ebenfalls vermieden werden.

      Drei Monate nach McMinn-Operation kann der Patient zu sportlichen Aktivitäten zurückkehren (Laufen, Radfahren, Schwimmen). Kontaktsportarten sollten nicht vor dem 6.Monat nach Operation ausgeübt werden.

      Keramik-Keramik und Keramik-Metall-Hüftprothesen

      Sehr abriebarm und widerstandsfähig sind Keramik-Keramik-Gleitpaarungen in Hüftprothesen. Bei nachgewiesener Metallallergie kommen Keramik Gleitpaarungen zum Einsatz. Diese Keramik-Hüften sind mit einer TiNNi Keramik beschichtet. Dieser Keramikmantel vermindert die Freigabe vom Metallen und damit die allergische Reaktion. Während Keramikprothesen zwar sehr abriebfest und nichtallergisch sind, haben sie bei höheren Kosten anders als Metall auf Metall und Metall PET-Hüften eine höhere Bruchgefahr. Keramikprothesen kommen daher anstelle der bruchsicheren Gleitpaarungen nur bei erwiesener Indikation zum Einsatz.

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McMinn-Prothese oder Oberflächenersatz: Teilprothese des Hüftgelenks

Do, 04/21/2011 - 20:47
Teilprothesen für den jüngeren sportlichen Patienten mit hohem Aktivitätsniveau: McMinn- oder Hüftkappen-Prothese

Literatur zur Hüftteilprothese

Synonyme und verwandte Begriffe
künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder HTE), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese, BHR, McMinn, Birmingham Hip Resurfacing, Kappenprothese, Hüftkappenprothese, Kurzschaftprothese

Der jüngere, oft noch sportlich aktive Patient mit Hüftarthrose war lange Zeit ein Problemfall für die Prothetik. Grund war die begrenzte Haltbarkeit der Hüfttotalendoprothese.

Gerade bei jüngeren Patienten, die auf eine lange Haltbarkeit der Hüftprothese angewiesen sind, ist auf Grund des deutliche höheren Aktivitätsniveaus die Haltbarkeit normaler Hüfttotalendoprothesen vermindert: Nur 80% der jungen Patienten haben nach 10 Jahren noch eine intakte Hüft-TEP. Das ist für die moderne Prothetik kein akzeptabler Wert.

Durch seine gute Gesamtverfassung konnte Landis eine sehr erfolgreiche Rehabilitation durchführen. Landis mußte sein Profikarriere im Radsport nicht aufgeben und ist bis heute im Spitzensport vertretenDurch seine gute Gesamtverfassung konnte Landis eine sehr erfolgreiche Rehabilitation durchführen. Landis mußte sein Profikarriere im Radsport nicht aufgeben und ist bis heute im Spitzensport vertreten Radprofi Floyd Landis: Spitzensportler mit Hüftprothese © Wikimedia.org Der Radprofi Floyd Landis, Tour de France Teilnehmer, entwickelte nach einem schweren Sturz eine Knochen-Nekrose im Hüftkopf. Im Jahr 2006 unterzog er sich - im Alter von 31 Jahren- einer Hüftprothesen- Operation. Er erhielt eine Teilprothese nach McMinn. Landis fuhr danach wieder über 50 Rennen im Jahr und war danach noch viele Jahre im Spitzensport vertreten.

Ein Verschieben der Hüftprothesenoperation hatte durch die Nebeneffekte lange andauernder Schmerzbehandlung sowie fehlhaltungsbedingter Begleitarthrosen in den anderen Gelenken ebenfalls deutliche Nachteile.

Demgegenüber ist eine Versteifungsoperation der Hüfte - so selten sie durchgeführt wird - zwar stabilisierend und schmerzbefreiend. Doch sind Hüft-Arthrodesen wegen der Störung der natürlichen Motorik ungesund für das Hüftgelenk auf der Gegenseite sowie das Kniegelenk. Wegen der starken Nebenwirkungen für die Motorik sind Hüftversteifungen (Arthrodesen) eigentlich nur bei schweren eitrigen Entzündungen der Hüfte eine Therapie und gehören nicht in das orthopädische Behandlungsspektrum bei Hüftarthrose.

Schema der Implantation einer Hüfttotalendoprothese im Vergleich zur Hüftteilprothese (McMinn-Prothese). Bei der Hüftvollprothese wird Oberschenkelhals und Oberschenkelkopf ganz entfernt, um den Prothesenschaft im Markraum des Oberschenkelknochens verankern zu können. Die Hüftteilprothese erhält den Oberschenkelknochen: lediglich Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf werden überkront.

Nach 15-20 Jahren Standzeit der Hüftprothese muss nach derzeitiger Haltbarkeit auf jeden Fall mit einer Prothesenwechseloperation gerechnet werden. Bei älteren Patienten reicht diese Lebensdauer des Implantates meistens für ein Leben ohne Prothesenwechsel. Durch die Implantation der über einen langen Prothesenschaft im Oberschenkelknochen verankerten Hüft-TEP waren aber die Bedingung für eine erneute Implantation verschlechtert.

BHR-Prothese mit poroesere OberflaecheBHR-Prothese mit poroesere Oberflaeche Teilprothese der Hüfte: hier ein BHR-McMinn-Prothesen Modell zur Überkronung der Arthrosehüfte © Smith & Nephew

Lange Zeit blieb diese drängende Frage offen: wie kann man einen jungen Patienten, der wegen angeborener Fehlstellung (Hüftdysplasie), Hüftkopfnekrose, nach Unfall oder Verletzung eine schwere Hüftarthrose entwickelt hat, prothetisch versorgen, ohne eine schwierige Prothesenwechseloperation in Kauf zu nehmen? Der lange Weg der Orthopädie zur knochensparenden HüftprotheseBei Zähnen ist das schon längst bekannt: wegen einem kleinen Schaden wird kein Zahn mehr gezogen, sondern gefüllt oder überkront. Dass Prinzip der Überkronung wenden Hüftkappenprothesen oder Teilprothesen (McMinn-Prothesen) bei den Hüftgelenken an.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. © Smith & Nephew

Warum den Oberschenkelhals opfern, wenn der Knochen intakt ist und lediglich im Gelenkbereich eine Hüftarthrose vorliegt?

Aus dieser Überlegung heraus wurde in jahrzehntelangen Versuchen mit unterschiedlichen Materialien und Implantationsmethoden schließlich erfolgreich ein zuverlässiges Verfahren zur Konstruktion und Implantation von Hüftteilprothesen entwickelt. Die seit über 15 Jahren erfolgreich als Hüftteilprothese eingesetzte McMinn-Prothese oder BHR-Hüfte (BHR=Birmingham Hip Resurfacing) war das erste weltweit eingesetzte Verfahren zum Hüftoberflächenersatz.

Frühe Versuche einer Hüftkappenprothese mit Metall Polyethylen Gleitpaarung sind in den 70-er Jahren gescheitert. Die Prothesen mussten nach etwa 2 Jahren wegen hohem Abrieb und Instabilität zu Totalendoprothesen revidiert werden.

Materialkunde zur McMinn-ProtheseDie Crom-Molybdän Legierung ist in der Prothetik seit Jahrzehnten eingeführt. Diese Material ist gesundheitlich unbedenklich und nachgewiesenermassen nicht krebserregend. Die Haltbarkeit und Standzeiten gerade bei den Oberflächenersatzprothesen war aber ungenügend. Zwei Entwicklungsschritte brachten hier Abhilfe:
  • Ein besonderes Gussverfahren für die Prothesenschalen führt zu erhöhter Festigkeit
  • Die Befestigung der Prothese in der Gelenkpfanne durch das kombinierte Press-Fit Verfahren und das Einwachsen der Prothese ermöglicht lange Standzeiten

Nach intensiver Entwicklung und Forschung hat sich in den 90-er Jahren eine COCrMo-Legierung (Cobalt, Chrom, Molybdän) in einem besonderen Herstellungsprozess als besonders haltbar und abriebfest durchgesetzt. Erst durch diese Materialentwicklung wurde die Operation der Hüftteilprothese ermöglicht. Dennoch ist die Frage der erhöhten Metallbelastung des Körpers immer im Auge zu behalten. Metallallergie und Niereninsuffizienz, d.h. Störungen beim Ausscheiden von Metallionen sind noch immer Gründe, auf diese Hüftteilprothese zu verzichten.

Checkliste Hüftteilprothese: Wem kann eine Hüftteilprothese helfen?
  • Patienten mit fortgeschrittener Hüftarthrose (Coxarthrose)
  • Junge Patienten mit Knochennekrose (Absterben des Knochens nach Durchblutungsstörung) im Oberschenkelkopf
  • Patienten mit unfallbedingter Hüftarthrose, die für eine arthroskopische Hüftoperation (Hüftarthroskopie) zu weit fortgeschritten ist
  • Patienten, die eine Hüftarthrose wegen Fehlstellungen oder Hüftdysplasie erworben haben
  • Patienten mit CAM-Impingements, bei denen die Hüftarthrose wegen der Formstörung zu weit fortgeschritten war.
  • Bei extremen Formveränderungen oder Störungen des Oberschenkelkopfes könnte eine BMHR -Prothese mit Stilbefestigung angezeigt sein. Neben der Überkronung kommt die BMHR Prothese dann zum Einsatz, wenn die Knochenstabilität für eine reine Überkronung nicht mehr ausreicht.
Wie sind die Behandlungsergebnisse und Langzeitprognosen bei der Hüftkappenprothese? Studien der McMinn-Prothese
Die in der Gelenk Klinik ausschliesslich verwendete Birmingham-Hüfte (BHR) wurde weltweit bereits bei 145.000 Patienten eingesetzt. Über die Endoprothesenregister vieler Länder (u.a. England und Australien) können wir die Haltbarkeit und Verträglichkeit der BHR-Prothesen sehr gut nachverfolgen. Im Einzelnen ergeben sich folgende Daten zur Haltbarkeit der McMinn-Prothese:Literaturangaben zur McMinn Prothese (BHR)

Die Hüftteilprothese kann durch Bewahrung des natürlichen Schenkelhalsknochens die natürliche Beweglichkeit der Hüfte sicher stellen. Im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen ist die Luxationsgefahr wesentlich geringer. Patienten mit Hüftkappenprothese haben im Durchschnitt eine fast normale (90%-94%) Hüftfunktion (gemessen am Harris Hip-Score) . Viele Patienten vergessen auf Grund der normalen Motorik und Sensibilität der Hüfte mit Teilprothese im Alltag, dass sie eine Hüftteilprothese haben ("forgotten hip").

Ausgehend von diesen guten Erfahrungen werden in der Gelenk Klinik inzwischen 60% aller Hüftpatienten mit Prothesenindikation mit Hüftteilprothesen versorgt. Weltweit kommt die Hüftteilprothese erst bei 5% aller Hüftprothesen-Patienten zum Einsatz.

Welchen Risiko-Status hat die Hüftteilprothese (McMinn-Prothese) in der Medizin?Erfolgsraten der McMinn-Prothese nach 5 Jahren

Nach einer Untersuchung an über 1000 Patienten mit McMinn-Prothese waren nach 5 Jahren noch 95,2 % der McMinn-Prothesen intakt. In keinem Fall hat sich eine Pfannenkomponente gelöst. Zehn der 1000 McMinn-Prothesen wurden nach Oberschenkelhalsbruch zu Hüft-TEPs konvertiert. 20 McMinn-Prothesen wurden nach Ablösung der Oberschenkelkomponente revidiert. Zwei Fälle von Prothesen-Infektion traten auf. Der wichtigste Risikofaktor war ein hoher Bodymassindex. Schlanke Patienten haben weniger Komplikationen mit McMinn-Hüftprothesen.

Literaturangabe

Die Operationsmethode bei McMinn-Prothesen ist sehr anspruchsvoll. In den meisten Krankenhäusern gehört die Hüft-Teilprothese daher noch nicht zur Standardversorgung bei der Hüftarthrose des jungen Patienten. Spezialisierte Hüftchirurgen haben bei der Hüftkappenprothese jedoch eine ebenso hohe Erfolgsrate wie bei der Hüft-TEP. Langzeitstudien zur Teilprothese mit Daten von über 10 Jahren (ca. 3.000 Patienten) haben eine gute Haltbarkeit der Teilprothesen gezeigt. Die Ergebnisse von tausenden von Hüftteilprothesen auch in Deutschland sind bisher überzeugend. Die wissenschaftliche Überwachung der Teilprothesen hat bisher kein grundsätzliches Problem der McMinn-Prothese oder Hüftteilprothese gezeigt.

Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Bewährte Fertigungsverfahren und gute operative Einpassung der Gelenkpfanne in die Gelenkpfanne wurde eine gute primär Stabilität gewährleistet (Pressfit-Verfahren). Die poröse Oberfläche erlaubt ein natürliches Einwachsen des natürlichen Knochens in die Oberfläche der Prothese: Das gewährleistet die langfristige Stabilität. Hier am Beispiel der BMHR Prothese die zusätzlich zur Überkronung noch eine Stiftbefestigung im Oberschenkelkopf ermöglicht. In der Abbildung ist eine Variante der McMinn-prothese zu sehen: Das BMHR-Modell mit einem Stil an dem oberschenkelseitigen (femoralen) Anteil der Prothese. Man verwendet diese Form der Teilprothese bei vorhandenen Schädigungen des Oberschenkelkopfes, z.B. Knochenzysten oder Nekrosen © Smith & Nephew

Die Hüftteilprothese hat aber im Vergleich zur überaus gut dokumentierten Hüftvollprothese trotz dieser recht der starken wissenschaftlichen Absicherung in der Medizin noch den Status eines innovativen Verfahrens. Hüftteilprothesen werden noch nicht als Behandlungsstandard bei jungen Hüftarthrosepatienten empfohlen.

Wenn der Patient nicht ausdrücklich auf einer Behandlung mit Hüftteilprothese (McMinnprothese) besteht und sich einen entsprechenden Spezialisten sucht, der sich bei Teilprothesen seiner Sache sicher ist, gehören Vollprothesen immer noch zum Versorgungsstandard. Die Studienlage ist im Bereich der Standard-Hüftprothese wegen der hohen Fallzahlen wesentlich ausgereifter. Daher werden wir die Hüftkappenprothese Patienten mit Hüftarthrose nur empfehlen, wenn seine medizinischen Vorteile ganz eindeutig dieses erhöhte Risiko rechtfertigen.

Checkliste: Wann ist eine Hüftteilprothese nach McMinn nicht möglich?
  • Patienten werden derzeit nur mit Teilprothese behandelt, wenn sie jünger als 65 Jahre sind (Männer) bzw. jünger als 55 (Frauen). Revisionsvorteile ("Rückzugsmöglichkeiten") werden für ältere Patienten nicht angenommen.
  • Nicht ausreichende Knochendichte. Betagte Patienten sowie Patienten mit Osteoporose sind nicht geeignet.
  • Die Knochenstabilität sollte nicht durch Nekrosen oder Zysten beeinrächtigt sein. Grundsätzlich sollte mindestens 70% des Hüftkopfes von Knochensubstanzdefekten unbeeinträchtigt sein.
  • Starke Beinlängendifferenzen sollten nicht vorhanden sein, weil man diese durch eine Teilprothese nicht korrigieren kann.
  • Frauen sollten nicht mehr im gebährfähigen Alter sein, weil der Einfluss der Metallbelastung auf die Embryonalentwicklung nicht geklärt ist.
  • Es sollte keine Metallallergie oder Metallsensibilität bekannt sein.
  • Die Nieren sollten gesund sein und eine normale Leistung aufweisen, um Metallionen sicher ausscheiden zu können. Niereninsuffizienz ist eine Gegenanzeige
  • Bei starken Formveränderungen des Oberschenkelkopfs oder Gelenkpfannen besteht eine relative Gegenanzeige, aber eine BMHR-Teilprothese mit Stilbefestigung kann hier dennoch angezeigt sein.
  • Metallallergien können die Verträglichkeit der Metall - Metall - Gleitpaarung herabsetzen
Gründe für die Hüftprothese des jüngeren Patienten: Unfälle oder angeborene Fehlstellungen (Dysplasie)

Der jüngere Patient benötigt seine Prothese oft nach Unfall oder wegen einer HüftdFysplasie (einer angeborenen Fehlstellung). Dieser Patient hat eine hohes Aktivitätsniveau - er will sich auch sportlich betätigen. An seiner postoperativen Rehabilitation kann er durch seine gute Gesamtverfassung tatkräftig mitwirken. Seine Knochen sind stabil.

Diesem Patienten kann man eine Teilprothese nach McMinn empfehlen - eine sogenannte Hüftkappenprothese. Dabei wird die Gelenkpfanne im Beckenknochen durch eine künstliche Gelenkpfanne ersetzt. Der Oberschenkelknochen bleibt vollständig erhalten: lediglich der Oberschenkelkopf wird mit Metall überzogen. Bänder und Muskeln bleiben intakt und führen das Hüftgelenk unter Beibehaltung der natürlichen Bewegungssensibilität.

Bewegliche Hüfte mit McMinn Prothese (Hüftkappenprothese)Checkliste: Vorteile der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP
  • Hüftkopf des Oberschenkels bleibt erhalten
  • Einstellung der Beinlänge nicht erforderlich
  • Stabile Metall - Metall Gleitpaarung zwischen Gelenkpfanne und Gelenkkopf
  • Ersatz des Knorpels (der Gleitfunktion des Gelenks)
  • Gesunder Oberschenkelknochen wird bei der Hüftteilprothese (McMinn) nicht geopfert
  • Korrektur der Belastungslinie bei Fehlstellungen (Hüftdysplasie) möglich
  • Weniger Embolien bei der Operation, weil der Markraum des Knochens nicht geöffnet wird.
  • Erhalt der natürlichen anatomischen Verhältnisse
  • Gute Ausgangsposition wenn Prothesenwechsel (Revisionen) erforderlich sind
  • Erhalt des Bewegungsgefühls bei sehr guter Sportfähigkeit
  • Durchschnittlich über 90% der natürlichen Hüftbeweglichkeit (Harris Hip Score)
  • Deutlich geringere Luxationsrate (Auskugelung des Gelenks) bei McMinn Prothese im Vergleich zu Hüft-TEP
  • Sehr gute Beweglichkeit bei der Versorgung von Hüftdysplasie-Patienten

Die Teilprothese des Hüftgelenks nach McMinn ist daher ein recht neuer, vor über 15 Jahren erfolgreich eingeführter Prothesentyp. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr ermutigend. Die Lebensqualität der Patienten ist sehr gut. Der Bewegungsspielraum ist wie bei einer natürlichen Hüfte. Viele Patienten vergessen sogar, daß sie eine künstliche Hüfte haben ("forgotten hip syndrome"). Der spätere "Rückzug" auf eine konventionelle Totalendoprothese, die dann auch auch den Oberschenkelknochen teilweise ersetzt - eine sogenannte Hüfttotalendoprothese - ist nach der Operation einer McMinn-Prothese, in 15 oder 20 Jahren, jederzeit möglich, sollte die medizinische Notwendigkeit auftreten.

Checkliste: Risiken der McMinn-Prothese im Vergleich zur Hüft-TEP
  • Weniger bewährte Prothesenmodelle
  • Geringere klinische Erfahrungen
  • Keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • Höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen nach Operation
  • Mehr Metallabrieb
  • Höhere Rate an Prothesenlockerungen
  • Höhere Komplikationsrate vor allem bei Frauen
  • Höhere Komplikationsrate bei kleinen natürlichen Oberschenkelköpfen (Femurköpfen)
  • Mehr Prothesengeräusche (Prothesenklicken)
    • Weil sich künstliche Hüftgelenke - ebenso wie natürliche Hüftgelenke - durch Gebrauch abnutzen, hat der junge Patient mit einem Oberflächenersatz nach McMinn bei fast vollständigem Erhalt seiner natürlichen Knochensubstanz zunächst Zeit gewonnen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem knochensparenden Eingriff am Hüftgelenk, weil bei der McMinn-Prothese der Hüfte kein Teil des Oberschenkelknochens geopfert werden muß: Die Zeitdauer, die er in seinem Leben nach einer möglichen Prothesen-Wechseloperation - in 15 oder 20 Jahren - eine Vollprothese (Hüfttotalendoprothese oder Hüft-TEP) tragen muß, ist deutlich reduziert. Durch die knochensparende Teilprothese der Hüfte bleibt auch zukünftig für den Patienten und seinen Arzt erheblicher Spielraum für weitere Therapieentscheidungen.

      Mögliche Komplikationen bei der Operation der HüftteilprotheseKomplikationen und Risiken der HüftteilprotheseDabei ist zu beachten, dass die Gesamtrate an Komplikationen bei Hüft-TEP und McMinn-Prothesen nicht unterschiedlich sind, wohl aber die Verteilung bestimmter Komplikationen.
      • Aseptische Lockerung der femoralen (Oberschenkel) Komponente.
      • Insgesamt ist das Revisionsrisiko bei Frauen mit McMinn fast dreifach höher als bei Männern.
      • Oberschenkelhalsbruch
      • Starker Metallabrieb
      • Metallionenbelastung
      • Infektion während der Operation
      • Verfrühte Lockerung der Prothese
      Fast alle Komplikationsmöglichkeiten bei der Operation der McMinn-Prothese gehen mit zunehmender Erfahrung des Operateurs deutlich zurück. Optimal ist eine Erfahrung von c.a. 50 Operationen im Jahr.

      Die neueste Generation der Hüftteilprothesen hat sich sehr schnell verbreitet. Ein Grund war - neben guten Behandlungsergebnissen - die starke Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Ansprüche der heutigen Generation älterer Patienten an Ihre prothetische Versorgung und nachfolgende Lebensqualität sind deutlich gewachsen.

      Doch gibt es auch unerwünschte klinische Ergebnisse der Operation der Hüftteilprothese. Etwa 1,5% alle Patienten hatten Schenkelhalsfrakturen in der Folge Ihrer Hüftteilprothese.

      Eine weitere Folge der ist die aseptische Lockerung der Hüft-Teilprothese

      Risikoprofil der McMinn-ProtheseWenn man die Risiken verschiedener Prothesenverfahren - analog zu Geld-Anlagemodellen in Risikoklassen von 1 (fast kein Risiko) bis 5 (hohes Risiko) aufteilt, kommt man zu folgender Aufschlüsselung. Daraus ergibt sich, daß dem höheren risikoprofil der McMinn-Prothesen derzeit noch wesentlich höhere Erwartungen an die Qualität der Prothesenversorgung entgegenstehen müssen, um die Entscheidung für diesen Typ zu rechtfertigen.
      • Risikoklasse 1: Standard Hüft-TEP mit Zementbefestigung des Stiels
      • Risikoklasse 1,5: Hüft-TEP, zementfreier Stiel mit zementfreier Pfannenbefestigung
      • Risikoklasse 3,5: McMinn-Prothese mit bewährten, seit 15 Jahren eingeführten Metallurgien
      • Risikoklasse 4-5: Neuere McMinn-Prothesenmodelle, die metallurgisch nicht erprobt sind

      Infektionen bei der Hüft-Teilpropthese ist im Vergleich zur Hüftvollprothese nicht erhöht.

      Sie werden in 1-2% der Fälle beobachtet. Auch hier ist neben strenger Auswahl der geeigneten Patienten das Qualitätsmanagement der operierenden Klinik und die Erfahrung der behandelnden Operateure ausschlaggebend.

      Diese sind häufig auf fehlerhafte Platzierung durch unerfahrene Chirurgen zurückzuführen. Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Operation der Hüftteilprothese ist auch die genaue Indikationsstellung: bei den Gegenanzeigen sollten Arzt und Patient besonders kritisch vorgehen. Die McMinn-Prothese sollte wirklich nur dann gewählt werden, wenn der medizinische Nutzen gegeben ist und die Gegenanzeigen genau beachtet wurden.

      Aber auch bei der Auswahl der Patienten und der Bestimmung der Gegenanzeigen liegen auf Grund der relativen Modernität der Hüftteilprothesen auch dem Spezialisten nicht die Erfahrungswerte vor, die bei der Hüftvollprothese mit 200.000 Operationen im Jahr bereits gegeben sind.

      Den eindeutigen Vorteilen der Hüftteilprothese stehen also auch ganz eindeutige Risiken entgegen. Für Arzt und Patient ist das ein gemeinsam zu beschreitender Weg: Die eindeutigen Chancen müssen gegen die ebenso eindeutig vorhandenen Risiken der McMinn Prothese in die Waagschale gelegt werden.

      Rehabilitation und Nachsorge des McMinn Patienten nach der Operation der Hüft-TeilprotheseDarauf kommt es in den ersten 8 Wochen nach der OP an
      • Draußen aus Sicherheitsgründen 2 Gehstöcke verwenden
      • Drinnen aus Sicherheitsgründen 1 Gehstütze verwenden, bis das Sicherheitsgefühl da ist
      • Treppen werden eine Stufe pro Schritt hinauf und hinuntergangen
      • Das nicht operierte Bein geht beim Treppenaufwärtsgehen voran
      • Das operierte Bein geht voran, wenn treppab gegangen wird
      • Langes Stehen ist zu vermeiden (Schwellungsgefahr)
      • Ein wenig Bewegung genügt
      • Im Auto immer vorne sitzen und den Sitz soweit wie möglich nach hinten verstellen (Beinraum vergrössern)
      • Einsteigen ins Auto: von außen auf der Straße stehend im rechten Winkel zur Fahrtrichtung zunächst auf den Sitz. Dann die Beine gleichzeitig in das Auto schwingen - also nicht mit abgespreiztem Bein einsteigen.
      • Bei längeren Autofahrten sind regelmäßige Pausen erforderlich

      Das Ziel der Physiotherapie und Nachsorge nach Operation der McMinn-Prothese ist die möglichst schnelle Stabilisierung des Patienten im Alltag. Der Patient wird nach minimalinvasiver Operation der McMinn-Prothese am 6. Tag nach OP aus dem Krankenhaus entlassen. Die Verhaltensanweisungen nach McMinn sind nicht so streng, wie nach Hüft-TEP, weil die Luxationsgefahr des Hüftgelenks bei Operation einer Hüftteilprothese wesentlich geringer ist, als nach Vollprothese.

      Die Gefahr von Embolien nach Operation ist wesentlich geringer, also bei Hüft-TEP, weil der Markraum des Oberschenkelknochens nicht geöffnet wird. Dennoch bleiben während der ersten beiden Monate nach Operation die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bestehen: die Hüfte mit neuer Prothese sollte nicht über 90 Grad gebeugt werden. Kreuzen des Beines über die Körpermitte sowie Abspreizen der Hüfte nach außen sollte ebenfalls vermieden werden.

      Drei Monate nach McMinn-Operation kann der Patient zu sportlichen Aktivitäten zurückkehren (Laufen, Radfahren, Schwimmen). Kontaktsportarten sollten nicht vor dem 6.Monat nach Operation ausgeübt werden.

      Keramik-Keramik und Keramik-Metall-Hüftprothesen

      Sehr abriebarm und widerstandsfähig sind Keramik-Keramik-Gleitpaarungen in Hüftprothesen. Bei nachgewiesener Metallallergie kommen Keramik Gleitpaarungen zum Einsatz. Diese Keramik-Hüften sind mit einer TiNNi Keramik beschichtet. Dieser Keramikmantel vermindert die Freigabe vom Metallen und damit die allergische Reaktion. Während Keramikprothesen zwar sehr abriebfest und nichtallergisch sind, haben sie bei höheren Kosten anders als Metall auf Metall und Metall PET-Hüften eine höhere Bruchgefahr. Keramikprothesen kommen daher anstelle der bruchsicheren Gleitpaarungen nur bei erwiesener Indikation zum Einsatz.

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McMinn-Prothese oder Hüftkappe: Oberflächenersatz als Teilprothese des Hüftgelenks

Do, 04/21/2011 - 20:47
Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. Für Menschen Mit Metallallergie gibt es die McMinn-Prothese mit Keramik-Beschichtung Hüftkappenprothesen oder McMinn Prothesen sind knochensparende Hüft-Prothesen. © Smith & Nephew

Gerade jüngere Patienten sind die auf eine lange Haltbarkeit der Hüftprothese angewiesen.

Auf Grund des deutlich höheren Aktivitätsniveaus dieser anspruchsvollen Patientengruppe ist die Haltbarkeit normaler Hüfttotalendoprothesen vermindert. Wie kann die McMinn Prothese - eine Teilprothese der Hüfte bzw Hüftkappenprothese , helfen, diese Probleme junger Patienten zu lösen?

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